Tag des Judentums

Lebensgeschichten zwischen Judentum und Christentum Tag des Judentums 2020

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V.l.n.R.: Dr. Harry Merl; Martin Kranzl-Greinecker (christl.-jüd. Komitee OÖ), Dr.in Charlotte Herman (IKG Linz), Prof.in. Dr.in Birgit Kirchmayr (JKU Linz), Mag. Günter Merz (christl.-jüd. Komitee OÖ), Mag.a Gudrun Becker (christl.-jüd. Komitee OÖ), Bischof Dr. Manfred Scheuer, Brigitta Oberforster-Nagar, Ing.lic.theol. Elias Ungar.


Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung des christlich-jüdischen Komitees zur Veranstaltung zum Tag des Judentums am 16.1.2020 an die Katholische Privat-Universität Linz. Unter dem Titel „Leben zwischen Judentum und Christentum – in Vergangenheit und Gegenwart“ gingen die Referentinnen und Referenten der Frage nach, wie Judentum, Christentum oder auch beide Religionen die Identität von Menschen prägen.
Im historischen Teil des Abends zeigte Prof.in Dr.in Birgit Kirchmayr (JKU Linz) wie in der nationalsozialistischen Ideologie die Identität von Menschen von außen durch die fatalen „Nürnberger Rassegesetze“ bestimmt und festgelegt wurde. Wer „jüdisch“ war wurde durch „Blutsdefinitionen“ bestimmt. Die eigene Glaubenszugehörigkeit oder Religiosität spielte dabei keine Rolle. Mit perfiden Begriffen wie „Mischling“, „volljüdisch“, „halbjüdisch“ und „vierteljüdisch“ wurden Menschen kategorisiert. Kirchmayr beschrieb anhand zweier Biographien von Frauen aus Linz die konkreten Auswirkungen dieser schrecklichen Definitionen und Gesetze. Die beiden Christinnen waren aufgrund einer Beziehung mit einem Juden bzw. eigenen jüdischen Vorfahren direkt davon betroffen. Kirchmayr mahnte ein diese schrecklichen Begriffe und Logiken immer wieder zu hinterfragen, zu dekonstruieren und die herabwürdigende und menschenfeindliche Ideologie dahinter zu entlarven.
Ing. lic.theol. Elias Ungar gab Einblicke in seine bewegte Lebens- und Familiengeschichte, die sich zwischen Judentum und Christentum ereignete. Sein jüdischer Vater und seine zum Judentum konvertierte (zuvor katholische) Mutter schafften es während der NS-Herrschaft Österreich zu verlassen und nach Palästina zu emigrieren. Sie kehrten nach dem Krieg nach Linz zurück, wo auch Elias Ungar geboren wurde. Sein geistiger und spiritueller Lebensweg führte ihn vom Judentum über den Katholizismus, vom Engagement in Friedensbewegungen bis hin zum Noviziat in einem Kloster am Berg Athos und danach zum Studium der Orthodoxen Theologe, später zum Studium der Religionswissenschaft und Judaistik. In einem sehr persönlichen Vortrag beleuchtete er die Fäden seines Lebensteppichs und reflektierte die Muster, die daraus im Rückblick erkennbar wurden.
In einer Gesprächsrunde (Moderation: Mag. Günter Merz) tauschten sich die Gäste darüber aus, was es heute bedeutet jüdisch zu sein oder jüdische Wurzeln zu haben. Brigitta Oberforster-Nagar lebte lange Zeit mit ihrer Familie in Israel und seit kurzem wieder in Oberösterreich. Sie konvertierte vor über 15 Jahren zum Judentum und erzählte vom Leben als Jüdin in einer überwiegend christlichen Gesellschaft einer kleinen Landgemeinde. Dr. Harry Merl, langjähriger Arzt am ehem. Wagner-Jauregg-Krankenhaus und Begründer der systemischen Familientherapie in Österreich, überlebte als eines der wenigen jüdischen Kinder die NS-Zeit in Wien. Er beschrieb u.a. die „jüdische Zurückhaltung“, ein Bedürfnis nicht aufzufallen, das sich bei vielen jüdischen Menschen nach der NS-Schreckensherrschaft tief eingeprägt hat. Dr.in Charlotte Herman wuchs in Linz auf, lebte dann in Israel und ist seit 2013 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in Linz. Sie erzählte von ihrer jüdischen Kindheit in Linz und ihren Erfahrungen in der Kultusgemeinde.
Eines zeigte der Abend deutlich: Religionen sind keine abgeschlossenen Inseln. Auch Judentum und Christentum sind miteinander verwoben, auch in Lebensgeschichten von Menschen - aufgrund von Konversionen, interreligiösen Ehen oder einfach dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit.
Mag.a Gudrun Becker (Referat für Ökumene und Judentum)

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Martin Jäggle: Bibelessay Jesaja 49,3-6 für Ö1 Lebenskunst 19.1.2020

Meine Volksschulzeit habe ich zum größten Teil bei einem Bauern in Oberösterreich, dem Edtbauern, verbracht. So hat sich für mich als Kind der Stadt eine ganz andere Welt erschlossen. Ich habe mir völlig neue Wirklichkeiten kennen gelernt. So hat der Nachbarbauer, der Ortner, einen Knecht gehabt, den Much. Der ist mit der Familie nicht verwandt gewesen, hat aber zum Hof gehört. Dort ist er in Dienst gewesen - sein Leben lang. Ohne Much war der Ortner für mich nicht vorstellbar.
Wenn ich später in der Kirche das Wort „Knecht“ gehört habe, oder gar vom „Knecht Gottes“, hatte ich stets diesen Much vor Augen. Ein Mensch mit Würde – ein Leben lang im Dienst. Die andernorts vielfache Ausbeutung von Knechten war mir damals fremd.
Heute ist das Wort Knecht ein Wort aus einer vergangenen Zeit. Heute will niemand Knecht sein und schon gar nicht ein „Knecht Gottes“. Dafür ist Knecht mit „geknechtet sein“ zu eng verbunden. Aber das war für mich der Much eben nicht.
So habe ich mit dem Bild vom Much auch die Worte zu Beginn der Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja verstanden: „Du bist mein Knecht.“ Es geht hier um Beziehung und Dienst. Bestätigt bin ich viel später geworden durch die „Bibel in gerechter Sprache“. Die übersetzt nämlich diese Stelle mit: „Du stehst in meinem Dienst!“
So sind für mich in jungen Jahren „Du bist mein Knecht“ ermutigende Worte gewesen. Ich habe mich angesprochen gewusst, beansprucht, in Dienst genommen „für das Heil der Welt“, wie es am Ende des Textes von heute heißt. Und für mich ist Gott jene Macht, die die Rettung aller Menschen will, die für die ganze Welt eine gute Zukunft verheißt. Worte wie die von Jesaja haben die je persönliche, ganz verschiedene Berufung gestärkt, auch meine. Natürlich habe ich mich nicht als moderner Prophet Jesaja von heute verstanden.
Erst viel später in meinem Leben bin ich aufmerksam geworden, von wem hier konkret die Rede ist: „Du bist mein Knecht, Israel“. Danach hat es lange gedauert, bis ich begonnen habe, die Folgen zu verstehen, Israel auszublenden oder einfach zu überlesen. Die Worte des Propheten Jesaja sind nun einmal an das Volk Israel gerichtet, wollen es ermutigen und die Berufung des Volkes Israel in Erinnerung rufen: „Ich mache dich zum Licht der Völker.“ Schon bei der Berufung Abrahams heißt es: „Ein Segen sollst du sein. (…) Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.“
Die Verheißungen des Propheten Jesaja an das historische Volk Israel gelten für Jüdinnen und Juden heute noch. Jesaja wird sogar als zweiter Prophet nach Mose angesehen. Angesichts dessen bedeutet, den Bezug zum biblischen Israel ganz auszublenden, die jüdische Wirklichkeit heute für bedeutungslos zu erklären. Das historische Volk Israel bzw. das Judentum wird enteignet, indem der Text des Propheten ohne Israel angeeignet wird. In der christlichen Lesart wird mit Hilfe der Worte des Propheten Jesaja Jesus als der „Knecht Gottes“ verstanden. Das ist legitim, soweit mit Jesus nicht Israel ersetzt wird.
„Du bist mein Knecht, Israel.“ Seitdem ich darauf aufmerksam geworden bin, kann ich den bleibenden, Jahrtausende alten Bund Gottes mit seinem Volk Israel, dessen Kind Jesus ist, besser würdigen. Und es ist in mir eine große Dankbarkeit gewachsen für alles, was das Christentum, die Kirche, ja die ganze Menschheit dem Volk der Bibel verdankt. Heute ist es besonders das Buch des Propheten Jesaja, das wie kein anderes im Neuen Testament zu Wort kommt. Ich finde, es ist ein Buch voll Hoffnung und Verheißung für alle.

