2007

Friedrich, Otto DAHEIM IN ZWEI RELIGIONEN

RUTH STEINER UND IHR BEKENNTNIS ZUM JUDENTUM UND ZUM CHRISTENTUM
Das Buch „Daheim in zwei Religionen“ von Ruth Steiner ist nicht ein großer Erinnerungsband, sondern es ist eine Zusammenstellung von Geschichten, welche die emeritierte Generalsekretärin der Katholischen Aktion Österreichs erzählt: Geschichten aus ihrer Biografie, die 1944 als Tochter jüdischer Österreicher auf den Philippinen begonnen hat, Geschichten von Ruth Steiners Engagement in der Kirche Österreichs – und da vor allem beim In-Gang-Setzen des Gesprächs zwischen Christen und Juden –, Geschichten von ihrem politischen Engagement, insbesondere was die Erinnerung an die Geschichte des 20. Jahrhunderts betrifft und Geschichten über die Zukunft – vor allem des Miteinanders von Christen und Juden.mehr …

Dirscherl, Erwin DAS JUDE-SEIN JESU UND SEINE KONSEQUENZEN FÜR DIE DOGMATIK

Das Jude-Sein Jesu konfrontiert mit dem gültigen Bund Israels

Die Frage nach dem Ursprung Jesu als Frage nach der Erwählung Israel
Wenn die christliche Dogmatik nach dem Ursprung Jesu fragt, dann führt dies sehr schnell in das Geheimnis Gottes hinein. Schon die ntl. Ansatzpunkte einer sog. Präexistenzchristologie machen deutlich, dass bei der Frage nach der Bedeutung und dem Ursprung Jesu die Gottesfrage zur Debatte steht. Aus diesem Ansatzpunkt entfaltet sich schließlich eine trinitarische Gottredemehr …

Dirscherl, Erwin JUDEN UND CHRISTEN BETEN DEN SELBEN GOTT AN DIE EINZIGKEIT GOTTES UND DIE ANDERHEIT VON JUDENTUM UND CHRISTENTUM

Juden und Christen beten den selben Gott an. Die Bedeutung dieses Satzes ist nicht hoch genug zu veranschlagen. Aus christlicher Sicht ist dieser Satz eine Selbstverständlichkeit, da wir sonst die Herkunft und Botschaft Jesu nicht ernst nehmen würden, aus jüdischer Sicht aber angesichts der Differenzen in der Christologie und trinitarischen Gottrede eine große Errungenschaft, die das Dokument Dabru Emet so wertvoll macht. Juden und Christen beten den einzigen Gott an. Warum entspricht der Einzigkeit Gottes nicht eine einzige Religion? Können zwei Religionen glaubhaft von dem selben Gott Zeugnis ablegen?mehr …

Himmelbauer, Markus NEUE AGENDA: JUDENMISSION?

schoeman
Roy H. Schoeman hat als Jude eine „unerwartete und überraschende Bekehrung zum katholischen Glauben“ erlebt. In seinem nun auf Deutsch im St. Ulrich-Verlag erschienenen Buch „Das Heil kommt von den Juden“ beschreibt es Gottes Plan für sein Volk. Für Schoeman ist klar, dass „Gott sich die Bekehrung der Juden wünscht.“ Eine Rezension seines nun auf Deutsch erschienenen Buchs.mehr …

Aichern, Maximilian FÜR EIN NEUES MITEINANDER WORTE BEI DER GEDENKKUNDGEBUNG ZUR „REICHSKRISTALLNACHT

“ AM JÜDISCHEN FRIEDHOF IN STEYR AM 8.11.2007
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Geschätzer Herr Bürgermeister und geschätzte Mitglieder des Gemeinderates!
Geschätzter Herr Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde!
Liebe Vertreter der christlichen Kirchen!
Liebe Schwestern und Brüder, besonders liebe junge Menschen!
Die Gedenkkundgebung anlässlich der sogenannten „Reichskristallnacht“ ist hier in Steyr bereits zu einer guten Tradition geworden. Der jüdische Friedhof und Gedenktafeln in der Eisenstadt erinnern an die gewaltsam ausgelöschte jüdische Tradition in Steyr und das Leid der jüdischen Mitbürger in der NS-Zeit.
 
