Gemeinsam warten - Chanukka und Advent

Eine kleine Anekdote erzählt, dass ein Rabbiner und ein Priester über das Kommen des Messias diskutieren. Wie zu erwarten, können sie sich nicht darauf einigen, ob er in Gestalt von Jesus Christus schon einmal erschienen ist. Aber sie versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden: Warten wir doch gemeinsam! Und wenn er dann eines Tages kommt, woran wir beide glauben, muss man nur gut zuhören. Wenn er sagt: „Da bin ich endlich.“, dann hätten die Juden recht, wenn er sich mit „Da bin ich wieder“ zurückmeldet, dann lägen die Christen richtig.

Uns zeigt sich in dieser kleinen Geschichte die Verschiedenheit, die dennoch verbindet. Die Messiaserwartung, also die Hoffnung auf das Kommen eines Erlösers, ist in beiden Religionen gegeben, nur unter anderen Vorzeichen.

Dieses Jahr gibt es eine interessante Übereinstimmung, die uns wieder zurück an den Anfang, zum Thema „Erwartung“ führt.

Der Vorabend des ersten Tages des Chanukkafestes, an dem die Juden am achtarmigen Leuchter, ein erstes Licht zünden, (wer es besonders schön machen will, zündet Olivenöl in einem kleinen Behälter und nicht Kerzen) fällt dieses Jahr auf den 28. November. Oder, für uns Christen, auf den 1. Advent. Advent, wie wir uns immer wieder in Erinnerung rufen können, bedeutet Ankunft. Unser Warten zielt nicht nur auf die Geburt Jesu Christi zu Weihnachten, sondern auch auf das Wiederkommen des Messias.

Die Juden hingegen feiern die Wiedereinweihung eines Tempels, der in der jüdischen Erinnerung bis heute präsent ist. Die Rückeroberung des Tempels war nur temporär, knapp 250 Jahre später wurde er nach einem verlorenen Aufstand gegen das römische Reich endgültig zerstört. Dennoch wurde das Fest weiterhin begangen, als ein Licht der Hoffnung in ungewissen Zeiten.

Die Entstehung des Chanukka-Festes geht auf Geschichten zurück, die im ersten Buch der Makkabäer verzeichnet sind. Israel war zu dieser Zeit (etwa 164 v. Chr.) von den Seleukiden besetzt, einer griechischstämmigen Herrscherdynastie im heutigen Nahen Osten, die den Tempel in Jerusalem ihren eigenen Göttern umgewidmet hatte. Ein Aufstand der Juden konnte jedoch Land und Tempel befreien. Chanukka erinnert in diesem Sinne an die Wiedereinweihung des Tempels mit acht Tagen der Feierlichkeiten. Diese Dauer von acht Tagen wird mit einer weiteren Erzählung begründet, die berichtet, dass die Juden damals im Tempel nur noch einen kleinen Krug voll rituell reinem Öl finden konnten, das für den Gottesdienst unentbehrlich war. Der Krug enthielt jedoch nur noch Öl für einen Tag. Die Produktion von neuem Öl, das auf spezielle Weise hergestellt werden musste, benötigte acht volle Tage. Die Juden behalfen sich in der Not mit dem vorhandenen Öl und es reichte für alle acht Tage. Zur Erinnerung an dieses Wunder entzünden die Juden noch heute an jedem Abend des Chanukkafestes jeweils ein Licht mehr als tags zuvor.

Dieses Jahr – 2021/5782 – beschert uns der Kalender eine Überraschung, die uns zu einer neuen Perspektive verhilft. Die in der christlichen Bibel überlieferte Geschichte von Chanukka sollte nicht nur dem Judentum, sondern auch dem Christentum ein Grund zum Feiern sein. Radikal lehrt sie, dass Tradition gemeinsam entschieden wird und dass ihr Inhalt aus einer Zerstörung erwachsen kann. Dort wo manche nur Ruinen sehen und der Vergangenheit nachtrauern, dort darf der Hammer (so heißen die Makkabäer wortwörtlich) geschwungen werden!

Berechtigt ist die Frage: Ist es an der Zeit für die Kirche, Chanukka zu feiern? Dieses jüdische Fest steht nicht in der jüdischen, der hebräischen, sondern in der christlichen Bibel, in den beiden Büchern der Makkabäer, die nur in ihrer griechischen Übersetzung erhalten geblieben sind und somit nicht zu den heiligen Schriften des Judentums zählen. Wohlgemerkt die byzantinische Kirchen haben einen eigenen Feiertag für die Makkabäer, allerdings im August.