"Tag des Judentums": Kirchen gegen antisemitische "Fake News"

"Wer 'Fake News' über Juden verbreitet, ist kein Christ": Das hat Dechant Ferenc Simon, Vertreter der katholischen Kirche im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, bei der Einstimmung in den "Tag des Judentums" am Donnerstagabend in Wien hervorgehoben. Das jährlich am 17. Jänner begangene Gedenken der christlichen Kirchen sei gerade jetzt nötig, angesichts von neuerlicher Hetze gegen Juden in europäischen Ländern bis hin zu offener Gewalt, so der katholische Geistliche im Festsaal der Bezirksvorstehung Brigittenau. Die Veranstaltung solle klarstellen, "dass wir Antisemitismus niemals, weder in der Vergangenheit noch in Gegenwart und Zukunft, dulden".

Simon verwies auf Gewalttaten an der jüdischen Bevölkerung, zu welchen die Verbreitung von Falschnachrichten über sie im Laufe der Geschichte geführt hätten; darunter neben den Gräueln des Holocausts auch frühere Verfolgungen, Pogrome und zweimalige Ausweisungen aus Wien in den Jahren 1420 und 1670. Auch die Kirchen hätten sich daran beteiligt: Vor 350 Jahren sei an der Stelle der einstigen Synagoge die Pfarrkirche St. Leopold errichtet worden, erinnerte der Dechant. Koordinierungsausschuss-Präsident Martin Jäggle verwies darauf, dass die in Wien-Brigittenau liegende Pfarre St. Johannes Kapristan bis heute den Namen eines "Hetzers gegen Juden" trage.

Gemeinsam mit dem altkatholischen Pfarrer Thomas Wetschka trug Simon bei dem interreligiösen Abend ein Schuldbekenntnis und Vergebungsbitten der christlichen Kirchen vor. Gerne hätten sich die Kirchen Gaben wie das Alte Testament, den Gottesdienst, die Verheißungen und den Bund Gottes zu seinem Volk Israel angeeignet, hieß es darin. An diesem hätten sie jedoch jahrhundertelang "namenloses Leid und Tod" verursacht: Christen hätten sich am Volk Israel "schuldig gemacht" und seien auch heute "nicht wachsam genug, wenn Menschen wegen ihrer jüdischen Herkunft oder ihres Glaubens angefeindet und verachtet werden".

Erinnern an einstige Vielfalt

Der Gedenkabend wurde heuer zum siebten Mal veranstaltet. Jährlich findet er in einem anderen Wiener Gemeindebezirk statt und ruft dessen jeweilige jüdische Geschichte in Erinnerung. Wien-Brigittenau habe früher gemeinsam mit der Leopoldstadt die so genannte "Mazzes-Insel" gebildet, dem Gebiet mit dem höchsten Anteil jüdischer Bevölkerung Wiens, hob die Moderatorin des Abends, Elisabeth Lutter, hervor. Deutlich machten dies auch jüdische Schulen wie das heutige Gymnasium Karajangasse, das in NS-Zeiten bei laufendem Betrieb als Anhaltegefängnis fungierte, wie auch die beiden Synagogen in der Kluckygasse und Kaschlgasse, deren Gedenken die Veranstaltung zum "Tag des Judentums" gewidmet war.

Benjamin Nägele, der neue Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), bezeichnete den "Tag des Judentums" als wichtigen Anstoß der christlichen Kirchen, um an das einst vielfältige jüdische Leben in Österreich zu erinnern. Juden und Christen verbinde u.a. die im Alten Testament beschriebene "Sorge um Gerechtigkeit", die auch das gemeinsame "Nie wieder!" zum Antisemitismus sagen ließen. Nägele würdigte zudem die Bemühungen des Brigittenauer Bezirks, an das vielfältige jüdische Leben von einst zu erinnern und die eigene Geschichte aufzuarbeiten, u.a. durch historische Stadtspaziergänge und eine seit 1999 bestehende Gedenkausstellung im Brigittenauer Gymnasium.

Wie schwer es sei, Urteile über Akteure von einst zu fällen, zeigten Beiträge der Historikerin Tina Walzer und des Mediziners und Synagogen-Forschers Pierre Genee, die u.a. die Rolle von Benjamin Murmelstein (1905-1989) beleuchteten. Der aus Galizien stammende Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien im Brigittenauer Tempel und spätere Judenälteste im Ghetto Theresienstadt kooperierte mit den Nationalsozialisten als Leiter deren Wiener "Auswanderungsabteilung" und sei stolz auf die "gute Zusammenarbeit" mit dem im NS-Regime für die Verfolgung, Vertreibung und Deportation von Juden zuständigen Adolf Eichmann gewesen - auch bei den KZ-Transporten, wie Walzer erklärte. Genee betonte indes, Murmelsteins Kontakt zur Gestapo habe 70.000 Juden zur legalen Ausreise verholfen und somit gerettet. Er sei ein "Sinnbild jüdischer Tragik" jener Zeit gewesen.

Lernprozess muss weitergehen

Nägeles Vorgänger als IKG-Generalsekretär, Raimund Fastenbauer, hob Fortschritte im Umgang mit dem jüdischen Erbe und der Geschichte hervor, warnte zugleich aber vor neuen Bedrohungstendenzen. So habe sich in Österreich einerseits der schulische Zeitgeschichte-Unterricht in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert, der Besuch der Gedenkstätte Mauthausen sei zum Teil der Schulbildung geworden, das Weltkriegsende-Gedenken am 8. Mai werde mittlerweile als "Tag der Befreiung" gefeiert und auch die christlichen Kirchen hätten mit dem Zweiten Vaticanum eine deutliche "Umkehr" in ihrer Beziehung zum Judentum vollzogen. "Es ist etwas geschehen. Doch leider bedurfte es dazu der Shoah", so Fastenbauer.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen sei Wachsamkeit gegenüber neuem Antisemitismus "von rechts, von links und von islamistischer Seite" jedoch unbedingt angebracht, hob der Alt-Generalsekretär der IKG hervor. "In Frankreich packen Juden heute wieder ihre Koffer, und in der EU-Hauptstadt Brüssel wird Juden geraten, besser keine Kippa zu tragen", so Fastenbauer. In Ostdeutschland erstarke die Neonazi-Szene wieder und an Vorfällen wie in der Synagoge von Halle werde sichtbar, "dass psychopathische Einzeltäter eine latente Bedrohung darstellen".

