2016

GEMEINSAM AUF DEM WEG – JUBILÄUMSFEIER ZU 60 JAHRE KOORDINIERUNGSAUSSCHUSS

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Wien - Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit besteht nun seit 60 Jahren. Zu dieser Gelegenheit waren Freundinnen und Freunde, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Junge und Alte, Neugierige und Erfahrene, zu einem Fest am 16.11.2016 im Kardinal-König-Haus eingeladen. Gemeinsam wurde über Vergangenes nachgedacht, das Gegenwärtige gefeiert und Ideen und Träume für die Zukunft geteilt.
Maria Harmer führte durch einen anregenden Abend.mehr …

Improperien

Improperien – Gesang während der Kreuzverehrung
Am Karfreitag können die Improperien (improperium, lat.: Vorwurf, Beschimpfung) während der Kreuzverehrung gesungen werden. Geschichtlich unterstützten sie den Gottesmordvorwurf an die Juden. Im Umfeld der heutigen Liturgie dienen sie der Besinnung und Buße der Gemeinde. Kann man einen belasteten Text – wenn auch unter anderen Vorzeichen – heute fraglos weiter verwenden?mehr …

DEUTSCHE KASERNE WIRD NACH ÖSTERREICHER BENANNT

DER WIENER „GERECHTE UNTER DEN VÖLKERN“ ANTON SCHMID WIRD NAMENSPATRON EINER BUNDESWEHRKASERNE IN SACHSEN-ANHALT
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Der aus Wien stammende, 1939 zur Armee Hitler-Deutschlands eingezogene und dort zum Feldwebel avancierte Anton Schmid war 1967 einer der ersten Österreicher (und der erste Wehrmachtsangehörige überhaupt), der von der israelischen Holocaust-Erinnerungs- und Forschungsstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt und ausgezeichnet wurde. Von rund 18 Mio. Wehrmachtssoldaten war er mutmaßlich der Einzige, der von der hitlerdeutschen Militärjustiz zum Tode verurteilt und hingerichtet worden ist, weil er Juden zu retten versuchte. Unter (Militär-)Historikern in Deutschland, Litauen und vielen anderen europäischen wie außereuropäischen Ländern gilt Anton Schmid mittlerweile als so etwas wie eine „Ikone des militärischen Rettungswiderstandes“ gegen das NS-Regime.
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„EINE FAST UNMÖGLICHE FREUNDSCHAFT“ – REISE INS HEILIGE LAND

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In Jerusalem richten sich erstaunte Augen auf sie: Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, Imam Ramazan Demir und Pfarrer, sowie Vorstandsmitglied im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit Ferenc Simon haben gemeinsam mit Studierenden das Heilige Land besucht und wurden dabei von einem Fernsehteam der ORF-Sendung „Kreuz und Quer“ begleitet.
Die Dokumentation schildert die berührende Geschichte dreier Seelsorger und junger Menschen unterschiedlicher Religion, die gemeinsam die bedeutendsten jüdischen, islamischen und christlichen Stätten besuchen und so ihre Freundschaft stärken. Was sie erleben, erstaunt und versetzt in neue Gedanken. Bestehende Überzeugungen werden in Frage gestellt und ein Bild von der Sicht des jeweils anderen vermittelt. Sie wollen konkrete Zeichen setzen; Vorurteile durch Zuhören und Verstehen entkräften. So wird ein intensiver, lebendiger Dialog auf dieser Reise geführt: über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religionen, Politik, Privates, über Gott und die Welt. Sie diskutieren über Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, stellen einander Fragen und müssen sich von vielen Menschen auf dieser Reise Fragen stellen lassen. Was bedeutet Religion in ihrem Leben? Was müssen sie voneinander wissen? Die Reise ins Heilige Land, zwischen religiösen Heiligtümern und politischen Konflikten, lässt sich als Denkanstoß betrachten, als eine mutige Aktion für einen respektvollen Umgang miteinander.