Der Messias wird entweder sagen „Da bin ich wieder!“ oder „Da bin ich endlich!“. Doch spielt es überhaupt noch eine Rolle, wenn er dann da ist, wer vorher recht gehabt hat? Wenn der Messias zu den Menschen kommt, sollte dann nicht unsere gemeinsame Freude alles Trennende überwiegen? Bis dahin aber könnten wir gemeinsam warten und Chanukka feiern!


Ferenc Simon, Diözesanbeauftragter für die christlich-jüdische Zusammenarbeit
und Willy Weisz, Vizepräsident, Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Gottesbild und Menschenbild im Judentum

In der Reihe der interreligiösen Kamingesprächen widmet sich der Religionswissenschafter und Judaist Juval Katz-Wilfing der Frage nach Gottes- und Menschenbild im Judentum. Er leitet den jüdisch-christlichen Koordinierungsausschuss in Wien.

Es ist der 9. November. Bereits ist es dunkel geworden. Vor 83 Jahren ereignete sich im ganzen deutschen Reich – auch Österreich gehörte dazu – die Reichspogromnacht. Synagogen und jüdische Häuser wurden zerstört. Juden und Jüdinnen wurden getötet. Aus dem Saal der evangelischen Gemeinde unter der Pauluskirche in Feldkirch dringt Licht. Es haben sich zahlreiche Menschen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Religionen und christlichen Konfessionen versammelt. „Die jüdische Stimme fehlt im Dialog“ betonte Pfr. Margit Leuthold in ihrer Begrüßung zum interreligiösen Kamingespräch. „Um so mehr sind wir froh, dass wir im Rahmen des interreligiösen Kamingespräches zu einem gemeinsamen Lernen mit Texten aus der jüdischen Tradition zum Gottesbild und Menschenbild einladen dürfen“.mehr …

Einladung

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Religiöse Symbole in der Kirche St. Barbara in Bärnbach

Vertiefende Perspektiven aus dem jüdisch-christlichen Dialog

Die von Friedensreich Hundertwasser im Jahr 1988 umgestaltete Pfarrkirche St. Barbara in Bärnbach hat konzeptionell in ihrem unmittelbaren Umfeld zwölf Torbögen, die die verschiedenen Weltreligionen und religiösen Vorstellungen symbolisieren und darstellen sollen.

Neben Kreuz, Halbmond oder Buddha findet sich in den Torbögen auch eine Swastika, die als Symbol für den Hinduismus verwendet wird. Im asiatischen Raum ist dieses Symbol relativ häufig zu finden aber dort hat es auch nicht den geschichtlichen Hintergrund der Shoa, also des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden Europas. Eine Swastika in Österreich kann auch als Hakenkreuz wahrgenommen werden und damit Irritation oder Fragen auslösen.

Prof. Markus Ladstätter ging in seinem rund 20 minütigen Kurzvortrag auf die Bedeutung und Entstehung von Symbolen ein. Der Schwerpunkt lag auf den dargestellten Symbolen für das Judentum, also der Menora, dem siebenarmiger Leuchter, und dem Davidstern, sowie auf der schon beschriebenen Swastika.mehr …

Worte anlässlich des Gedenkens der Novemberprogrome 1938, 9.11.2021 Regina Polak, Wien

Wenn wir heute der Novemberpogrome gedenken, erinnern wir uns an jene Ereignisse zwischen dem 7. und 13. November 1938 in Deutschland und Österreich, die für die Jüdinnen und Juden Europas ein neues Kapitel nationalsozialistischer Gewalt aufschlugen: Diese Tage markieren den Übergang von der Diskriminierung und Entrechtung zur systematischen Verfolgung, Beraubung und Vertreibung. Diese Taten fanden nicht im Geheimen statt, sondern waren ein öffentlicher Vorgang. Unter Beteiligung der Bevölkerung und vor den Augen der internationalen Berichterstattung standen Hundertausende Jüdinnen und Juden einer aufgehetzten Meute gegenüber und erlitten Schläge, Erniedrigungen, die Zerstörung ihrer Wohnungen, Häuser und Geschäfte sowie Totschlag und Mord. 1 Die Novemberpogrome waren, wie Raphael Gross es nennt, die „Katastrophe vor der Katastrophe“. Sie bildeten den Auftakt und den Probelauf des NS-Regimes zur systematischen Ermordung von Millionen Juden. Sie waren in ihrem öffentlichen Charakter der erste und sichtbarste Teil der Shoa. 2 Man hätte alarmiert sein können und müssen.