Wie eindrucksvoll in dem Buch „Vergessene Spuren“ von Waltraud Neuhauser-Pfeiffer und Karl Ramsmaier dokumentiert ist, gab es bereits im 14. Jahrhundert jüdische Mitbürger in Steyr. Sie haben viel Positives für die Stadt geleistet, mussten aber immer wieder auch Verfolgung und Benachteiligung erleiden. Das Ärgste war sicherlich die NS-Zeit von 1938 bis 1945, die in der „Reichskristallnacht“ einen ersten Höhepunkt erreichte. Es folgten Vertreibungen, Konzentrationslager – in Münichholz war ein Außenlager von Mauthausen – heute unvorstellbare Unmenschlichkeiten wie zum Beispiel der Todesmarsch der Juden im Jahr 1945, von dem auch das Ennstal und Steyr betroffen waren.
Es ist das große Verdienst des Mauthausen-Komitees Steyr, dass diese Gräueltaten nicht unter den Teppich gekehrt werden.
 
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Hennefeld, Thomas NICHT SCHWEIGEN

1 Um Zions willen kann ich nicht schweigen, / um Jerusalems willen nicht still sein, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht / und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel.
2 Dann sehen die Völker deine Gerechtigkeit / und alle Könige deine strahlende Pracht.Man ruft dich mit einem neuen Namen, / den der Mund des Herrn für dich bestimmt.
3 Du wirst zu einer prächtigen Krone / in der Hand des Herrn, zu einem königlichen Diadem / in der Rechten deines Gottes.
4 Nicht länger nennt man dich «Die Verlassene» / und dein Land nicht mehr «Das Ödland»,sondern man nennt dich «Meine Wonne» / und dein Land «Die Vermählte». Denn der Herr hat an dir seine Freude / und dein Land wird mit ihm vermählt.
5 Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, / so vermählt sich mit dir dein Erbauer.Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, / so freut sich dein Gott über dich.
6 Auf deine Mauern, Jerusalem, stellte ich Wächter. / Weder bei Tag noch bei Nacht dürfen sie schweigen. Ihr, die ihr den Herrn (an Zion) erinnern sollt, / gönnt euch keine Ruhe!
Jesaja 62, 1-6
Wenn man über Jahrzehnte einen Gedenkgottesdienst zu so einem konkreten Anlass veranstaltet, dann kann es passieren, dass sich selbst bei ganz unterschiedlichen Bibelstellen Gedanken wiederholen. Aber genau genommen gibt es diese Wiederholung nicht, denn wenn wir uns auch an dasselbe Ereignis erinnern und dieses reflektieren, so wiederholt sich nicht unser Leben. Wir bewegen uns vorwärts, ob wir wollen oder nicht. Die Umstände, unter denen wir leben, der Zusammenhang mit der Welt um uns verändert sich und wird immer wieder neu.mehr …

Fürnsinn, Maximilian WO BLEIBT GOTT?

Jes 40, 21-31: Die aber dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. (31)

Einleitung
Wir kennen die brennende Frage im Leid: Wo bleibt Gott?
Wir kennen den Vorwurf einer Mutter, die ihr totes Kind in ihren Armen hält: Warum, Gott?
Manchmal meine ich, in den gebrochenen Augen leidender, unschuldiger Menschen die Frage ablesen zu können: “Mein Gott, warum hast du uns verlassen?“
Und wir verstehen die Frage bei der Katastrophe der Judenvernichtung in den Konzentrationslagern: “Wo warst du, Gott, als Millionen Frauen, Männer und Kinder in die Gaskammern geschickt wurden?“ – “Kann man deshalb nach Auschwitz noch Lieder singen?“
Auf diese Fragen gibt es keine wirklichen Antworten – höchstens Antwortversuche. Die Frage nach Gott und dem Leid bleibt offen.
Trotzdem sind uns Glaubenszeugnisse geschenkt, die im Leid stützen. Die Lesung aus dem Propheten Jesaja ermutigt uns, Antworten zu geben. Ein paar
Versuche dazu:
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Himmelbauer, Markus GEDENKE DER WUNDER DES HERRN