LIKRAT - EIN ERLEBNISBERICHT AUS DEM RELIGIONSUNTERRICHT

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Bericht des evangelischen Religionslehrers Jörg Kreil
23.05.2016
Am Freitag, den 13.5.2016 durften wir Imanuel (18) und Sarah (16) im Rahmen des Projekts „Likrat“ bei uns im Religionsunterricht der 4. Klasse begrüßen. Anlässlich dieses Projekts haben meine katholischen Kollegen und ich beschlossen, diese Stunde gemeinsam zu halten.
Unsere Gäste begannen die Stunde, indem sie sich vorgestellt haben und anschließend gaben sie eine Kippa durch. Während diese die Runde machte, sollten sich die SuS mit ihrem Namen, Alter und ihrem Bezug zum Judentum vorstellen.

Nachdem diese Runde beendet war, sprachen Imanuel und Sarah über Bestandteile des Judentums, wie beispielsweise den Sabbat. Damit wurde die zweite Phase der Stunde eingeleitet: Die Möglichkeit für die SuS Fragen zu stellen, sowohl zum Judentum als auch den persönlichen Bezügen der beiden. Anfänglich kamen die Fragen zögerlich, doch gerade nachdem Sarah von ihrer jüdischen Schule erzählte, steigerte sich die Frequenz der Fragen deutlich. Speziell jene zu den Unterschieden zur „regulären“ Schule, waren die SuS interessiert, weswegen das Thema der jüdischen Schule fast die Hälfte dieser Phase einnahm. Für mich war es besonders schön, dass das Gespräch zu keinem Zeitpunkt zum Stillstand kam, sondern dass jeder Antwort unserer Gäste, sofort eine weitere Frage  folgte. Auch nachdem sich die Fragen wieder stärker auf das Judentum und seine Gebräuche konzentrierten lag der Fokus dabei auf dem Bezug unserer Gäste zu diesen.
Diese Phase und gleichzeitig auch die Stunde endete erst durch das Läuten der Schulglocke. Meine Kollegen und ich sind uns darin einig, dass dieses Projekt eine großartige Möglichkeit für SuS darstellt, das Judentum auf Augenhöhe kennen zu lernen. Die Begegnung mit (in etwa) Gleichaltrigen eröffnet eine völlig andere Annäherung, die wir den SuS als Lehrer in dieser Art sonst nicht bieten könnten.
In der darauffolgenden Stunde habe ich auch meine SuS um ihr Fazit zu dieser Stunde gebeten und sie waren durchweg sehr begeistert und erstaunt über die Dinge, die sie im Rahmen ihrer Befragungen erfahren konnten.