Bis heute werden die mörderischen Ereignisse dieser Zeit in der Erinnerungskultur, in öffentlichen Ansprachen und Reden regelmäßig als „monströse Verirrungen“ oder „Zivilisationsbruch“ betrachtet. Man spricht vom „Unvorstellbaren“, vom „Unbegreiflichen“, vom „Abgrund des Bösen“. Indem man die Täter und Taten solcherart dämonisiert und aus dem Bereich des eigenen Lebens, der eigenen Welt externalisiert, jedenfalls nicht konkret benennt, versucht man den Ereignissen dieser Zeit die Sprengkraft des Schreckens zu nehmen. Das können und dürfen unsere Vorfahren, Väter und Mütter, Groß- und Urgroßeltern nicht getan haben! Das kann und darf in einer so hoch entwickelten Kultur, wie es die europäische und insbesondere die deutsche Kultur damals waren, nicht geschehen sein!mehr …

Gedenken verlangt, den Boden des Antisemitismus auszutrocknen

https://religion.orf.at/radio/stories/3209623/

Es hat viel zu lange gedauert, bis der Opfer der Shoa auch in Österreich gedacht wird. Stand dabei anfangs die erschreckend große Zahl der Opfer im Vordergrund, sind es jetzt die konkreten Menschen. So sollen die „Steine der Erinnerung“ an den Orten, an denen jüdische Wiener_innen gelebt haben, an diese erinnern. Am kommenden Dienstag, den 9. November, wird im Ostarrichipark die „Namensmauern Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Österreich“ eingeweiht. Hier sind alle 65.000 bekannten Namen der Opfer eingraviert. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Synagogen im ganzen damaligen NS-Herrschaftsbereich zerstört. Die Novemberpogrome 1938 waren der Auftakt zur Shoah. Was staatlich organisiert war, hatte im tiefverwurzelten gesellschaftlichen Antisemitismus und Judenhass seinen Rückhalt.
Die gegenwärtige Diskussion um die Erinnerungskultur nimmt jetzt stärker jene Personen in den Blick, die aktiv Judenfeindschaft gefördert haben und noch immer im öffentlichen Raum besonders gewürdigt werden durch Ehrengräber, Straßennamen und Denkmäler. Das führt selbstverständlich zu Kontroversen in Gesellschaft und Politik. Um diese Konflikte kommt man nicht herum, sie sind sogar notwendig, ja sie können heilsam sein, wenn Formen der Auseinandersetzung gefunden werden, die zu einer erneuerten Erinnerungskultur führen. Hier in Wien ist es Karl Lueger, dessen Denkmal unverändert ehern am Luegerplatz steht. Wie können seine Verdienste um die materielle Infrastruktur der Stadt unverändert höher bewertet werden als seine Förderung des Antisemitismus? Antisemitismus war Instrument seiner Politik.
Die Diskussion um die Erinnerungskultur betrifft aber auch z.B. die römisch-katholische Kirche. So war der hl. Johann Kapistran im 15. Jahrhundert ein einflussreicher kirchlicher Akteur bei der Verfolgung von Jüdinnen und Juden bis hin zu einem Pogrom in Breslau, das er persönlich angezettelt hat. Warum ziehen z.B. die Verantwortlichen für die Kirche St. Johann Kapistran in Wien und deren Gemeinde daraus bisher keine Konsequenzen? Weil das für sie eine vernachlässigbare Praxis und Episode im Leben des Heiligen darstellt?
Ganz anders die Pfarrgemeinde Wien-Weinhaus. Der Pfarrer Josef Deckert, nach ihm war 100 Jahre lang der Kirchenplatz benannt, hat im 19. Jahrhundert in der neugebauten Kirche antisemitische Konferenzen abgehalten. Als Propagandaveranstaltungen stellen sie eigentlich eine Art von Kirchenschändung dar. Verhetzung ist eine unsittliche Handlung. Die Pfarrgemeinde hat sich dieser Vergangenheit in beispielhafter Weise angenommen, auch weil sie den Blick weitete auf die jüdischen Opfer im Pfarrgebiet in der Zeit des Nationalsozialismus.
Was noch vielfach aussteht, ist sich den „gefährlichen Bilder“ in Kirchen zu stellen, in denen das Judentum herabgewürdigt, mit Unterstellungen verdächtigt, ja sogar vernichtet wird. Die Auseinandersetzung mit ihnen bietet die Chance, den religiösen Boden des Antisemitismus in Österreich auszutrocknen.

Martin Jäggle
ist Präsident im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Vision

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Bilder

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Grußwort von Rabbiner Schlomo Hofmeister

Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit wurde von Prof. Kurt Schubert, dem Begründer der Judaistikstudien an der Universität Wien, vor 65 Jahren gegründet, um den Mangel an Wissen bezüglich Judentum und jüdisches Leben zu beheben. Auf diesen sind viele antijüdische Vorurteile zurückzuführen, die seit Jahrhunderten das Zusammenleben von Juden mit der christlichen Mehrheitsbevölkerung vergiften und in letzter Konsequenz in den Massenmord der Schoah mündeten. Durch seine Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und dem Dialogangebot, sowie die Kontakte zur christlichen Geistlichkeit und den Politikern in diesem Land konnte bereits viel an Antijudaismus und Antisemitismus abgebaut werden.

