2006

Markus Himmelbauer IM BEWUSSTSEIN DER BLEIBENDEN ERWÄHLUNG ISRAELS

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, das 2006 gefeiert wurde, hat Dr. Markus Himmelbauer folgenden Beitrag verfasst:
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1956 bis 2006: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit „Wir sind zwar nur eine kleine Initiative, aber durch unsere sachkundige und kontinuierliche Arbeit ist das gegenseitige Vertrauen zwischen Christen und Juden ist gewachsen,“ zieht Koordinierungsausschuss-Präsident Helmut Nausner Bilanz.
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Raddatz, Alfred CHRISTLICHE KUNST - AUCH EIN SPIEGEL DES VERHÄLTNISSES VON CHRISTEN UND JUDEN

Das Bildmotiv “Ecclesia und Synagoga“, das den Gegensatz zwischen Kirche und Judentum zum Ausdruck bringen soll, entsteht in der Mitte des 9.  Jahrhunderts im Westfrankenreich  – “detestanda Judaeorum perfidia“,  um den Unglauben der Juden aufzuzeigen. Es war die kirchliche Antwort auf die judenfreundliche Politik im karolingischen Reich, besonders  Ludwigs des Frommen und Karls des Kahlen.mehr …

Ebach, Jürgen KEINE 2000 JAHRE CHRISTENTUM

Derzeit gibt es gefördert von den Landeskirchen, durchgeführt von zahlreichen Gemeinden und Gruppen, spektakuläre Veranstaltungen und Shows, die „2000 Jahre Christentum“ feiern. Was ich daran skandalös finde, ist nicht die merkwürdige Berechnung des genauen Datums. Ob Jesus vor 2000, vor 1999, schon vor 2003 oder erst vor 1995 Jahren geboren wurde, das scheint für den christlichen Glauben unerheblich. Ob es allerdings in unserem Bewusstsein seit 2000 Jahren das Christentum gibt, das ist für den christlichen Glauben keineswegs unerheblich.
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Himmelbauer, Markus LERNEN AUS DER GESCHICHTE?

Was bedeutet es zu lernen? Einige Handgriffe einzuüben, die dann bei der passenden Gelegenheit angewendet werden? Das sicherlich auch. Von der gelungenen Herstellung eines Produkts bis zum großartigen Konzert beruht der Erfolg auf der Wiederholung eingeübter Handbewegungen.
Aber noch mehr: Lernen ist wissen, etwas können, ein gewisses Repertoire an Fertigkeiten und Reaktionsmöglichkeiten zu erwerben und die Gabe, Fähigkeiten im richtigen Moment angemessen einzusetzen. Lernen ist auch die Unterscheidung der Geister.
Lernen aus der Geschichte? Das mit den eingelernten Handbewegungen klappt nicht, wenn es um Geschichte geht. Geschichte wiederholt sich nicht. Es ist nicht so, dass wir bestimmtes geschichtliches Wissen mit dem Trichter abgefüllt bekommen und dann ist klar, was heute zu tun ist. Lernen aus der Geschichte ist nicht so geradlinig und eindimensional.
Werfen wir einen Blick in die Bibel. Als das Volk Israel das gelobte Land betritt und das erste Mal Dankopfer darbringen soll, wird es von Gott aufgefordert, sich seiner Geschichte zu erinnern. Im Buch Deuteronomium, dem 5. Buch Mose, Kapitel 26 des Ersten Testaments soll das Volk Israel beim Eintritt in das Gelobte Land das folgende Bekenntnis sprechen: „Meine Eltern waren umherirrende aramäische Leute. Sie stiegen hinab nach Ägypten und lebten dort als Fremde in der Minderheit.“ Der Blick auf das gute Ende der Geschichte heute bedeutet für Israel: „Freue dich an dem Guten, das Adonaj, deine Gottheit, dir und deiner Familie zukommen lässt: Du und die levitischen Familien und die Fremden, die in deiner Mitte sind.“
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CHRISTEN ALS BRÜCKENBAUER

„Meine Solidarität ist realistischer geworden“, meint der niederländische Theologe SIMON SCHOON zur jüdischen Dialogexpertin RACELLE WEIMAN. Ein Gespräch der Wochenzeitung DIE FURCHE über die Lage in Israel und den christlich-jüdischen Dialog.

DIE FURCHE: Die Gewalt im Nahen Osten nimmt kein Ende. Beeinflusst dies den christlich-jüdischen Dialog?
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SIMON SCHOON: Natürlich tut sie das, wir leben ja nicht außerhalb der Welt. Es ist nicht das Einzige, was den Dialog bestimmt, aber es ein wichtiger Kontext, in dem wir einander treffen und einander austauschen. Würden wir ihn ausklammern, wäre der Dialog irrelevant.
DIE FURCHE: Ist es für diesen Dialog wichtig, dass Christen mit den Juden in Israel solidarisch sind?
SCHOON: Es gibt unterschiedliche Arten des Dialogs. Wenn Nachbarn einander treffen, ist das etwas Anderes wie ein Kreis von Freunden;ich gehöre seit 25 Jahren zu einer Dialog-Gruppe in Amsterdam: Wenn man einander nahe ist, kann man über fast alles reden. Im institutionellen Dialog ist die Atmosphäre anders. Aber natürlich muss man alles aussprechen. Christen, Kirchen müssen Solidarität in dem Sinn zeigen, dass sie für das Recht auf einen jüdischen Staat stehen.Wenn sie ihre Solidarität bewiesen haben, dann haben sie natürlich die Möglichkeit, auch zu kritisieren. Das ist unter Freunden normal.

DIE FURCHE: Merken Sie diese Solidarität der Christen mit Israel?
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Felix Propper: DIE KIRCHE UND IHRE JUDEN

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"Da nun der Judenhass christlichen Ursprungs ist, so muss sich die Christenheit fragen lassen, wie es zu dieser Abirrung kommen konnte. Wir haben den Nachweis zu erbringen versucht, dass schon in den Anfängen der Geschichte der Christenheit eine Fehlentwicklung wahrzunehmen ist, vor der der Apostel Paulus eindringlich gewarnt hat und als deren Folgen er die Kirchenspaltung vorhergesagt hat."mehr …