„LEBEN IM GEMEINSAMEN HAUS“ – ABEND DER INTERRELIGIÖSEN UND INTERKULTURELLEN BEGEGNUNG


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Wien. Am Abend des 11. Mai 2016 lud das Institut Fortbildung Religion der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems zur Auseinandersetzung mit den Themen Schöpfung, Ökologie und Nachhaltigkeit aus christlicher, islamischer und buddhistischer Sicht ein. Im Rahmen der Reihe „Treffpunkt.Religionen“ fand ein Abend der interreligiösen und interkulturellen Begegnung mit Impulsgedanken, Tanz und musikalischen Highlights im Haus der Musik Wien statt.
Unter dem Motto „Leben im gemeinsamen Haus“ sprachen Dr. Magdalena Holztrattner (Katholische Sozialakademie), Dr. Fatima Kowanda-Yassin (Islamische Religionspädagogische Akademie) und Bhante Dr. Seelawansa (Dhamma Zentrum Wien) zum Thema „Schöpfung – Ökologie – Nachhaltigkeit“. Für den musikalischen Rahmen sorgten Kaveri Sageder, Rina Chandra und Haider Khan mit Kathak Tanz und klassischer indischer religiöser Musik sowie Timna Brauer und Elias Meiri mit „Songs from Jerusalem – aus dem Schatz jüdischer Musiktradition“.
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„Menschliches Leben begegnet uns immer deutlicher in seiner ethnischen, kulturellen und religiösen Vielfalt und Entwicklung“, sagt Mag. Heinz Ivkovits, Leiter des Instituts Fortbildung Religion der KPH Wien/Krems und Veranstalter des Abends. „Wir müssen lernen, besser miteinander in dieser Vielfalt zu leben und den Dialog über Unterschiede hinweg zu fördern.“ Das Institut Fortbildung Religion ist Teil der KPH Wien/Krems, die für ein einzigartiges interreligiöses, interkulturelles und interkonfessionelles Lernen in Europa steht. Das Institut selber verfolgt das Ziel, durch vielfältige Veranstaltungen den Blick für das Verbindende zu schärfen und konkrete Begegnungen zu ermöglichen. „Gerade in Wien ist eine kulturelle und religiöse Vielfalt erlebbar. Wir möchten beitragen, Ängste und Vorurteile im Umgang miteinander abzubauen und Räume für einen Dialog zu schaffen“, betont Ivkovits.

EMPFANG ZUM ISRAELISCHEN UNABHÄNGIGKEITSTAG

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Wien. Am 13.05.2016 lud die neue israelische Botschafterin des Staates Israel in Österreich, Talya Lador-Fresher, zum Empfang anlässlich des Yom haAtzmaut (Unabhängigkeitstages) in das Gartenpalais Liechtenstein. In diesem Jahr wird außerdem das 60-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Österreich gefeiert.
Lador-Fresher betonte in ihrer Festrede die Einzigartigkeit von Wien als einer europäischen Hauptstadt und seine Bedeutung für zahlreiche internationale Organisationen. Sie begrüßte als zweiten Sprecher den Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres, Sebastian Kurz, der zwei Tage danach einen Besuch in Israel antrat.
Kurz wies auf die begrüßenswerten Entwicklungen in der Aufarbeitung der Schoah hin: Die israelisch-österreichischen Beziehungen seien nur elf Jahre nach dem Ende der Hitlerzeit eröffnet worden, zu einer Zeit, als es so gut wie keine Auseinandersetzung mit diesem Teil der österreichischen Vergangenheit gab. Er selber gehöre jedoch schon zu einer Generation, für die es selbstverständlich ist, mit der Schule das Konzentrationslager Mauthausen zu besuchen. Dennoch sei ihm selbst zum ersten Mal das Ausmaß der Katastrophe bewusst geworden, als er Gelegenheit hatte, mit einem Überlebenden zu sprechen. Kurz sprach sich dafür aus, „ehrlich mit der Geschichte umzugehen: Es waren keine Opfer, die den Einmarsch der Nationalsozialisten begrüßt haben.“
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Aus diesem Kapitel der österreichischen Geschichte leite er einen dreifachen Auftrag ab. Zunächst einmal, einen intensiven Austausch mit Israel zu pflegen. Dann die Rücksichtnahme darauf, dass Österreichs historische Verantwortung seine Außenpolitik prägen muss. Im Dialog müssen Brücken geschlagen werden – auch wenn das nicht heißen könne, es der israelischen Regierung immer recht zu machen. Zuletzt betonte er die Wichtigkeit des Schutzes jüdischen Lebens in Österreich, auch gegenüber „importiertem Antisemitismus“.
Zum Abschluss des Empfangs trat der mit einer Österreicherin verheiratete israelische Musiker Idan Reichel auf.