Die jüdische Bevölkerung Österreichs hat diese Bestrebungen anerkannt und sich ihrerseits dem durch den Koordinierungsausschuss vermittelten Gesprächsangebot der christlichen Gemeinden und ihrer geistlichen Führung geöffnet, was nach den Jahrhunderten der Feindseligkeiten kein leichter Schritt war. Es ist jedoch gelungen, das Misstrauen in den Annäherungsversuch abzubauen.

Zum fünfundsechzigjährigen Jubiläum wünsche ich namens der Israelitischen Religionsgesellschaft Österreich dem Koordinierungsausschuss noch viele weitere Jahre der erfolgreichen Tätigkeit zu unserem gemeinsamen Wohl.

Rabbiner Schlomo Hofmeistermehr …

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Verantwortlicher in der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche A.B. für das christlich-jüdische Gespräch grüße ich die Feiernden an diesem Abend herzlich und bedaure, nicht unter den Festgästen sein zu können. Zunächst Gratulation dem Koordinierungsausschuss, dem Präsidenten und der Geschäftsführung für diese beständige Weiterentwicklung eines Verständigungsdialoges (Café Abraham, Tag des Judentums etc.). Wir profitieren in unserer Kirche von der Arbeit des Koordinierungsausschusses, bedanken uns dafür und wünschen uns findige Fortsetzungen!
Christlich-jüdische Beziehungen sind auch heute noch mit dem Faktum einer 2000jährigen mörderischen Geschichte schwer zu gestalten. Die Erfahrung der Tödlichkeit einer kirchlichen Theologie lässt einen Dialog zwischen Christen und Juden im Sinne einer Buber’schen Wesensbegegnung zwischen ICH und DU auf längere Sicht wohl noch nicht zu. Umso mehr besteht die Notwendigkeit des Lernens, allerdings kann ein christliches Lernen, das bloß Informationen zum Judentum und seiner Geschichte erarbeitet, nicht genügen. Die Unbelehrbarkeit eines Antijudaismus verlangt nach Kritik und Selbstkritik, v.a. theologischer Aussagen.
Für dieses – aus meiner Sicht – theologische Weiter-Lernen ist die Arbeit des Koordinierungsausschusses unverzichtbar. Auch wenn wir noch meilenweit weit weg sind von einem von tiefem Verständnis getragenen christlich-jüdischem Verhältnis, so sind es die kleinen Schritte, die den Glauben an ein Verstehen fördern können. Dazu brauchen wir Erfahrungen in einem talmud-tora, einem Tora-Lernen, um nicht nur über ein Judentum zu lernen, sondern mit Jüdinnen und Juden die Grundlagenarbeit zu verstärken.
„Geschwisterlichkeit statt Judenfeindschaft“ ist ein hohes Ziel: wir dürfen es mit der Arbeit des Koordinierungsausschusses nicht aus den Augen verlieren!
Einen gelungenen Abend und den shalom untereinander und für die kommenden Jahre wünscht

Karl Schiefermair
Oberkirchenrat
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Grußwort Bischof Manfred Scheuer