Besondere Sorgen bereiten Fastenbauer muslimische Immigranten und Flüchtlinge, die "nicht von Geburt an Antisemiten sind, doch antisemitisches Gedankengut in ihrer Heimat mitbekommen haben"; ebenso auch die Nachkommen der Gastarbeiter in zweiter oder dritter Generation, die "wegen mangelhafter Integration anfällig für Radikalisierung" seien. Derselbe Lernprozess, den das Christentum gemacht habe, müsse auch der Islam durchlaufen, forderte der ehemalige IKG-Generalsekretär. "Auch im Koran und in den Hadithen müssen antisemitische Auslegungen überwunden werden."

Wurzeln deutlich machen

Die Initiative zum "Tag des Judentums" geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums begangen. Das Datum dafür wurde bewusst gewählt: So sollen die Kirchen den Geist dieses Tages in die anschließende weltweite "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner) weiter tragen; denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter. Die Wiener Einstimmung zu dem Tag wurde von der Initiative "Vernetzte Ökumene Wien West" in Zusammenarbeit mit dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit veranstaltet.

Gesammelte Berichte zum "Tag des Judentums" sowie zur "Gebetswoche um die Einheit der Christen" bietet ein Kathpress-Themenschwerpunkt unter www.kathpress.at/oekumene

Ökumenische Vergebungsbitte: Kirchen feiern "Tag des Judentums"

Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die christlichen Kirchen in Österreich des "Tages des Judentums" (17. Jänner) gedacht. Der vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ausgerichtete Gottesdienst fand am Freitagabend in der Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde Wien-Süd statt. Ihm stand der neue ÖRKÖ-Vorsitzende Prof. Rudolf Prokschi vor. In seiner Predigt unterstrich Prokschi, dass der "Tag des Judentums" zugleich ein Tag des gemeinsamen christlichen Bittens um Vergebung für das Leiden sei, welches der christliche Antisemitismus immer wieder in der Geschichte über die Juden gebracht habe. "In ökumenischer Verbundenheit denken wir an das Volk Israel, weil es uns alle etwas angeht". So solle laut Prokschi sichtbar werden, "wie wertvoll uns allen das Judentum ist".

Die Bitte um Vergebung sei stets an die Hoffnung auf Versöhnung geknüpft, führte der ÖRKÖ-Vorsitzende im Gespräch mit "Kathpress" weiter aus. Eine solche Versöhnung könne gewiss nicht verordnet werden, vielmehr sei die Grundbedingung für gelingende Versöhnung die Erinnerung. Im Rückblick auf die eigene Geschichte könnte schließlich keine christliche Kirche von sich behaupten, sich nicht einmal schuldig gegenüber dem Judentum gemacht zu haben.

Bei dem Gottesdienst erinnerte außerdem der Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Martin Jäggle, an die Gründung des Ausschusses vor 64 Jahren. Damals, im Jahr 1956, sei es noch außergewöhnlich gewesen, dass Jüdinnen und Juden sich auf das Gespräch mit Christen einließen. Heute würde der vom Koordinierungsausschuss strukturierte Dialog u.a. in den Bereichen Bildung und Wissenschaft erfolgreich weiter geführt, so Jäggle.

An dem Gottesdienst nahmen u.a. der griechisch-orthodoxe Bischofsvikar Ioannis Nikolitsis, Pastorin Esther Handschin, Superintendent Matthias Geist, der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic teil.

Der "Tag des Judentums" wurde im Jahr 2000 vom ÖRKÖ eingeführt mit dem Ziel, dass sich Christen in besonderer Weise ihrer Wurzeln im Judentum und ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden. Zugleich soll mit und an diesem Tag auch das Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert werden. Die Initiative zum "Tag des Judentums" geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück.

Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums begangen. Das Datum dafür wurde bewusst gewählt: So sollen die Kirchen den Geist dieses Tages in die anschließende weltweite "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner) weiter tragen; denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter.

Weitere Informationen und Meldungen rund um den "Tag des Judentums" und die "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" im Kathpress-Dossier unter www.kathpress.at/oekumene

Quelle: www.kathpress.at/oekumene

Plädoyer für einen »Sonntag des Judentums«

Prof. Dr. Martin Jäggle

Seit über 20 Jahren begehen die Kirchen Österreichs jeweils am 17. Jänner den "Tag des Judentums". Als Gedenktag im Kirchenjahr führte der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) diesen Tag ein. Christinnen und Christen sollen ihrer Wurzeln im Judentum und ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusstwerden. Zugleich lädt dieser Tag ein, an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte zu gedenken. Wie sehr sich der "Tag des Judentums" in diesen Jahren etabliert hat, zeigen die vielfältigen Veranstaltungen und Gottesdienste in Österreich. Was mit "Gedenktag" begonnen hat, wurde um einen "Lerntag" erweitert, um einen "Tag des Lernens vom Judentum". Das hat vielfältige Formen und findet an unterschiedlichen Orten statt.

Entscheidend dabei ist, nicht über das Judentum zu lernen, sondern vom Judentum und besonders mit mit Jüdinnen und Juden.

An Schulen und Jugendzentren werden jüdische Jugendliche eingeladen, um über ihre Religion mit Gleichaltrigen ins Gespräch zu kommen. Unterstützung finden solche Initiativen bei LIKRAT, dem Dialogprojekt mit Jugendlichen der Jüdischen Gemeinde.

In den Sonntagsgottesdiensten der Kirchen werden für die Homilie zu den Lesungen aus dem Alten/Ersten Testament jüdische Schriftauslegungen herangezogen, weil die Christen "viel von der jüdischen Exegese lernen" können, wie der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Josef Ratzinger, betonte.

Das Katholische Bibelwerk und die Österreichische Bibelgesellschaft laden einen international führenden Rabbiner zu einem Vortrag über jüdische Schriftauslegung ein und die Jüdische Gemeinde stellt dafür ihr Gemeindezentrum zur Verfügung. Entscheidend dabei ist, nicht über das Judentum zu lernen, sondern vom Judentum und besonders mit mit Jüdinnen und Juden.

Der Wunsch von Dechant Ferenc Simon, Diözesanbeauftragter für jüdisch-christliche Zusammenarbeit in der Erzdiözese Wien, nach einem "Sonntag des Judentums" hat eine innere Logik, wie er treffend sagt: "Wir hätten dann zwei thematische Sonntage, die wie eine Klammer die ‚Gebetswoche für die Einheit der Christen‘ rahmen würden. Den 'Sonntag des Judentums' am Beginn und den 'Sonntag des Wortes Gottes' am Ende der Gebetswoche."

2021 ist der 17. Jänner ein Sonntag. Dann wird aus dem "Tag des Judentums" ein "Sonntag des Judentums" und alle Kirchen können in ihren Sonntagsgottesdiensten dem Anliegen des "Tag des Judentums" entsprechen. Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit wird sie dabei unterstützen.

So würden die Kirchen auch ihrer Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus gerecht werden, einer Aufgabe, die erstmals im Regierungsprogramm 2020-2024 einen breiten Raum einnimmt. Zugleich wäre dies eine angemessene Antwort im Gedenken der "Wiener Gesera" und ihr blutiges Ende am 12. März 1421.

Dr. Martin Jäggle ist Präsident des Koordinierungsausschusses für jüdisch-christliche Zusammenarbeit.