GEDENKVERANSTALTUNG GEGEN GEWALT UND RASSISMUS IM GEDENKEN AN DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS

Wien. Am Montag, den 9. Mai fand im historischen Sitzungssaal des Parlaments die jährliche Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Der Präsident des Bundesrates Josef Saller eröffnete die Veranstaltung mit der Bemerkung, dass im Alter das Langzeitgedächtnis in den Vordergrund treten würde; ebenso verhielte es sich mit dem Gedächtnis der Republik Österreich. In seiner Jugend wurde die noch kurz zurückliegende Erinnerung an die NS-Zeit größtenteils ignoriert und übergangen. Erst seit einigen Jahren halten engagierte junge und alte Menschen das Gedenken an die Schoah wach.
Die Präsidentin des Nationalrats Doris Bures mahnte Besorgnis ein, wo Intoleranz und Ausgrenzung zu beobachten sind. Sie begrüßte auch ganz besonders den nochmehr …

MARCH OF THE LIVING 2016


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Oświęcim. Am Donnerstag, den 5. Mai, dem Yom HaShoah (Holocaust-Gedenktag), fand der March of the Living (Marsch der Lebenden) statt. Seit 1988 gehen Holocaust-Überlebende, junge Juden und Jüdinnen aus aller Welt und seit 2005 auch nichtjüdische deutsche und österreichische Delegationen denselben Weg, den die KZ-Häftlinge auf dem Todesmarsch zwischen den Konzentrationslagern Auschwitz u
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nd Birkenau zurücklegen mussten.
Zwischen 7.000 und 10.000 Menschen protestierten so auch in diesem Jahr gegen die Leugnung der Schoah und setzten ein Zeichen gegen das Vergessen. Aus Österreich nahmen unter anderem einige Schülerinnen und Schüler der Zwi-Perez-Chaes-Schule teil, der ehemalige Botschafter des Staates Österreich in Israel, Michael Rendi, Univ.-Prof. Dr. Klaus Davidowicz und die Geschäftsführerin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Sarah Egger.
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Durch die Beteiligung des „March of Rememberance and Hope“ war die österreichische Delegation die größte vor Ort. Der österreichische Zeitzeuge Marko Feingold stellte sich zwei Stunden lang den Fragen der Jugendlichen. Redner waren u.a. Rabbi Yisrael Meir Lau und die israelische Justizministerin Ayelet Shaked.
 

„KINDER AUF DER FLUCHT – DAMALS UND HEUTE“ - GEDENKFEIER DES AKADEMISCHEN GYMNASIUMS WIEN

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Wien. Das Akademische Gymnasium Wien gedachte am Donnerstag, dem 28. April 2016, zum neunzehnten Mal der „umgeschulten“ jüdischen Schüler und entlassenen Lehrer. Am 28. April 1938 mussten drei Lehrer und 175 der insgesamt 406 Schüler die Schule verlassen. Für viele war diese Vertreibung der erste Schritt in die Vernichtung.
"Kinder auf der Flucht – damals und heute" war das Thema der diesjährigen Gedenkfeier. Drei Klassen (4a, 4b, 4c ) haben sich mit der Thematik Flucht, der Entwurzelung junger Menschen, dem Verlust und der Suche von Heimat auseinandergesetzt.mehr …