Kaum etwas symbolisiert die lange Tradition des österreichischen Antisemitismus besser als ein kleines Relief am Haus Wien 1, Judenplatz 2, das die schrecklichen Ereignisse dokumentiert, die vor 600 Jahren auf der Gänseweide in Wien geschahen.
Von dem eindrucksvollen Standbild des Aufklärers Gotthold Ephraim Lessings ist an der Fassade des sogenannten „Jordanhauses“, in lateinischer Sprache zu lesen:
Durch den Jordanfluss wird der Leib von Krankheit und Übel gereinigt, da weicht selbst verborgene Sündhaftigkeit. So rast die Flamme sich erhebend durch die ganze Stadt im Jahr 1421 und sühnt die grausamen Verbrechen der jüdischen Hunde. Die Welt wurde einst durch die Sintflut gereinigt, doch diesmal wurde die Schuld in den Flammen gebüßt.
Auf Initiative von Kardinal Christoph Schönborn stiftete die Erzdiözese Wien eine Gedenktafel für das Jordanhaus, die Kardinal Franz König am 29. Oktober 1998 enthüllte. Ihr Text lautet:
„Kiddusch HaSchem“ heißt „Heiligung Gottes“ Mit diesem Bewußtsein wählten Juden Wiens in der Synagoge hier am Judenplatz — dem Zentrum einer bedeutenden jüdischen Gemeinde — zur Zeit der Verfolgung 1420/21 den Freitod, um einer von ihnen befürchteten Zwangstaufe zu entgehen. Andere, etwa 200, wurden in Erdberg auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Christliche Prediger dieser Zeit verbreiteten abergläubische judenfeindliche Vorstellungen und hetzten somit gegen die Juden und ihren Glauben. So beeinflußt nahmen Christen in Wien dies widerstandslos hin, billigten es und wurden zu Tätern. Somit war die Auflösung der Wiener Judenstadt 1421 schon ein drohendes Vorzeichen für das, was europaweit in unserem Jahrhundert während der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft geschah. Mittelalterliche Päpste wandten sich erfolglos gegen den judenfeindlichen Aberglauben, und einzelne Gläubige kämpften erfolglos gegen den Rassenhaß der Nationalsozialisten. Aber es waren derer zu wenige. Heute bereut die Christenheit ihre Mitschuld an den Judenverfolgungen und erkennt ihr Versagen. „Heiligung Gottes“ kann heute für die Christen nur heißen: Bitte um Vergebung und Hoffnung auf Gottes Heil. 29. Oktober 1998“
Die eindeutige Positionierung gegen Antisemitismus ist eine Frucht des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit: So heißt es in der Erklärung über das christlich-jüdische Selbstverständnis anlässlich der Wiener Diözesansynode 1971, die Kurt Schubert maßgeblich mitgeprägt hat, dass sich „alle Christen von antijüdischen Affekten freihalten und etwaigen antisemitischen Diskriminierungen seitens anderer entgegentreten müssen.“
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Presseinformation zu Generalversammlung und Feierabend 65 Jahre

Vorstand
Bei der Generalversammlung am 26.0ktober 2021 wurde in Anwesenheit des Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Rudolf Prokschi, folgender Vorstand gewählt:
Jüdisch: Dr. Willy Weisz (Vizepräsident), Mag. Awi Blumenfeld, Univ. Prof. em. Dr. Michel Ash
Evangelisch: Dr. Margit Leuthold (Vizepräsidentin), Mag. Ruth Schelander-Glaser (Schriftführerin), Mag. Stefan Fleischner-Janits
Katholisch: Univ. Prof. i.R. Dr. Martin Jäggle (Präsident), Dechant Ferenc Simon (Finanzreferent), Dr. Elisabeth Birnbaum.
Davon wurden neu in den Vorstand gewählt:
Elisabeth Birnbaum, geb. 1969, promovierte 2007 in Katholischer Theologie mit einer Dissertation zum Buch Judith, forschte und lehrte seitdem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den bibelwissenschaftlichen Instituten der Universität Wien bzw. der Katholischen Privatuniversität Linz und hatte eine Gastprofessur für Biblische Theologie an der TU Dresden inne. Bis 2017 war sie als Projektmitarbeiterin im Rahmen eines FWF-Projekts über die Rezeption des Salomo in der Neuzeit in Musik und Literatur. Seit September 2017 ist sie Direktorin des Katholischen Bibelwerkes.
Awi Blumenfeld, geb. 1966, Historiker, lehrte und forschte an der Bar Ilan Universität/Israel. Schwerpunkte: die Shoah, zeitgenössisch-jüdische Geschichte und Museologie, Antisemitismus, Israel Studies sowie jüdische Religions- und Studienpädagogik. Er leitet das Institut Jüdische Religion an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems sowie die historische Kommission der Claims Conference in Tel Aviv/Wien/Berlin.
Mitchell Ash, geb. 1948, Historiker, war von 1997-2016 Ordentlicher Universitätsprofessor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Wien, seitdem emeritiert. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Allgemeine Wissenschaftsgeschichte, mit Schwerpunkt Wissenschaftswandlungen in politischen Umbruchzeiten. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 2008 war er Gastprofessor in Jerusalem (European Studies Program, The Hebrew University of Jerusalem). Mitchell Ash ist Mitglied von Or Chadasch (Vorstandsmitglied 2006-2018) und Präsident des Israel Studies Center Vienna (seit 2021).
Stefan Fleischner-Janits, geb. 1982, Studium Evangelische Fachtheologie in Wien, mag. theol. Nach einer Journalismusausbildung einige Jahre freier Redakteur für "Die Furche". Seit 1. September 2021 Pfarrer der Evangelischen Messiaskapelle in Wien-Alsergrund, einem geschichtsträchtigen Haus. Dort war die Schwedische Israelmission, die verfolgten Juden zur Ausreise verhalf.