Quelle: https://www.katholisch.at/standpunkt/jaeggle/tagdesjudentums

Sonntag des Judentums

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Tag des Judentums 2020 (Furche)

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Linz

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Einstimmung


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„Einstimmung in den Tag des Judentums 2020“
in Brigittenau
Donnerstag, 16.01.2020, 19.00 Uhr
Bezirksvorstehung Brigittenau, Wien 20
Gedenken an zwei Synagogen
Kluckygasse 11-13 (1899/1900, Arch. Gartner), Kaschlgasse (1931/32, Arch. Katlein)

Zusammen mit:
Israelitische Kultusgemeinde, GS Dr.Raimund Fastenbauer, Dr. Benjamin Nägele
Altkatholische Kirche, Pfr. Thomas Wetschka
Röm.kath. Kiche (1020, Am Tabor), Dechant Ferenc Simon

Ablauf

Mazltov-Musik, - Prof. Oprießnig
Begrüßung: (und Moderation) - Dr. Elisabeth Lutter
Eröffnung: Bezirksvorsteher Hannes Derfler
Grußworte: Benjamin Nägele (IKG Wien), Ferenc Simon (Dechant Wien 2 +20), Pfr. Wetschka (altkath.Kirche)
„Die Mazzesinsel“ - Zeit- und Sozialgeschichtliches zur jüdischen Gemeinde in der Brigittenau: Mag. Tina Walzer
Projekt Brigittenauer Gymnasium, Karajan-Gasse: Wie eine Schule zum Gestapo-Gefängnis wurde - Geschichts-Aufarbeitung mit Schülern: „Niemals vergessen!“ – Dr. Silvia Ruschak-Schneider
Bericht zur gegenwärtigen Situation der Gemeinde: „Alles wieder normal wie früher?“ GS IKG Dr. Raimund Fastenbauer
Zeitzeugenbericht: E. Lutter liest aus Hans GamlieL: „Jüdische Kindheit im Nachkriegswien“
Zu den Synagogen Kluckygasse, Kaschlgasse: Pierre Genée
Musikal. Überleitung: Mazltov-Musik
Spiritueller Teil, Einführung und AT-Text: Univ.Prof.em.Dr.Martin Jäggle
Kaddish (Jüdisches Totengebet): Mag. Shmuel Barzilei, IKG Oberkantor(angefragt) – Schuldbekenntnis – Friedensbitten (Wetschka, Simon)
Schlussgedanken: Prof. Dr.Awi Blumenfeld (Päd.Hochschule Wien-Krems)
Abschlussmusik und Agape
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Tag des Judentums

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Tag des Judentums

71fe2f42-dadd-4595-8193-857848bb9116TAG DES JUDENTUMS 2020: Wer oder was ist der „Knecht Gottes“?

Dienstag, 14. Jänner 2020 um 18:30 Uhr,
Gemeindezentrum der IKG
Seitenstettengasse 4, 1010 Wien

Jüdische Schriftauslegung zu Jesaja 42
Rabbiner Moshe Baumel im Gespräch mit Rabbiner Schlomo Hofmeister.
Die Propheten werden in der christlichen Interpretation als Vorausblick auf Jesus hin gedeutet. Besonders die Gestalt des leidenden Gottesknechts bei Jesaja wird im Neuen Testament mit Jesus identifiziert.
An diesem Abend erwarten Sie neue Impulse aus der jüdischen Tradition, wie diese den „Knecht Gottes“ betrachtet. Rabbiner Baumel beleuchtet verschiedene Ansätze der jüdischen Auslegung zu Jesaja 42, 1-9 aus rabbinischer Zeit bis zur Moderne mit Textquellen.

Anmeldung bis 10.01.2020: info@christenundjuden.org oder Tel.: 01 479 73 76 mehr …

Tag des Judentums 2019 in Linz

Zeitreise zu Orten jüdischen Lebens und Glaubens in Linz.
Tag des Judentums 2019

Am Do., 17.1.2019 folgten über 180 BesucherInnen, darunter auch Bischof Dr. Manfred Scheuer und Bischof em. Dr. Maximilian Aichern der Einladung des christlich-jüdischen Komitees OÖ zum diesjährigen Tag des Judentums an der Katholischen Privat-Universität. Außerdem konnte auch Mag. Dr. Walter Schuster, Direktor des Archivs der Stadt Linz, als Ehrengast begrüßt werden. Die ReferentInnen Casimir Paltinger; Wolfram Starczewski, Mag.a Verena Wagner; Mag. Günter Merz und Dr.in Charlotte Herman führten gemeinsam mit Mag.a Gudrun Becker, Leiterin des christlich-jüdischen Komitees, mithilfe von Stadtplänen, Videoeinspielungen, Dialogsequenzen, Fotos und Bildern, Plänen, Familiengeschichten und persönlichen Erinnerungen durch die Geschichte jüdischen Lebens und Glaubens in Linz vom 14. bis ins 20. Jahrhundert.

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Ökumenischer Gottesdienstes am Tag des Judentums in Graz

„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ lautete das Thema des ökumenischen Gottesdienstes am Tag des Judentums (17. Jänner), der dieses Jahr in der Heilandskirche stattfand. Die biblische Lesung (3. Mose 19) wurde diesmal von Schauspielstudierenden der Kunstuniversität Graz (Univ.-Prof. Werner Strenger) von verschiedenen Orten des Kirchenraumes aus zu Gehör gebracht. Mit diesem biblischen Wort standen die Gebote im Zentrum des Gottesdienstes, die zu sozialem und solidarischen Verhalten auffordern. Dr. Stefanie Plangger, katholische Theologin und Geschäftsführerin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, konzentrierte sich in ihrer Predigt auf das in der Tora zentrale Gebot der Nächstenliebe und interpretierte es in der ebenfalls möglichen Übersetzung „Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du“. Mit dieser Lesart werde eine Nähe zum anderen geschaffen, die allein durch das Menschsein begründet ist, gleichzeitig werde aber auch eine heilsame Distanz zum Nächsten gewahrt. Denn er ist eben gerade nicht wie ich. Das Gebot der Nächstenliebe, das wir Christen wie auch andere wesentliche Glaubensinhalte der jüdischen Tradition zu verdanken haben, habe sich im praktischen Tun auszuwirken, so z.B. auch in christlich-jüdischer Zusammenarbeit, so Dr. Plangger.
Der Gottesdienst wurde von einem Team aus dem Vorstand des Grazer Komitees unter Leitung von Dr. Peter Ebenbauer vorbereitet und von VertreterInnen der Römisch-katholischen, der Evangelischen, der Evang.-methodistischen und der Orthodoxen Kirchen geleitet.
Musikalisch gestaltete den Gottesdienst Kantor Thomas Wrenger an der Orgel.

Sabine Maurer

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Zeitreise zu Orten jüdischen Lebens und Glaubens in Linz

Vor 170 Jahren - im Jahre 1849 - entstand in Linz eine bedeutende jüdische Gemeinde, die allerdings im Zuge des Holocaust 1941-43 vernichtet wurde. Rund 800 Juden lebten 1938 in Oberösterreich, der Großteil in Linz, Steyr und Wels. Unter ihnen waren erfolgreiche Unternehmer, wie die Industriellenfamilien Spitz und Mostny, Ärzte wie Eduard Bloch (er war Hausarzt von Adolf Hitlers 1907 verstorbener Mutter Klara), aber auch viele Familien, die in bescheidenen Verhältnissen lebten.mehr …

6. Einstimmung in den Tag des Judentums – diesmal in Ottakring

Zum sechsten Mal lud die Vernetzte Ökumene Wien West (Dekanate 12-19) zu ihrer „Einstimmung“ in den Tag des Judentums, verstanden als Ergänzung zum Gottesdienst des „Ökumenischen Rates der Kirchen“ aus diesem Anlass, „um nicht nur der gemeinsamen Wurzeln der christlichen Kirchen im Judentum, sondern der christlich-jüdisch gemeinsamen Wurzeln im Glauben an den einen Gott Abrahams“ zu gedenken; und zwar „Christen und Juden gemeinsam!“ - so das Motto der alljährlichen Veranstaltung, erklärte Elisabeth Lutter bei ihrer Begrüßung. Über 120 Gäste waren der Einladung in die Bezirksvorstehung Ottakring gefolgt, um des Hubertempels und der verdienstvollen Familie Kuffner zu gedenken. Auch der Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde, Mag. Raimund Fastenbauer, war gekommen und mit ihm der Oberkantor Mag. Shmual Barzilei, um später das Totengebet für die verfolgen und ermordeten Juden aller Pogrome bis in die Shoa zu singen. Ebenso war Dr. Willy Weisz als Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusamenarbeit anwesend, zusammen mit Präsident Univ.Prof. Dr. Martin Jäggle, der als einer der Referenten später selbst das Wort ergriff.
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Martin Jäggle: Integration – eine Friedensarbeit?!