Gott gibt uns immer wieder Gelegenheit, damit wir uns an das Heil erinnern, das er seinem Volk Israel und der gesamtem Menschheit geschenkt hat: Der Regenbogen nach der Flut, der Schabbat, die männliche Bescheidung als Zeichen des Bundes, das Pascha-Fest als Erinnerung an die Befreiung aus ägyptischer Sklaverei.
Für kein Erignis fordert die Tora so häufig und eindringlich die Pflicht des Gedenkens wie für den Auszug aus Ägypten. Das gilt auch für die folgenden Generationen und nicht allein am Pascha-Fest, sondern "alle Tage deines Lebens" (Dtn 16,3). Jede Generation und jeder jüdische Mensch soll diese Pflicht so beachten, als wäre er selber mitgezogen.
"Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich aus Ägypten herausgeführt hat" ist die Quelle des jüdischen Gottesglaubens, auch des Glaubens Jesu. Nicht als der ferne Weltenschöpfer wurde Gott in Israel erkannt und verehrt, sondern als der Weltenlenker, den man anrufen kann, der sich in der Knechtschaft als Fels und Erlöser kundgetan hat.
Jesus hat Zeichen der rettenden Gerechtigkeit Gottes gesetzt. In diese befreiende Tradition stellt er seine deutenden Worte über Wein und Brot: Als sein Leib und Blut sind sie die bleibende Gegenwart unter uns. Auferstehung ist eine gute jüdisch-pharisäische Glaubenserfahrung: Christus ist der erste der Entschlafenen, bekennt der Pharisäer Paulus. So wird Ostern das Grunddatum des christlichen Glaubens.
Im Pascha und zu Ostern stehen Leidensgedächtnis und Freude über Befreiung und Erlösung im Mittelpunkt. "Gott schafft den Sieg mit seiner Rechten" (Ps 98) singen und beten Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen - ein Bekenntnis, das Juden und Christen verbindet.

STÖRUNG DER CHRISTLICH-JÜDISCHEN BEZIEHUNGEN

STELLUNGNAHME ZUR WIEDEREINFÜHRUNG DES TRIDENTINISCHEN RITUS

Am 31. März 2007 hat Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone die Gerüchte bestätigt, der Papst werde bald ein Motu proprio veröffentlichen, das den Priestern die Zelebration der vorkonziliaren Messe nach dem Missale Romanum von 1962 wieder allgemein erlaubt. Bisher ist dies nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Ortsbischofs möglich und wird von den deutschen Bischöfen sehr restriktiv (per Indult) gehandhabt. Auf ihrer Herbstvollversammlung 2006 stellten sie fest, ein wachsendes Interesse, von dem manchmal die Rede ist, sei nicht gegeben. Also besteht auch keine Veranlassung einer allgemeinen Wiederzulassung der vorkonziliaren Messfeier, eher eine Diskussion über die Fragen, die "hinter" diesem Wunsch stehen.mehr …

Karl W. Schwarz EINSICHTEN EINES VISIONÄRS

Die Evangelische Akademie hat in ihrer Schriftenreihe einen neuen Band herausgebracht, der den Titel „Herausgesagt“ trägt und in der Tat eine ganz wichtige Aussage enthalt, die der Autor und Jubilar frisch von der Leber weg „heraussagt“, nämlich „Persönliche Erfahrungen gelebten Christseins im 20. Jahrhundert“. Als Autor begegnet uns Ulrich Trinks im Gespräch mit Melitta Berdenich und Horst Gaisrucker.

Ingrid Gaisrucker hat dazu ein schönes Vorwort geschrieben, in dem sie den Autor charakterisiert: als Anwalt mündiger Laien, als Visionär einer Lerngemeinschaft „Kirche“, als Barmen-Interpret und Motor des christlich-jüdischen Dialogs, als Ökumeniker und Zeuge des Evangeliums, als Experte für Entwicklungspolitik und die Weltverantwortung als Forderung des Glaubens.
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