Ehrungen
Die Generalversammlung hat am 26.10.2021 Prof. Helmut Nausner zum Ehrenpräsidenten ernannt und Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Prof. Helmut Nausner war von 1998 bis 2019 Vorstandsmitglied, von 2005-2011 Präsident und 2011-2019 Vizepräsident. U.a. hat er sich erfolgreich eingesetzt für die Einführung von „Tag des Judentums“ jeweils am 17. Jänner, am Vortag der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. Die IKG Wien zeichnete ihn für sein christlich-jüdisches Engagement 2012 mit der Torberg-Medaille.
Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg wird im Frühjahr 2022 das Dokument über die Ehrenmitgliedschaft feierlich übergeben. Was nur in Wien und Österreich möglich ist: Die Gruppe Schalom! Music between friends, eine Idee von Markus Himmelbauer, bei der u.a. em. Bischof Bünker am Schlagzeug sitzt, der Abtprimar Wolf Flöte spielt und Oberrabbiner Eisenberg singt. Miteinander musizieren ist nur möglich, wenn man aufeinander hört. Darum geht es auch im christlich-jüdischen Dialog.

Beim anschließenden Feierabend zu 65 Jahre wurden die Grußworte von Bischof Manfred Scheuer, von Oberkirchenrat Karl Schiefermair und von Rabbiner Schlomo Hofmeister verlesen.

Die Generalversammlung und der Feierabend 65 Jahre fanden im Othmarsaal, Wien 3., statt. Im Gebiet der Pfarre St. Othmar liegt die Gänseweide, auf der am 12.März 1421 über 200 Jüdinnen und Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sind.

Generalversammlung

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Pastor i.R. Helmut Nausner blickt anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der EmK auf die Geschichte seiner Kirche, aber auch auf sein eigenes Leben zurück


Helmut Nausner im Gespräch from EmK Österreich on Vimeo.

Bericht zur Exkursion „Jüdisches Leben in Niederösterreich am Beispiel von Krems und St. Pölten“

Die diesjährige Exkursion des Grazer Komitees für christlich-jüdische Zusammenarbeit führte eine Gruppe von rund 25 Teilnehmenden aus der Steiermark nach Niederösterreich. Exkursionen auf jüdischen Spuren im In- und Ausland haben im Grazer Komitee eine langjährige Tradition, und daran konnte nach einer coronabedingten Unterbrechung am Sonntag, dem 3. Oktober 2021 wieder angeknüpft werden. Die niederösterreichische Historikerin Ingrid Oberndorfer führte die Gruppe zu den sichtbaren und den kaum auf den ersten Blick erkennbaren Zeichen jüdischen Lebens in Krems und St. Pölten, wo seit dem Mittelalter Jüdinnen und Juden lebten und leben. So wurde die Synagoge in Krems, die das Novemberpogrom von 1938 überstanden hatte, im Jahr 1978 abgerissen und durch einen gesichtslosen Neubau ersetzt. Erst seit Kurzem gibt eine Hinweistafel zu erkennen, wo die einstige Synagoge stand. In St. Pölten ist die Geschichte und Präsenz jüdischen Lebens sichtbarer geblieben: Hier besuchten wir den jüdischen Friedhof mit dem eindrucksvollen Tahara-Gebäude und machten abschließend Halt bei der ehemaligen Synagoge, in der seit 1988 das Institut für jüdische Geschichte Österreichs beheimatet ist.
Edith Petschnigg

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Mechaye Hametim

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Grußwort an die jüdischen Gemeinden Österreichs und ihre Mitglieder



Wir freuen uns über das vielfältige jüdische Leben in Österreich, besonders in Wien, und sind dafür sehr dankbar. Es ist für dieses Land und für diese Stadt eine Freude und ein Segen.
Wenn Jüdinnen und Juden in der Zeit um den Beginn des neuen Jahres auf das vergangene Jahr zurückschauen und darüber nachdenken, wo sie gefehlt haben, wen sie vielleicht verletzt haben, dann kann dies alle Menschen dazu anregen, über sich selbst und das eigene Verhalten gegenüber den Mitmenschen nachzudenken. Wo ist eine Entschuldigung angebracht? Mit wem ein Neuanfang? Was können wir unter dem Angesicht Gottes auf Erden besser machen? Das Ritual des Taschlich, Brotkrümel als Symbol für die erkannten wie die nicht erkannten Sünden aus den Kleidertaschen in ein Fließwasser - im Zentrum Wiens den Donaukanal - zu werfen, wird seit einigen Jahren wieder öffentlich praktiziert und ist so ein wichtiges Zeichen für die Akzeptanz jüdischen Lebens.
Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit setzt sich seit 65 Jahren dafür ein, dass sich jüdisches Leben in der österreichischen Gesellschaft noch weiter entfalten und noch sichtbarer werden kann.
Die Pandemie hat den Antisemitismus neu belebt. Um das Bewusstsein für die Geschwisterlichkeit von jüdischen und christlichen Menschen zu stärken und den Boden für Antisemitismus im Raum der Kirchen „auszutrocknen“, lädt der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit am 26. Oktober 2021, den Nationalfeiertag, zu einem Studientag mit dem Thema „Geschwisterlichkeit statt Judenfeindschaft“ ein. Angesichts antijüdischer Kunst und Kirchenpatronen werden Mitglieder von evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden Perspektiven für ein neues Verhältnis zum Judentum erarbeiten und mit jüdischer Unterstützung zu einer Erneuerung der Kirchen aus dem christlich-jüdischen Dialog beitragen.
Wir wünschen den jüdischen Gemeinden und ihren Mitgliedern ein gutes und süßes Jahr 5782.
Margit Leuthold, Vizepräsidentin
Willy Weisz, Vizepräsident
Martin Jäggle, Präsident
Yuval Katz, Geschäftsführer