Der 1938 zerstörte Hubertempel hat uns hier zusammengeführt und wir gedenken auch der vernichteten jüdischen Gemeinde, die ihn erbaut hat, damit er ihrem Lob des Ewigen und ihrem Lernen diene. Wir vermissen heute nicht nur das Gebäude, sondern auch die Jüdinnen und Juden dieser Gemeinde. Die Dämonisierung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung hat ihren Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben gesichert und ihnen das Recht auf Leben genommen. Als es notwendig war, gab es dann zu wenig Gerechte, aber mehr als wir wissen. Derer ist auch zu gedenken. Das gesellschaftliche, politische und kirchliche Paradigma für das Zusammenleben war damals Exklusion der jeweils Anderen. Wäre Integration heute eine Lösung?
Der Anspruch, ja die Forderung nach Integration sind verständlich und doch ambivalent. Woran wäre denn erkennbar, dass Integration gelungen ist? Wenn alle dasselbe essen, trinken, sprechen, sich in gleicher Weise kleiden, verhalten und dieselben Feste feiern? Gelten als voll integriert jene, die sich nicht mehr von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden oder wenn die Mehrheitsgesellschaft sie nicht mehr als störend empfindet?
Biblisch lässt sich kein Anspruch auf eine so verstandene Integration begründen. Kein Bibeltext ist im Kontext einer homogenen Gesellschaft entstanden. Migrationserfahrungen aller Art prägen die Bibel, alle sozialen Forderungen orientieren sich am Gemeinwohl, sogar wenn Israel in der Minderheit ist wie im babylonischen Exil, gilt: „Suchet das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Wohl liegt auch euer Wohl!“ (Jer 29,1) Gemeinwohl wird nicht durch Einordnung oder Unterordnung verwirklicht. Zu diesem Gemeinwohl gehört der gesellschaftliche Zusammenhalt und gehört die Sorge um ein gutes Leben für alle, und die sind verschiedenen.
Die Demokratiefähigkeit einer Gesellschaft entscheidet sich am Umgang mit Verschiedenheit. Wir brauchen eine „Kultur der gegenseitigen Anerkennung“ (Charles Taylor), wir brauchen eine Schule des gemeinsamen Lernens an Unterschieden. Wer - aus welchen Gründen auch immer - meint, Vielfalt bekämpfen zu müssen, schwächt zugleich die Menschenrechte. Denn aus menschenrechtlicher Sicht sollen alle Menschen „die Chance haben, eigene Lebensentwürfe in Freiheit zu finden und zu verwirklichen.“ (Heiner Bielefeldt)
Integer bedeutet unversehrt und Integration demnach Wiederherstellen einer Einheit. Diese Einheit kann nur eine „Einheit in Vielfalt“ sein, so das Motto der EU. Ohne Dialogprozesse, ohne Prozesse der Auseinandersetzung und Verständigung wird diese Art der Integration aber nicht möglich sein. Zwei wichtige Praxisformen des Dialogs seien hier benannt:
– „side by side“: Hier geht es um gemeinsame Förderung von Gemeinwohl und Gerechtigkeit, wofür gegenseitiger Respekt und Offenheit notwendig sind. - „face to face“: Hier geht es um ein Gespräch, in dem auch Schmerz- und Kritikpunkte benannt werden, in der Begegnung zu Freundschaft werden und der spirituelle Reichtum geteilt werden kann.
Wir brauchen neue Formen des Miteinanders verschiedener kultureller und religiöser Beheimatungen und sozialer Herkünfte. Der Prophet Heskiel, den meisten unter Ezechiel bekannt, gibt Israel Hoffnung, vielleicht auch uns:
„Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich beseitige das Herz aus Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz aus Fleisch.“ (Ez 36,26)

ÖRKÖ Gottesdienst

EINSTIMMUNG IN DEN TAG DES JUDENTUMS 2019 IN OTTAKRING

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Graz

„Wenn dein Kind dich fragt…“

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Anlässlich des Tags des Judentums fand erstmals eine gemeinsame Veranstaltung des Grazer Komitees für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Jüdischen Gemeinde Graz statt. Zum Thema „Wenn dein Kind dich fragt…“ Jüdische und christliche Zugänge zu religiöser Erziehung heute referierten die Prof. für Religionspädagogik und Katechetik an der Kathol.-Theol. Fakultät der Universität Wien, Dr. Andrea Lehner-Hartmann, und der Präsident der Jüdischen Gemeinde in Graz, MMag. Elie Rosen. Elie Rosen hob die zentrale Rolle der Familie bei der Weitergabe jüdischer Tradition und religiöser Werte hervor. Andrea Lehner-Hartmann betonte die Wichtigkeit, Kinder in ihren existentiellen Fragen ernst zu nehmen und mit ihnen gemeinsam nach Antworten zu suchen. Christine Rajič, die Moderatorin, brachte anschließend die beiden Vortragenden und das zahlreich erschienene Publikum miteinander ins Gespräch.
Sabine Maurer

„Unsere gemeinsame Hoffnung“

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Unsere gemeinsame Hoffnung“ lautete heuer das Motiv des ökumenischen Gottesdienstes am Tag des Judentums (17. Jänner). Erstmals fand die Feier in der Stadtpfarrkirche statt. Hier lag das mittelalterliche jüdische Viertel bis zur Vertreibung der Juden aus Graz im 15. Jahrhundert.
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Die Vision des Propheten Jesaja von der Versöhnung der Völker durch Gottes Gerechtigkeit und Frieden bildete den Kern des Gottesdienstes. Die Predigt hielt Prof. Martin Jäggle, Vorsitzender des österreichischen Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Er bezog die biblische Vision in eindrücklicher Weise auf drängende Fragen nach Gerechtigkeit und Recht in den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen Österreichs. Musikalisch wurde die Feier durch den Chor der Stadtpfarrkirche unter der Leitung von Andrea Fournier bereichert.