KURT-SCHUBERT-GEDÄCHTNISPREIS AN VORSTANDSMITGLIED RUTH STEINER UND HISTORIKERIN ASCHAUER VERLIEHEN


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Zum vierten Mal wurde am 3. März 2016 der Kurt-Schubert-Gedächtnispreis für interreligiöse Verständigung verliehen. Die oberösterreichische Historikerin Irmgard Aschbauer und die wiener Autorin Ruth Steiner (Vorstandsmitglied des Koordinierungsausschusses), zwei Vorkämpferinnen des christlich-jüdischen Dialogs, nahmen den Preis im Festsaal des Linzer Priesterseminars im Beisein von u.a. Diözesanbischof Manfred Scheuer und Landeshauptmann Josef Pühringer entgegen. Die Laudatoren waren Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und Altbischof Maximilian Aichern.
Ruth Steiner und Irmgard Aschauer hätten jene "wunderbaren Gedanken, die in Rom in der Theorie so einfach ausgesprochen wurden" in Wort und Tat erklärt, betonte Oberrabbinger Eisenberg in seiner Laudatio. Es brauche Menschen, die das tun, "denn eine solche Gesinnungsänderung unter Christen passiert nicht von alleine". Altbischof Maximilian betonte, dass Aschauer immer versucht habe, Kirche und Synagoge wieder in ein Vertrauensverhältnis zu führen. Den Ehrenschutz für den Preis hatte Landeshauptmann Josef Pühringer übernommen. Die Preisträgerinnen würdigte er als Menschen, "die den praktischen Dialog des Lebens und des Handelns üben".
Bertrand Perz vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien führte in seinem Vortrag über "Einzugsgebiet, Verzweigungen und Auswirkungen eines Vernichtungsplans" in die Gefährdung menschlicher Gesinnungen hinein. Die Recherchen der Täterforschung hätten ergeben, dass nur ein geringer Teil dieser Wächter aus Überzeugungstätern bestanden habe. Der Großteil des SS-Personals sei aber aus allen Teilen der Gesellschaft gekommen und habe "normale" Biografien. Es könne also de facto keine bestimmte Sozialisation ausgemacht werden, die auf "Täterkarrieren" hinweise, so Perz. Die SS-
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Wachmannschaft sei gut in die Bevölkerung integriert gewesen; dieser Umstand habe es diesen Tätern leicht gemacht, in der Nachkriegszeit umgehend wieder mit der Masse zu verschmelzen.
Irmgard Aschbauer blickte in ihren Dankesworten auf prägende Wegbegleiter ihres Lebens zurück. Besonders hob sie Prälat Josef Wiener hervor, den sie während seiner Kaplanszeit in Gmunden kennenlernt hatte und dem sie bei ihrem Dienst in der Diözese in seinen leitenden Funktionen wieder begegnet war.
Ruth Steiner äußerte als Wunsch für eine gute Zukunft, "dass Sicherheitsmaßnahmen vor der Synagoge einmal nicht mehr notwendig sind, dass die Nachfahren des Holocaust in Österreich willkommen sind und dass die Humanität mit Minderheiten und Fremden auf der Flucht zum Prinzip der Demokratie in Österreich wird".
 Die Auszeichnung wird vom Forum für Weltreligionen gemeinsam mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich, dem Forum Zeit und Glaube des Katholischer Akademikerverbandes, dem Stift Klosterneuburg und der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit alle zwei Jahre vergeben.
Quelle: red/kap

Buch "Der "jüdisch-christliche" Dialog veränderte die Theologie.

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Kürzlich wurde im Böhlau-Verlag das Buch "Der "jüdisch-christliche" Dialog veränderte die Theologie. Ein Paradigmenwechsel aus ExpertInnensicht" von Edith Petschnigg und Irmtraud Fischer herausgegeben.
"Veränderte der "jüdisch-christliche" Dialog die Theologie? Die in diesem Band versammelten Beiträge belegen eindeutig einen theologischen Paradigmenwechsel in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. Evangelische, katholische und jüdische Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen theologischen Fachrichtungen wie der alt- und neutestamentlichen Bibelwissenschaft, der Liturgiewissenschaft, der feministischen und systematischen Theologie sowie der Judaistik zeichnen den Wandel von antijüdischer Polemik hin zu einem respektvollen Dialog mit dem Judentum facettenreich nach. Der vorliegende Band gibt zudem Einblick in die biografische Entwicklung der involvierten Forschenden und bietet damit ein Stück reflektierter Theologiegeschichte."
Die Veröffentlichung des Bandes folgt der Abschlusstagung zum Grazer Projekt „Die Hebräische Bibel im ‚jüdisch-christlichen‘ Dialog in Österreich und Deutschland nach 1945“. März 2015 wurde die Tagung zu Ehren von Prof.in Dr.in Erika Horn unter dem Titel "Der "jüdisch-christliche" Dialog veränderte die Theologie. Ein Paradigmenwechsel aus ExpertInnensicht" von Petschnigg und Fischer unter Beteiligung namhafter Wissenschaftler_innen abgehalten.  Thema waren unter Anderem die Historischen Aspekte einer Dialogkultur zwischen Juden und Christen (Günter Stemberger, Universität Wien) sowie Christliche Einflüsse auf das Jüdische (Gerhard Langer, Universität Wien).
Der "jüdisch-christliche" Dialog veränderte die Theologie Ein Paradigmenwechsel aus ExpertInnensicht Herausgegeben von: Edith Petschnigg und Irmtraud Fischer
2016, 295 S. 23.5 x 15.5 cm Gb. Preis: € 35.00
978-3-205-79671-8
http://www.boehlau-verlag.com/978-3-205-79671-8.html