Die neue Ausgabe des Dialog – DuSiach ist da

JÜDISCHES NIEDERÖSTERREICH AM BEISPIEL VON KREMS UND ST. PÖLTEN

Exkursion_Jüdisches Niederösterreich_3.10.2021

Kirche der Armen?

Impulse und Fragen zum Nachdenken. Ein Handbuch.

Wie kann die Kirche in Europa zu einer Kirche der Armen werden? Und soll sie das überhaupt? Dieser Wunsch von Papst Franziskus wird im Kontext von neuer Armut und Migration auch für Europa brisant. Caritas-ExpertInnen, TheologInnen, Personen aus der Praxis und VertreterInnen unterschiedlicher Konfessionen und Religionen reflektieren aus bibel- und praktisch-theologischer, sozialwissenschaftlicher und sozialethischer Perspektive Konzepte wie Armut, Gerechtigkeit, Caritas und Diakonie. Mit prägnanten Begriffserklärungen, Interviews, Außenperspektiven aus Wirtschaft und Kunst, Einblick in Praxiserfahrungen regt das Handbuch zum Nachdenken und Weiterfragen an: Was kann „Armut“ als kirchlicher Auftrag heute bedeuten?


Herausgeber/-in:
Johann Pock, Professor für Pastoraltheologie und Homiletik in Wien.

Regina Polak, Assoziierte Professorin für Praktische Theologie und Religionsforschung in Wien:

Frank G. C. Sauer, Berater der Caritas der Erzdiözese Wien, Mitglied der Church of England.

Rainald Tippow, Leiter „PfarrCaritas und Nächstenhilfe“ der Caritas



Ruth Steiner. | radio klassik

Die "Lebenswege" beginnen diesmal auf den Philippinen, wo Ruth Steiner 1944 als Tochter jüdischer Flüchtlinge aus Österreich geboren wurde...

Ich wünsche viel Freude beim Hören (So., 6. Juni, 17.30 Uhr) und danach beim Nachhören!
Stefanie Jeller

https://radioklassik.at/ruth-steiner/
Ruth Steiner. | radio klassik
In den „Lebenswegen“ am So., 6. Juni 2021, 17.30 – 17.55 Uhr Gestaltung: Stefanie Jeller. Im japanisch besetzten Manila auf den Philippinen wird Ruth Steiner 1994 geboren – als Tochter jüdischer Flüchtlinge aus Österreich.
radioklassik.at

Wissenschaftliche Konferenz 2021 Kontinuität und Aktualität des Antisemitismus. Eine österreichische und globale Herausforderung 27. – 28. Mai 2021

Die Konferenz ist öffentlich zugänglich und findet in der Sky Lounge der Universität Wien statt (Oskar-Morgenstern-Platz 1 | 12. OG). Aufgrund der COVID-19 Bestimmungen bitten wir Sie um eine Anmeldung unter office@ustinov.at. Bitte geben Sie uns bekannt, ob Sie an einem oder an beiden Tagen an der Konferenz teilnehmen möchten. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir nur eine beschränkte Anzahl an TeilnehmerInnen einlassen können. Wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung, um Ihre Teilnahme zu bestätigen. Die Teilnahme an der Konferenz ist auch online möglich. Die entsprechenden Links finden Sie im Programm. Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Fotos oder Aufnahmen, auf denen Ihre Person zu sehen ist, von den Organisatoren der Veranstaltung veröffentlicht werden dürfen.

Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit der Katholisch- Theologischen Fakultät, der EvangelischTheologischen Fakultät der Universität Wien und dem Forschungszentrum Religion and Transformation in Contemporary Society statt.

