Trauer um Marko Feingold

Sehr geehrter Herr Präsident Oskar Deutsch,
voll Trauer haben wir erfahren, dass Marko Feingold verstorben ist. Sein Ableben ist ein großer Verlust für seine Frau, die jüdischen Gemeinden und ganz Österreich. Wie kaum ein anderer konnte Marko Feingold die Erinnerung an die Verbrechen der Zeit des Nationalsozialismus wachhalten – trotz seiner Lebensgeschichte ohne jede Bitterkeit. Sein Einsatz für „Nie wieder!“ und für tiefgreifende Versöhnung, seine Erschütterung über antisemitische Vorfälle in der Gegenwart und sein unermüdliches Engagement für ein gutes Zusammenleben in Österreich sind beeindruckend und herausfordernd. Ihm war auch wichtig, dass die Stätten des Grauen erhalten bleiben und nicht verändert werden.
Am Grab von Marko Feingold nehmen wir heute Abschied von einem wundervollen Menschen. Doch der Schmerz des Abschiednehmens ist verbunden mit der Übernahme der Verpflichtung, seine Lebensaufgabe für Aufklärung und Bildung der nächsten Generationen fortzusetzen, eine Verpflichtung, die eigentlich alle in Österreich betrifft, besonders die politisch Verantwortlichen und die Kirchen.
Als Vertreter des Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit nimmt der Vizepräsident Dr. Willy Weisz am Begräbnis Teil und bringt so unsere Verbundenheit mit dem Verstorbenen, unsere Dankbarkeit ihm gegenüber und unsere Anteilnahme mit seiner Frau Hanna und den jüdischen Gemeinden zum Ausdruck.
In Trauer verbunden
Martin Jäggle
Präsident des Koordinierungsausschuss für christlich jüdische Zusammenarbeit

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