„NICHTS IST SO AUFKLÄRUNGSRESISTENT WIE EINE IDENTITÄT“ - ISOLDE CHARIM UND DORON RABINOVICI SPRACHEN IN DER BIBLIOTHEK DES KOORDINIERUNGSAUSSCHUSSES ÜBER „OTHERING“ ZWISCHEN CHRIST_INNEN UND JUDEN_JÜDINNEN.

Wien. Am 16. März 2016 fand in den Räumlichkeiten des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit der Auftakt zu dessen 60-Jahr-Jubiläum statt. Im Rahmen der Vortrags- und Diskussionsreihe „Christen und Juden im Gespräch – Bilanz und Aussicht“ sprachen die Philosophin Isolde Charim und der Schriftsteller Doron Rabinovici zum Thema „Plötzlich fremd – ‚Othering‘ zwischen Christ_innen und Juden_Jüdinnen“.
Die an die Impulsvorträge anschließende Diskussion wurde moderiert von Oliver Achilles, dem wissenschaftlich-pädagogischen Assistent für Altes Testament der Theologischen Kurse.
IMG_20160316_184439mehr …

ARTIKEL IM REFORMIERTEN KIRCHENBLATT, 94. JG., MÄRZ 2016, SARAH EGGER/THOMAS HENNEFELD

ArtikelReformiertesKirchenblatt
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Wien. Es war ein langer Weg, bis christliche Gemeinden und Kirchen auf der einen Seite und jüdische Gemeinden und Vertreterinnen jüdischer Einrichtungen auf der anderen Seite in einen Dialog traten oder zumindest zum Gespräch bereit waren. [...]
In Zusammenarbeit haben Landessuperintendent Thomas Hennefeld und Geschäftsführerin des Koordinierungsausschusses Sarah Egger einen Artikel im Reformierten Kirchenblatt herausgegeben. Er gibt einen kurzen Überblick über die Synodenerklärung "Zeit zur Umkehr", die Gemeinsamkeiten von Reformierter Kirche und Judentum, den Ökumenischen Tag des Jugendtums und die Entwicklungen im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier zum Download.

RABBINER ARIE FOLGERS ERSTE DRASCHA (PREDIGT) IM WIENER STADTTEMPEL

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Wien. Am vergangenen Freitag, den 26.02.2016, hielt der neu gewählte Oberrabbiner von Wien seine erste Drascha in der Synagoge in der Seitenstettengasse.
Zahlreiche Gemeindemitglieder waren erschienen, um sich ein Bild von ihrem neuen Oberrabbiner zu machen. Bezeichnend für die Begeisterung, mit der er seine Funktion antritt, war sein erstes Wort: „Wow“. Er verlieh seiner großen Freude darüber Ausdruck, in einer solch schönen Synagoge mit einer musikalisch so gut aufgestellten Gemeinde Schabbat zu feiern. In seiner Drascha verband er traditionelle Auslegungspraxis mit Modernität, Kreativität und einer Prise Humor. „Ich war begeistert von seiner Ausstrahlung“, meint Ruth Steiner, langjährige Präsidentin der KAÖ und Trägerin des Kurt-Schubert-Gedächtnispreises 2016. Auch Sarah Egger, Geschäftsführerin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, meint: „Die Drascha war ein gelungener Auftakt für Rabbi Folgers Tätigkeiten in Wien und ich wünsche ihm weiterhin alles Gute dafür!“
Seit langen Jahren besteht eine Kultur des Austauschs und wechselseitigen Unterstützung zwischen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Bild © Robert Newald