Peter Ebenbauer

Erich Leitenberger: Die Kirchen kommen einander umso näher, je mehr sie sich Jesus Christus nähern

Kardinal Schönborn würdigt beim traditionellen Ökumenischen Empfang in Wien positive Signale – Ehrenmitgliedschaft der Stiftung „Pro Oriente“ für Metropolit Arsenios und den koptischen Bischof Anba Gabriel

Ein eindrucksvolles Bild der Ökumene, das er 1991 bei seinem TV-Antrittsinterview als Wiener Weihbischof mit dem legendären „Anchorman“ Robert Hochner erstmals verwendet hatte, stellte Kardinal Christoph Schönborn am Mittwochabend an den Beginn des traditionellen Ökumenischen Empfangs im Erzbischöflichen Palais: Die christliche Ökumene als Rad mit Jesus Christus als Nabe und den Konfessionen als Speichen, die einander umso näher kommen, je mehr sie sich der Nabe nähern. Im Rückblick auf das Jahr 2017 nannte der Wiener Erzbischof zwei positive ökumenische Großereignisse: Das 500-Jahr-Gedenken der Reformation, ein „gesegnetes Jahr, das uns gelehrt hat, den Auftrag Jesu neu zu sehen und ihn gemeinsam zu leben“ und das 50-Jahr-Gedenken des Aufbruchs der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche, bei dem Papst Franziskus deutlich gemacht habe, dass man die Mühe der theologischen Ökumene weiterführen müsse, historische Kirchen und Freikirchen aber vor allem vor der Aufgabe stehen, gemeinsam voranzugehen. Positive Signale bedeuteten aber auch die spirituelle und missionarische Erneuerung in den Kirchen, die sehr lebendige „christliche Immigration“ (mehr als die Hälfte der Immigranten in Österreich sind Christen) und das „singuläre ökumenische Projekt“ der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien-Krems, an der die Ausbildung der Religionslehrkräfte für den Pflichtschulbereich von den verschiedenen Kirchen gemeinsam getragen wird, so der Wiener Erzbischof. Wörtlich meinte Kardinal Schönborn: „Es hilft auch meinem Kleinglauben, zu sehen, dass Christus wirklich am Werk ist“. mehr …

Die Ökumenepreis-Dokumentation „Tag des Judentums.

20170601_174821_c_ThomasDasek-EPD (003)_600Einstimmungen in den Tag des Judentums 2014-2018 – Christen und Juden gemeinsam“, hg. Elisabeth Lutter, ist erschienen und wird am 31. Jänner 2018 beim Ökumenischen Empfang des Herrn Kardinals Dr. Christoph Schönborn präsentiert werden.

Die Arbeitsgemeinschaft „Vernetzte Ökumene Wien West“ (Dekanate 13-19) gibt es seit 2005. Es geht ihr darum, ökumenisch-gemeinsam das „Testament Jesu“ zu erfüllen, „dass alle (Christen) eins seien“ und in diesem Geist zentrale Anlässe des Kirchenjahres zu gestalten: Passion, Pfingsten, Erntedank - und auch den „Tag des Judentums“. Dieser wurde im Jahr 2000 vom ökumenischen Rat der Kirchen eingeführt, um am Vorabend der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen an deren gemeinsame Wurzeln im Judentum zu erinnern – und an die gemeinsame Schuld: die Feindschaft mit den Juden bis hin in die Katastrophe der Schoa. Ein jährlicher ökumenischer Gottesdienst des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich ist diesem Gedenken gewidmet. mehr …

Jäggle: Tag des Judentums

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Das Alte Testament dient im gesellschaftlichen und kirchlichen Alltag zu oft als eine Art Negativfolie des Neuen Testamentes, ja es wird sogar ein Gegensatz zwischen dem Testament des Gesetzes und dem Testament der Liebe konstruiert, und als "alttestamentarisch" werden besondere Unmenschlichkeiten, Grausamkeiten und Grauslichkeiten bezeichnet.

Dabei sind das Gebot der Nächstenliebe und die Sorge um die Feinde im Alten Testament fest verankert, das Neue Testament erinnert daran. Und "Aug um Aug" war keine Strafformel, sondern eine Regelung für den zu leistenden Schadenersatz und das Schmerzensgeld, usw. Das negative Vorzeichen, mit dem das Alte Testament versehen ist, fördert, ja festigt die Ablehnung des Judentums. Zu bedenken, wie das Christentum mit seinem Antijudaismus die Shoa vorbreitet und ermöglicht hat, würde die Rede vom christlichen Europa mit jener Scham verbinden, die zur Reinigung des Gedächtnisses und zur Erneuerung christlichen Glaubens führt.

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Wien: Gedenken an jüdisches Gemeindeleben vor 1938

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Vertreter der Kirchen bekennen christliche Schuldgeschichte am Antisemitismus - Kultusgemeinde-Generalsekretär Fastenbauer mahnt gemeinsame Wachsamkeit von Christen und Juden gegen Antisemitismus ein

Der Erinnerung an das jüdische Gemeindelebens in Wien-Hernals vor 1938 war am Dienstagabend in der Bezirksvorstehung eine Veranstaltung gewidmet. Vertreter von katholischer und evangelischer Kirche, der Kultusgemeinde und der Politik ergriffen dabei das Wort. Evelyn Adunka, Autorin des Buches "Jüdisches Leben in der Wiener Vorstadt - Ottakring und Hernals", berichtete, dass damals von den 175.000 Mitgliedern der Wiener Kultusgemeinde 2,6 Prozent, also etwa 4.500 Menschen, in Ottakring, und 2 Prozent in Hernals lebten. Die Veranstaltung fand im Vorfeld des "Tages des Judentums" statt, den die christlichen Kirchen immer am 17. Jänner begehen.
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Einladung Tag des Judentums

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„Er gewährte seinem Volk Erlösung und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten.“ (Psalm 111,9)

Dieser Vers und ein Foto eines ganz alten Ölbaums mit tiefen Wurzeln aus dem Garten Getsemani in Jerusalem hat viele Frauen und Männer inspiriert, einer Einladung zu einem Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Tag des Judentums, der weltweit am 17.1. gefeiert wird, nachzukommen. Dieses Jahr war die röm.kath. Pfarrgemeinde St. Johann Nepomuk in der Leopoldstadt die Gastgeberin.mehr …

EINSTIMMUNG IN DEN „TAG DES JUDENTUMS“ IM GEDENKEN AN DEN TURNERTEMPEL

Bereits zum vierten Mal  hat die „Vernetzte Ökumene Wien West“ am 16. Jänner 2017 eine Einstimmung in den „Tag des Judentums“ auf  besondere Weise gestaltet, diesmal in Erinnerung an den Turnertempel  der ehemaligen Kultusgemeinde Sechshaus, im topografischen Dreieck mit der Vereinssynagoge „Storchenschul“ und dem jüdischen Gemeindehaus Herklotzgasse 21.mehr …

JÜDISCHE GESCHICHTEN VOM ÜBERLEBEN

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Linz. Albert Lichtblau, Historiker an der Universität Salzburg, referierte an der KU Linz zum "Tag des Judentums" über „Rückkehr oder Exil ...? – Jüdische Überlebensgeschichten und die österreichische Nachkriegsgesellschaft". Lesen Sie den Bericht auf der Website der Diözese Linz. Link

WENN FREMDE IN EUREM LAND WOHNEN

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Graz. Das Motto für den ökumenischen Gottesdienst zum heurigen „Tag des Judentums" in der Grazer Herz-Jesu-Kirche war brandaktuell.mehr …

GEDENKSTUNDE IN HIETZING

Wien. Seit drei Jahren begehen die in der Ökumene-Arbeit vernetzten Wiener Dekanate 13-19 den „Tag des Judentums" auf besondere Weise: Sie wollen sich an diesem Tag bei der Besinnung der gemeinsamen Wurzel von Christentum und Judentum auch jüdische Menschen beziehen: nicht nur über sie sprechen, sondern mit ihnen eine gemeinsame Begegnung und Besinnung gestalten, Beziehung und Vertrauen aufbauen. Diese Begegnungen finden jeweils am Ort einer ehemaligen Wiener Synagoge statt, wo auch das Schuldbekenntnis von Christen gegenüber Juden angesichts der Zerstörungen von 1938 viel sinnenfälliger ist.
Nach den Gedenk- und Bedenkveranstaltungen 2014 und 2015 bei der Währinger und Döblinger Synagoge wurde am 18. Jänner 2016 zur Erinnerung an die ehemalige Hietzinger Synagoge ins „Hietzinger Rathaus" eingeladen. Die Gestaltung des Programms hatte Kristin Hübner vom Ökumenekreis Wien 13 zusammen mit der Volkshochschule Hietzing, dem Don Bosco-Haus und mit Unterstützung der Bezirksvorstehung übernommen. Trotz eisiger Kälte waren ca. 100 Personen in den Festsaal des „Hietzinger Rathauses" gekommen.mehr …

