Bericht zur Exkursion „Jüdisches Leben in Niederösterreich am Beispiel von Krems und St. Pölten“

Die diesjährige Exkursion des Grazer Komitees für christlich-jüdische Zusammenarbeit führte eine Gruppe von rund 25 Teilnehmenden aus der Steiermark nach Niederösterreich. Exkursionen auf jüdischen Spuren im In- und Ausland haben im Grazer Komitee eine langjährige Tradition, und daran konnte nach einer coronabedingten Unterbrechung am Sonntag, dem 3. Oktober 2021 wieder angeknüpft werden. Die niederösterreichische Historikerin Ingrid Oberndorfer führte die Gruppe zu den sichtbaren und den kaum auf den ersten Blick erkennbaren Zeichen jüdischen Lebens in Krems und St. Pölten, wo seit dem Mittelalter Jüdinnen und Juden lebten und leben. So wurde die Synagoge in Krems, die das Novemberpogrom von 1938 überstanden hatte, im Jahr 1978 abgerissen und durch einen gesichtslosen Neubau ersetzt. Erst seit Kurzem gibt eine Hinweistafel zu erkennen, wo die einstige Synagoge stand. In St. Pölten ist die Geschichte und Präsenz jüdischen Lebens sichtbarer geblieben: Hier besuchten wir den jüdischen Friedhof mit dem eindrucksvollen Tahara-Gebäude und machten abschließend Halt bei der ehemaligen Synagoge, in der seit 1988 das Institut für jüdische Geschichte Österreichs beheimatet ist.
Edith Petschnigg

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