JÜDISCHE GESCHICHTEN VOM ÜBERLEBEN

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Linz. Albert Lichtblau, Historiker an der Universität Salzburg, referierte an der KU Linz zum "Tag des Judentums" über „Rückkehr oder Exil ...? – Jüdische Überlebensgeschichten und die österreichische Nachkriegsgesellschaft". Lesen Sie den Bericht auf der Website der Diözese Linz. Link

WENN FREMDE IN EUREM LAND WOHNEN

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Graz. Das Motto für den ökumenischen Gottesdienst zum heurigen „Tag des Judentums" in der Grazer Herz-Jesu-Kirche war brandaktuell.mehr …

FEST FÜR MARKUS HIMMELBAUER

Wien. Mit einem Fest voll Emotion und freundschaftlicher Begegnung dankte der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit Markus Himmelbauer für seine fast zwei Jahrzehnte Tätigkeit als Geschäftsführer. Eine bunte Gästeschar kam dazu am 14. Jänner 2016 ins jüdische Gemeindezentrum.
In launigen und dennoch tiefsinnigen Reden würdigten Vertreterinnen und Vertreter der verschedensten Arbeitsbereiche von Markus Himmelbauer seine Initiaiven im Dienst der christlich-jüdischen Verständigung: für die katholische Kirche Weihbischof Helmut Krätzl, für die evangelischen Kirchen Superintendent Thomas Hennefeld und Bischof Michael Bünker sowie Oberrabbiner Chaim Eisenberg für die jüdische Gemeinde.
Eine Delegation aus Budapest, Béla Varga, Jószef Szécsi und Jutta Hausmann, dankte für Himmelbauers Bemühungen um die Vernetzung und grenzüberschreitende Impulse im Donauraum. Koordinierungsausschuss-Vorstandsmitglied Ruth Steiner stellte den Menschen in den Mittelpunklt, Judaistik-Professor Gerhard Langer den Wissenschaftler und Furche Redakteur Otto Friedrich den Aktivisten: Selbst der letzte Redner wusste immer noch neue Facetten des Enagements Himmelbauers zu erwähnen.
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GEDENKSTUNDE IN HIETZING

Wien. Seit drei Jahren begehen die in der Ökumene-Arbeit vernetzten Wiener Dekanate 13-19 den „Tag des Judentums" auf besondere Weise: Sie wollen sich an diesem Tag bei der Besinnung der gemeinsamen Wurzel von Christentum und Judentum auch jüdische Menschen beziehen: nicht nur über sie sprechen, sondern mit ihnen eine gemeinsame Begegnung und Besinnung gestalten, Beziehung und Vertrauen aufbauen. Diese Begegnungen finden jeweils am Ort einer ehemaligen Wiener Synagoge statt, wo auch das Schuldbekenntnis von Christen gegenüber Juden angesichts der Zerstörungen von 1938 viel sinnenfälliger ist.
Nach den Gedenk- und Bedenkveranstaltungen 2014 und 2015 bei der Währinger und Döblinger Synagoge wurde am 18. Jänner 2016 zur Erinnerung an die ehemalige Hietzinger Synagoge ins „Hietzinger Rathaus" eingeladen. Die Gestaltung des Programms hatte Kristin Hübner vom Ökumenekreis Wien 13 zusammen mit der Volkshochschule Hietzing, dem Don Bosco-Haus und mit Unterstützung der Bezirksvorstehung übernommen. Trotz eisiger Kälte waren ca. 100 Personen in den Festsaal des „Hietzinger Rathauses" gekommen.mehr …

