Die Ökumenepreis-Dokumentation „Tag des Judentums.

20170601_174821_c_ThomasDasek-EPD (003)_600Einstimmungen in den Tag des Judentums 2014-2018 – Christen und Juden gemeinsam“, hg. Elisabeth Lutter, ist erschienen und wird am 31. Jänner 2018 beim Ökumenischen Empfang des Herrn Kardinals Dr. Christoph Schönborn präsentiert werden.

Die Arbeitsgemeinschaft „Vernetzte Ökumene Wien West“ (Dekanate 13-19) gibt es seit 2005. Es geht ihr darum, ökumenisch-gemeinsam das „Testament Jesu“ zu erfüllen, „dass alle (Christen) eins seien“ und in diesem Geist zentrale Anlässe des Kirchenjahres zu gestalten: Passion, Pfingsten, Erntedank - und auch den „Tag des Judentums“. Dieser wurde im Jahr 2000 vom ökumenischen Rat der Kirchen eingeführt, um am Vorabend der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen an deren gemeinsame Wurzeln im Judentum zu erinnern – und an die gemeinsame Schuld: die Feindschaft mit den Juden bis hin in die Katastrophe der Schoa. Ein jährlicher ökumenischer Gottesdienst des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich ist diesem Gedenken gewidmet.
Die „Vernetzte Ökumene Wien West“ hat dazu das Motto formuliert: „Nicht über die Juden, sondern mit ihnen reden“, damit aus Feindschaft, Misstrauen und Leid neues Verständnis für einander und neues Vertrauen entstehen kann. In diesem Sinn veranstaltet sie seit fünf Jahren „Einstimmungen in den Tag des Judentums“: nicht in einer Kirche und nicht mit einem Gottesdienst, um auch jüdischen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, sondern jedes Mal an einem anderen Ort einstigen jüdischen Lebens und Glaubens, etwa in Erinnerung an eine 1938 zerstörte Synagoge. Hier wird auch für nachgeborene Generationen das christliche Schuldbekenntnis und das jüdische Totengebet nachvollziehbar, Friedensbitten werden zum persönlichen Bedürfnis, das Lesen gemeinsamer Texte aus dem Ersten Testament machen die gemeinsamen religiösen Wurzeln deutlich. Weil diese „Einstimmung“ immer an einem anderen Gedenkort stattfindet, werden immer breitere, nicht nur christliche, sondern auch „fernerstehende“ Bevölkerungskreise in diese Gedenk- und Trauerarbeit einbezogen, die jeweilige christlich-jüdische Lokalgeschichte des Umfeldes wird lebendig und regt zur persönlichen Auseinandersetzung an.

Die bisher fünf Veranstaltungen dieser Art wurden von der Initiatorin Dr. Elisabeth Lutter nun dokumentiert und als Publikation herausgegeben, um als Anleitung auch von anderen Pfarren oder Gemeinschaften genützt zu werden und so – über die Ökumene hinaus – weitere Kreise der Bewusstseinsbildung und der christlich-jüdischen Zusammenarbeit zu ziehen. Für dieses Projekt erhielt die „Vernetzte Ökumene Wien-West“ im Reformationsgedenkjahr 2017 den erstmals vergebenen Ökumenepreis zuerkannt. Der evangelische Bischof Michael Bünker und der katholische „Ökumene-Bischof“ Manfred Scheuer übergaben ihn gemeinsam den VertreterInnen der „Vernetzten Ökumene Wien West“, die Laudatio hielt Univ.Prof.in Regina Polak.

Die Herausgabe der Dokumentation wurde vom Innovationsfonds der Erzdiözese Wien gefördert. Das Buch wird allen Mitgliedskirchen des ÖRKÖ, allen österreichischen Bischöfen (Diözesen), allen Wiener Dekanaten mit ihren Ökumene-Beauftragten sowie den ReferentInnen der Veranstaltungen und wichtigen MultiplikatorInnen zur Verfügung gestellt.

Dr. Elisabeth Lutter, Vikariatsausschuss „Ökumene“ Wien

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