JÜDISCHES LEBEN IN DÖBLING

Wien. Eine ökumenische Initiative lud am 15. Jänner zu einem Festakt in die Villa Wertheimstein ein. Erinnert wurde an die 1938 zerstörte Döblinger Synagoge, gestiftet 1907 von Julius Lederer. Eine Gedenktafel in der Dollinergasse 3 erinnert an sie.
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EIN VORGESCHMACK AUF DIE KOMMENDE WELT

Hofmeister, der seit 2008 in Wien als Gemeinderabbiner tätig ist, erklärte, dass alles im täglichen jüdischen Leben einen spirituellen Aspekt habe. Menschen sollen tätig sein, und was sie geschaffen hätten, stünde dann für ihr Leben zur Verfügung. Aber diese Tätigkeit im realen Leben habe auch eine Auswirkung auf die parallele, geistliche Dimension. Entsprechen wir dem Willen Gottes in der physischen Dimension des irdischen Lebens, dann tun wir auch dem Körper in der geistlichen Parallelrealität Gutes, entsprechen wir diesem Willen nicht, schwächen wir diesen geistlichen Körper.Anders gesagt: Der Mensch nutzt in der geistlichen Dimension nach seinem Tod das, was er sein Leben lang geschaffen hat.
Der Schabbat, so Hofmeister, sei ein Vorgeschmack auf diese kommende Welt. Denn auch am siebenten Tag nutzen Juden nur das, was sie während der Woche geschaffen und vorbereitet haben haben. Am Schabbat gebe es keine neue schöpferische Tätigkeit und kein Planungen für die kommende Woche.
Hofmeister erklärte, alle Gebote hätten ihren Sinn. Die sieben noachidischen Gebote (Verbot von Mord, Diebstahl, Götzenanbetung, sexuelle Unmoral, Brutalität gegen Tiere, Gotteslästerung und das Gebot der Einführung von Gerichten als Ausdruck der Wahrung des Rechtsprinzips) seien für alle Menschen gültig, und notwendig für eine funktionierende Gesellschaft. Die 613 Gebote der Tora, worunter auch die Zehn Gebote und somit die Schabbatvorschriften fallen, seien für Nichtjuden nicht relevant.
Und um Verwirrung zu vermeiden, hätten die christlichen Kirchenväter damals bewusst den Sonntag als christlichen heiligen Tag festgelegt.
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Christen haben eben keinen Schabbat, sondern einen als Ruhetag konzipierten wöchentlichen Festtag.
„DER SCHABBAT IST KEIN KARGES DASEIN"
In der nachfolgenden Diskussion beantwortete Hofmeister zahlreiche Fragen der interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer und räumte einige Missverständnisse aus.
Nein, es sei einem Juden nicht erlaubt, ihm am Schabbat verbotene Tätigkeiten durch einen Nicht-Juden erledigen zu lassen. Ja, an diesem Tag sei eben nur das verfügbar, was vorher geschaffen wurde. Nicht nur am Schabbat, sondern genauso jeden anderen Tag der Woche finden in den Synagogen morgens, mittags und abends die dreimal täglichen Gottesdienste statt; der Schabbat ist also kein besonderer "Synagogen-Gehtag".
Aber: Die Schabbatvorschriften dürfen nicht, sondern müssen sogar übertreten werden, wo Leben in Gefahr ist, und auch in spezifischen Fällen, wo durch ein und dieselbe Handlung ein Gebot zu erfüllen ist, obwohl dieselbe Handlung in anderem Zusammenhang am Schabbat verboten wäre: zum Beispiel der Schnitt bei der Beschneidung eines acht Tage alten Buben.
„Der Schabbat ist kein karges Dasein", betont Hofmeister. Das Judentum an und für sich sei lebensbejahend und freudig, aber immer im Maß. Wichtiger sei der goldene Mittelweg. Am Schabbat fühle man besonders stark, dass die irdische Welt einen spirituellen Zweck hat.
Heinz Weinrad, Pfarre St. Johann Nepomuk
 
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ERINNERUNG AN DEN WÄHRINGER TEMPEL

ERINNERUNG AN DEN WÄHRINGER TEMPEL
Wien. Am 16. Jänner 2014 fand in der Kapelle der Schulbrüder in der Schopenhauerstraße eine Gedenkfeier an den Währinger Tempel statt. Das 1938 zerstörte Gotteshaus stand in der Schopenhauerstraße 39.
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ie Initiative und die Einladung für diese Gedenkfeier ging aus vom Ökumenekreis des Dekanates 18 in Zusammenarbeit der ökumenisch vernetzten Dekanate 13 bis 19.
Nach der Begrüßung durch Dechant Norbert Rodt (kath., Gersthof) sprach Professor Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, einleitende Worte. Er zitierte Papst Franziskus: „Gott ist dem Bund mit Israel immer treu geblieben, und die Juden haben trotz aller furchtbaren Geschehnisse dieser Jahrhunderte ihren Glauben an Gott bewahrt. Dafür werden wir ihnen als Kirche, aber auch als Menschheit, niemals genug danken können."mehr …

GERECHTIGKEIT, GERECHTIGKEIT, IHR SOLLST DU NACHJAGEN!

Graz. Rektorin Christa Schrauf (Diakonie Gallneukirchen OÖ) hielt die Predigt beim diesjährigen Gottesdienst zum „17. Jänner – Tag des Judentums" in der Grazer Heilandskirche.
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„Das Streben nach Gerechtigkeit gehört zu den zentralen Inhalten des jüdischen Glaubens", betonte sie. Der Gerechtigkeit solle nachgejagt werden, weil sie ein Miteinander gelingen lässt und sozialen Frieden gewährleistet, so Schrauf bei ihrer Auslegung der Worte aus dem 5. Buch Mose 16,20:
Gerechtigkeit, Gerechtigkeit - ihr sollst du nachjagen, damit du Leben hast und das Land in Besitz nehmen kannst, das der Herr, dein Gott, dir gibt. mehr …

DER JÜDISCHE JESUS

Wien. „Um Jesus streiten Christen und Juden von Anfang an“, sagte Rabbiner Schlomo Hofmeister bei einem Gesprächsabend am 30. Jänner im Nepomuksaal in der Leopoldstadt: „Nur mit dem Unterschied: Heute trinken wir im Anschluss an unser Gespräch ein Glas miteinander, vor 600 Jahren wäre ich am Ende auf dem Scheiterhaufen gelandet.“
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WERTSCHÄTZUNG FÜR DAS ALTE TESTAMENT

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Innsbruck. Für eine Aufwertung des Alten Testaments in der Kirche sprach sich der Superintendent von Salzburg-Tirol, Olivier Dantine, bei einem Vortrag am 16. Jänner aus. "Die Bibel ist ein Ausdruck für die enge Verbundenheit mit dem Judentum. Das gilt selbstverständlich für das von uns so genannte Alte Testament."

SCHABBAT UND SONNTAG: TAG DES JUDENTUMS IN SALZBURG

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Salzburg. „Durch die Erlösung wird es weder Krieg noch Leid auf der Welt geben. Gott wird einen Messias schicken“, sagte der Berliner Rabbiner Daniel Alter am „Tag des Judentums“ an der Theologischen Fakultät der Universität. Der römisch-katholische Theologe Rudolf Pacik sprach von der Geschichte des Sonntags, von der Sabbat-Feier im frühen Christentum bis hin zum Tag der Arbeitsruhe und des Gottesdienstes seit Konstantin. Lesen Sie mehr auf der Website der Erzdiözese Salzburg (link).

