ABTREIBUNG: JEDWEDER VERGLEICH MIT DEM HOLOCAUST IST ABZULEHNEN

Im Rahmen aktueller Diskussionen gab es öffentliche Stellungnahmen, in denen Abtreibung mit dem Holocaust verglichen wurde. Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit weist darauf hin, dass jedweder Vergleich mit dem Holocaust abzulehnen ist, auch in Bezug auf Abtreibung.


Deutlich ist in diesem Fall ein Unterschied herauszustreichen: Der Holocaust war mit den Machtmitteln des Staates organisiert und war Mord. Abtreibungen sind hingegen nicht vom Staat organisiert, sondern Entscheidungen einzelner Personen.

Beim Vergleich von Abtreibungen mit dem Holocaust wird das Ungeheuerliche der Schoa als dramatisierendes Schlagwort in die Auseinandersetzung geworfen. Der Holocaust wird durch diese Emotionalisierung missbraucht. Der Vergleich hilft nicht zur Klärung der mit Abtreibung verbundenen ethischen und sozialen Fragen. Die vom Holocaust Betroffenen werden dadurch enteignet, verhöhnt und als Mittel verwendet. Wer solche Vergleiche zieht, hat keine moralische oder intellektuelle Autorität.

Auch wenn es zwischen Juden und Christen, aber auch zwischen den Kirchen unterschiedliche Stellungnahmen zur Frage der Abtreibung insgesamt gibt, so besteht doch Einigkeit in der eindeutigen Zurückweisung dieses absolut unzulässigen Vergleichs. Abtreibung ist ein Thema leidenschaftlicher Diskussion, es soll darüber auch diskutiert und gestritten werden. Nur müssen die Argumente der Sache angemessen sein.

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