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien Kultur, des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, der Österreichischen Nationalbank, des Zukunftsfonds der Republik Österreich und der Peter Ustinov Stiftungmehr …

(Neuer) Antisemitismus - Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft

Wer hätte es vor einigen Jahren für möglich gehalten? Doch wir müssen leider feststellen: Antisemitische Handlungen und Äußerungen sind in vielen gesellschaftlichen Bereichen wieder festzustellen, ja teilweise Normalität geworden. Auch die Schule macht davon keine Ausnahmen – im Gegenteil, auf Schulhöfen und in Pausengesprächen sind antisemitische Redewendungen und Beschimpfungen durchaus an der Tagesordnung. Wir wollen uns dem Thema in verschiedenen Veranstaltungen und Formaten nähern: Was bedeutet „Antisemitismus“ heute? Welche Gegenwartsformen finden sich in unserer Gesellschaft? Wo liegen die Wurzeln und wie zeigen sich aktuelle Formen eines christlich motivierten Antisemitismus? Wie können wir persönlich damit umgehen und sie im Klassenzimmer adressieren?
ReferentInnen: 
  • Dr. Meron MENDEL, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank / Zentrum für politische Bildung und Beratung, Hessen
  • Prof. Dr. Roman SIEBENROCK, Systematische Theologie, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Sprecher des Lokalkomittees für jüdisch-christliche Zusammenarbeit Tirol
  • Mag.a Saba-Nur CHEEMA, studierte Politikwissenschaftlerin und Volkswirtschaftlerin, pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank / Zentrum für politische Bildung und Beratung, Hessen (D)
  • Ass.-Prof. Noam ZADOFF BA MA PhD, Universitätsassistent PostDoc am Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck (angefragt)
  • Dr. Karl BERGER, Volkskundler, Leiter des Volkskundemuseum der Tiroler Landesmuseen
  • Mag.a Katharina WALTER, Leiterin der Besucherkommunikation der Tiroler Landesmuseen
Termine: verschiedene, Start im April 2021
Gemeinsam mit dem Lokalkomitee Tirol für christlich-jüdische Zusammenarbeit
 
 
Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft - 29.04.2021 
+HINWEIS: die Veranstaltung findet ONLINE statt, Zugangslink hier +     

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Cardinal Bea Centre for Judaic Studies

2021-2022 CARDINAL BEA CENTRE SCHOLARSHIPS
Poster_New Licentiate Presentation Event_21 April 2021
The Cardinal Bea Centre for Judaic Studies is pleased to announce scholarships for students who will register to the new Licentiate in Judaic Studies and Jewish-Christian Relations for the Academic Year 2021-2022. Each scholarship amounts to 10.000,00 Euros (which includes the tuition fee) and is offered for one Academic Year (two semesters), renewable for a second Academic Year.1

Taking its name and inspiration from the far-seeing vision of the Jesuit Augustin Bea, the principal promoter of Vatican II’s Declaration Nostra Aetate, the Cardinal Bea Centre is dedicated to encourage the understanding of Judaism and the exploration of Jewish-Christian relations, in particular the development of a Christian Theology that takes into account its Jewish roots. Further information about the Centre can be found at: https://www.unigre.it/en/judaic-studies/

The Licentiate at the Cardinal Bea Centre includes courses in the areas of Judaism and Jewish-Christian Relations, as well as interdisciplinary courses in Jewish-Christian History and Culture using the resources of the Pontifical Gregorian University, the Pontifical Biblical Institute and the Pontifical Oriental Institute. Scholarship holders will receive library privileges and other services granted by the three institutions.

APPLICATION REQUIREMENTS

Applicants, Italian or from abroad, have to be maximum thirty years old; admission requires a Bachelor's Degree and at least a passive knowledge of the Italian language (Italian language courses will be held at the Gregorian University before the beginning of the Academic Year).

APPLICATION FORM INFORMATION

Applicants are requested to send to judaicstudies@unigre.it the following documents:

a) A Personal Statement (approx. 300 words), explaining motivation and expectations with regard to the scholarship;

b) A Curriculum Vitae, giving details of education and language skills and any information the applicant considers relevant;

c) A copy of an identity document;

d) Academic Transcripts obtained during previous studies;

e) A letter of reference from an Ecclesiastical or Academic Authority.

Deadline for the submission of applications is April 26, 2021. A decision will be announced by May 7, 2021. Exceptionally, late applications may also be taken into consideration.

1 The tuition fee for one Academic Year (two semesters), at the Cardinal Bea Centre, is Euro 2.710,00. The Cardinal Bea Centre may assist scholarship holders with finding housing arrangements in Rome.

Piazza della Pilotta, 4 – 00187 Rome Tel.: +39 06 6701.5522 – E-mail: judaicstudies@unigre.it Web: https://www.unigre.it/en/judaic-studies/

Einladung

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