GOTTESDIENST DES ÖKUMENISCHEN RATES DER KIRCHEN ZUM TAG DES JUDENTUMS


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Wien. Es ist die Pflicht aller Christinnen und Christen, sich gemeinsam mit ihren jüdischen Mitmenschen gegen jede Form von Antisemitismus zu stellen. Das hat die evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner in ihrer Predigt beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zum "Tag des Judentums" betont.mehr …

TAG DES JUDENTUMS 2013: VORTRAG IN LINZ

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Linz. Prof. Hans Hermann Henrix (Aachen) sprach am 16. Jänner an der Katholisch Theologischen Privatuniversität Linz. Er erzählte, wie die Erklärung "Nostra Aetate" des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen entstand und welche bedeutende Wirkungsgeschichte sie hat.

GOTTES LICHT UND GLANZ IM WIDERSCHEIN DES JÜDISCHEN UND CHRISTLICHEN WEGES

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde der Tag des Judentums am 17. Januar in der Herz-Jesu-Unterkirche in Graz feierlich begangen.
Mit dem Entzünden von Kerzen und einem Lichtersegen nahm man das Thema „Gottes Licht und Glanz im Widerschein des jüdischen und christlichen Weges“ zu Beginn symbolisch auf. Im Zentrum der Feier stand die biblische Erzählung von der Darstellung Jesu im Tempel Lk 2, 21-40.mehr …

TAG DES JUDENTUMS IN LINZ

Am 17. Jänner 2012 fand an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität (KTU) zum elften Mal ein Vortrag zum Tag des Judentums statt. Veranstalter waren das Christlich-Jüdische Komitee OÖ, das Referat für Ökumene und Weltreligionen der Diözese Linz, die KTU, das Forum St. Severin und das Evangelische Bildungswerk.
 
Referent war DDr. Johann Maier aus Mittenwald, emeritierter Professor für Judaistik am Martin-Buber-Institut der Universität Köln. Er hatte bereits 2006 an der KTU zum Thema „Von der Leidensgeschichte Jesu zur Leidensgeschichte der Juden. Folgen missbräuchlicher Verwendungen neutestamentlicher Aussagen“ referiert. In seinem Vortrag heuer ging Prof. Maier auf die „Bandbreite des Judentums heute“ ein, in die er nicht nur das Spektrum religiöser Juden, von orthodox bis liberal, sondern auch die säkularen Juden unterschiedlicher Couleurs einbezog.
 

„KIRCHEN DURCH GEMEINSAME VERWURZELUNG IM JUDENTUM VERBUNDEN“


Wien. Beim ökumenischen Gottesdienst zum „Tag des Judentums“ der christlichen Kirchen in Österreich, hat der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura die gemeinsame Wurzel aller christlichen Konfessionen im Judentum hervorgehoben.

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Gerade für die Einheit der Christen habe das Judentum eine besondere Bedeutung, betonte Dura. „Bei allen Trennungen der Christenheit untereinander ist allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind“, so Dura wörtlich in seiner Predigt am Dienstagabend beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zum „Tag des Judentums“.
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MICHAEL STAIKOS (1946-2011)

Mit höchster Wertschätzung gedenkt der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit des verstorbenen Metropoliten Erzbischof Dr. Michael Staikos.

Unter seinem Vorsitz beschloss der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, alljährlich den 17. Jänner als "Tag des Judentums" zu begehen. Am 17. Jänner 2010 erinnerte er aus diesem Anlass in der rumänisch-orthodoxen Kirche Wien Simmering daran, dass ein Christentum ohne Bezugnahme auf seine jüdische Grundlage wie "ein Baum ohne Wurzeln" sei. Das liturgische Beten der Orthodoxie sei zutiefst vom Alten Testament geprägt. Mit Recht habe der Heilige Athanasios von Alexandrien verlangt, dass jeder aus der Kirche ausgeschlossen werden sollte, der "das Alte Testament vom Neuen Testament trennen möchte". Staikos unterstrich die Bedeutung des intensiv gepflegten Dialogs zwischen der orthodoxen Kirche und dem Judentum. Der Dialog dürfe aber nicht nur auf der Ebene theologischer Kommissionen geführt werden, er müsse auch das Volk einbeziehen.
Seine persönliche Überzeugung war, dass es ganz generell keine Alternative zum Dialog gibt: "Der echt geführte Dialog kann immer helfen und erst dann noch mehr, wenn die Beziehungen der Partner oder der Gegner in tieferen Krisen geraten. Deshalb halte ich auch nichts davon, wenn manche immer wieder mit dem Abbruch der Gespräche und es Dialogs drohen, wenn die Situation oder Beziehungen kritischer werden. Wenn der Dialog verweigert wird, ist die friedliche Koexistenz der Menschen ernsthaft gefährdet."
Wir verlieren mit Metropolit Michael wichtigen einen Weggefährten des christlich-jüdischen Dialogs, dem die Erneuerung der Kirchen aus dem Geist christlich-jüdischer Begegnung ein ernsthaftes Anliegen war. Und wir sind stolz darauf, dass für ihn unsere Initiative in dieser Richtung bedeutsam war: "Das Gespräch des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich mit den Juden ist auch ein Ergebnis dieser mühevollen Arbeit des Koordinierungsausschusses, durch welchen auch die Orthodoxe Kirche in Österreich den Weg zum hiesigen Judentum gefunden hat", würdigte Meropolit Michael 2006 zum 50-Jahr-Jubiläum des Koordinierungsausschusses unsere Zusammenarbeit.

"Als einer, der den Metropoliten seit seiner Ankunft in Wien vor fast fünfzig Jahren kennt, bin ich voll Trauer", erklärt Koordinierungsausschuss-Präsident Martin Jäggle. Der Tod Staikos' ist "ein großer Verlust für die Orthodoxe Kirche, die Ökumene, für Österreich und darüber hinaus".

EIN HAUS FÜR ALLE VÖLKER

Gottesdienst zum Tag des Judentums 2011 in Graz.
 
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"Ein Haus für alle Völker" lautete das Thema des Gottesdienstes zum Tag des Judentums am 17. Jänner 2011 in der evangelischen Heilandskirche Graz. Profesdssin Irmtraud Fischer hielt dabei die Predigt. Sie sprach davon, dass nach der Hebräischen Bibel die Völker Zugang zum Heil durch Israel erhalten. Im ausgewählten Predigttext Jesaja 19,18-25 wage sich der Prophet sehr weit vor, wenn er in einer Art Vision die Völker Assur und Ägypten, die traditionell feindlichen Nachbarn Israels, jeweils als Volk des Gottes Israels bezeichne. Die Christenheit als eines der „Völker“ könne nur hoffen, dass sie in dieses Heil vermittelt durch Israel hineingenommen werde.

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Trinks, Ulrich: DIE SCHWEDISCHE MISSION IN DER SEEGASSE

Für den 17. Jänner rufen die christlichen Kirchen in Österreich zum “Tag des Judentums“ auf. Die zentrale Veranstaltung des Jahres 2001 in Wien fand im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Pfarrgemeinde im 9. Bezirk statt. Das Haus in der Seegasse Nr. 16 wurde 1973 von der lutherischen Kirche erworben als die “Schwedische Mission in Wien“ sich ganz zurückzog, wie in vielen anderen europäischen Hauptstädten außerhalb Schwedens auch, nachdem schon etwa 40 Jahre zuvor die missionarische Arbeit unter Juden zu einer dem Dialog verpflichteten Aufgabe geworden war.mehr …