DIALOG DER RELIGIONEN

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Am 17. Mai 2016 hat in der Wiener Tandelmarktgasse ein Podiumsgespräch zum Thema »Der christlich-jüdische Dialog aus Sicht der jüdischen Gemeinden« stattgefunden. Eine spürbare Zurückhaltung der jüdischen Gemeinden, manchmal auch verbunden mit Skepsis und etwas Argwohn in diesem Dialog ist durchaus zu verstehen. »Dialoge« zwischen Juden und Christen in der Vergangenheit hatten offen oder verdeckt immer das Ziel, die jüdischen „Dialogpartner“ zum Christentum zu bekehren.
Die Kirchen haben nach der Shoa ganz offiziell der Judenfeindschaft eine Absage erteilt. Es gibt aber in allen Kirchen noch viele Menschen mit der Auffassung, dass die Kirche bei ihrer Mission die Juden nicht ausklammern soll. Hier haben die Kirchen noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.mehr …

EINE UMARMUNG, DIE DIE UMARMTEN SCHMERZT - EIN KOMMENTAR ZUR PODIUMSDISKUSSION DER JUBILÄUMSREIHE

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Schon im Theologiestudium legte sich mir die Ansicht nahe, dass der Ewige christlichen und jüdischen Gläubigen ganz verschiedene Zores macht. Wie sehr Traditionen, Kultur und Geschichte uns prägen und uns mit einem ganz anderen Fokus und Verständnis an die Dinge herangehen lassen, wurde auch in der letzten Podiumsdiskussion zur Sicht der jüdischen Gemeinden auf den christlich-jüdischen Dialog sichtbar. Während der Generalsekretär der IKG – in unseren jüdischen ahierarchischen Strukturen auch nur eine jüdische Stimme unter vielen, wenn auch eine belesene, erfahrene und mit Kompetenzen und Vertrauen ausgestattete – meinte, ein theologischer Dialog sei nicht sinnvoll zu führen, spielte der Rückbezug auf das theologische Fundament bei fast jeder der Wortmeldungen von christlicher Seite eine zentrale Rolle.mehr …

KOORDINIERUNGSAUSSCHUSS FÜR CHRISTLICH-JÜDISCHE ZUSAMMENARBEIT MISSBILLIGT UMSTRITTENE UNESCO-RESOLUTION

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Im Exekutivrat der UNESCO – dem Gremium, das zwischen den alle zwei Jahre stattfindenden Generalkonferenzen die Geschäfte dieser Einrichtung führt – wurde eine am 12. Oktober 2016 eingebrachte Resolution zu „Occupied Palestine“ am 18. Oktober unverändert angenommen. Verfasst wurde sie von Algerien, Ägypten, dem Libanon, Marokko, dem Oman, Katar und dem Sudan. Der stellvertretende palästinensische Unesco-Botschafter Munir Anastas sagte: "Die Resolution erinnert Israel daran, dass es die Besatzungsmacht in Ostjerusalem ist." Der Staat Israel wird dementsprechend in dem Dokument nie anders angesprochen als mit „Israel, the occupying Power“. Er rief die israelische Regierung auf, den "Missbrauch" islamischer Kultstätten zu beenden, etwa durch archäologische Grabungen.
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LIKRAT ("IN BEGEGNUNG") - JÜDISCHE JUGENDLICHE IM DIALOG IM SCHULUNTERRICHT

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Likrat (Hebräisch für „Aufeinander zugehen“) möchte SchülerInnen einen umfangreichen Einblick rund um das Thema Judentum vermitteln. Jüdische Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren besuchen Schulen und andere Gruppen von Gleichaltrigen. Sie stellen das Judentum authentisch in seinem Facettenreichtum vor. Die Jugendkomission der IKG hat das schweizer/deutsche Erfolgsprojekt auch nach Wien geholt.
DAS BESONDERE LIEGT IM DETAILmehr …

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