(Neuer) Antisemitismus - Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft

Wer hätte es vor einigen Jahren für möglich gehalten? Doch wir müssen leider feststellen: Antisemitische Handlungen und Äußerungen sind in vielen gesellschaftlichen Bereichen wieder festzustellen, ja teilweise Normalität geworden. Auch die Schule macht davon keine Ausnahmen – im Gegenteil, auf Schulhöfen und in Pausengesprächen sind antisemitische Redewendungen und Beschimpfungen durchaus an der Tagesordnung. Wir wollen uns dem Thema in verschiedenen Veranstaltungen und Formaten nähern: Was bedeutet „Antisemitismus“ heute? Welche Gegenwartsformen finden sich in unserer Gesellschaft? Wo liegen die Wurzeln und wie zeigen sich aktuelle Formen eines christlich motivierten Antisemitismus? Wie können wir persönlich damit umgehen und sie im Klassenzimmer adressieren?
ReferentInnen: 
  • Dr. Meron MENDEL, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank / Zentrum für politische Bildung und Beratung, Hessen
  • Prof. Dr. Roman SIEBENROCK, Systematische Theologie, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Sprecher des Lokalkomittees für jüdisch-christliche Zusammenarbeit Tirol
  • Mag.a Saba-Nur CHEEMA, studierte Politikwissenschaftlerin und Volkswirtschaftlerin, pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank / Zentrum für politische Bildung und Beratung, Hessen (D)
  • Ass.-Prof. Noam ZADOFF BA MA PhD, Universitätsassistent PostDoc am Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck (angefragt)
  • Dr. Karl BERGER, Volkskundler, Leiter des Volkskundemuseum der Tiroler Landesmuseen
  • Mag.a Katharina WALTER, Leiterin der Besucherkommunikation der Tiroler Landesmuseen
Termine: verschiedene, Start im April 2021
Gemeinsam mit dem Lokalkomitee Tirol für christlich-jüdische Zusammenarbeit
 
 
Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft - 29.04.2021 
+HINWEIS: die Veranstaltung findet ONLINE statt, Zugangslink hier +     

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Cardinal Bea Centre for Judaic Studies

2021-2022 CARDINAL BEA CENTRE SCHOLARSHIPS
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The Cardinal Bea Centre for Judaic Studies is pleased to announce scholarships for students who will register to the new Licentiate in Judaic Studies and Jewish-Christian Relations for the Academic Year 2021-2022. Each scholarship amounts to 10.000,00 Euros (which includes the tuition fee) and is offered for one Academic Year (two semesters), renewable for a second Academic Year.1

Taking its name and inspiration from the far-seeing vision of the Jesuit Augustin Bea, the principal promoter of Vatican II’s Declaration Nostra Aetate, the Cardinal Bea Centre is dedicated to encourage the understanding of Judaism and the exploration of Jewish-Christian relations, in particular the development of a Christian Theology that takes into account its Jewish roots. Further information about the Centre can be found at: https://www.unigre.it/en/judaic-studies/

The Licentiate at the Cardinal Bea Centre includes courses in the areas of Judaism and Jewish-Christian Relations, as well as interdisciplinary courses in Jewish-Christian History and Culture using the resources of the Pontifical Gregorian University, the Pontifical Biblical Institute and the Pontifical Oriental Institute. Scholarship holders will receive library privileges and other services granted by the three institutions.

APPLICATION REQUIREMENTS

Applicants, Italian or from abroad, have to be maximum thirty years old; admission requires a Bachelor's Degree and at least a passive knowledge of the Italian language (Italian language courses will be held at the Gregorian University before the beginning of the Academic Year).

APPLICATION FORM INFORMATION

Applicants are requested to send to judaicstudies@unigre.it the following documents:

a) A Personal Statement (approx. 300 words), explaining motivation and expectations with regard to the scholarship;

b) A Curriculum Vitae, giving details of education and language skills and any information the applicant considers relevant;

c) A copy of an identity document;

d) Academic Transcripts obtained during previous studies;

e) A letter of reference from an Ecclesiastical or Academic Authority.

Deadline for the submission of applications is April 26, 2021. A decision will be announced by May 7, 2021. Exceptionally, late applications may also be taken into consideration.

1 The tuition fee for one Academic Year (two semesters), at the Cardinal Bea Centre, is Euro 2.710,00. The Cardinal Bea Centre may assist scholarship holders with finding housing arrangements in Rome.

Piazza della Pilotta, 4 – 00187 Rome Tel.: +39 06 6701.5522 – E-mail: judaicstudies@unigre.it Web: https://www.unigre.it/en/judaic-studies/

Einladung

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Die neue Ausgabe des Dialog – DuSiach ist da

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Kontinuität und Aktualität des Antisemitismus. Eine österreichische und globale Herausforderung

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, Studierende und Interessierte!

Ich darf Sie im Namen des Sir Peter Ustinov Instituts nochmals sehr herzlich zu zwei Veranstaltungen einladen:

1. Zu folgender Online-Podiumsdiskussion am Mi, 28. April 2021, 16.00-18.00 Uhr: „ Erfahrungen und Herausforderungen in der österreichischen Erinnerungskultur“.
Es diskutieren: em. Univ.-Prof. Dr. Martin Jäggle, Dr. Hanno Loewy, em. Prof.in Aleida Assmann (angefragt), Dr.in Victoria Kumar, Mag. Awi Blumenfeld, Dr. Christoph Konrath und Dr. Otto Friedrich
Moderation: Assoz.Prof.in Regina Polak

Zur Teilnahme klicken Sie bitte auf folgenden Link: https://youtu.be/v5MLl6YkdSs
Sie sind herzlich dazu eingeladen mitzudiskutieren, entweder über den Live-Chat oder schicken Sie uns Ihre Frage per Mail an office@ustinov.at

Zum Hintergrund: Fast vergessen und wenig bekannt ist die Ermordung von über 200 JüdInnen vor 600 Jahren im heutigen 3. Wiener Gemeindebezirk. Die Wiener Gesera, der Massenmord am 12. März 1421 ist heute überlagert von den Schandtaten der Nationalsozialisten. Doch der Antisemitismus und seine hartnäckige Kontinuität bis ins Mittelalter existieren auch heute noch. Eine lebendige Gedenk- und Erinnerungskultur sind Voraussetzung für ein Nie wieder! Diese war in Österreich lange Zeit vom Verdrängen, Leugnen und dem Hochhalten eines österreichischen Opfermythos, das erste Opfer der Nationalsozialisten gewesen zu sein, geprägt. Emotional geführte Debatten um Straßennamen und Denkmäler verweisen auch heute noch auf einen problematischen Umgang mit unserer Vergangenheit. Mit dem zunehmenden Verschwinden von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen steht die Gedenk- und Erinnerungskultur vor neuen Herausforderungen und fordert neue Konzepte.

2) Zur wissenschaftlichen Konferenz am Do, 27. und Fr, 28. Mai 2021 in der Sky Lounge der Universität Wien zum Thema „Kontinuität und Aktualität des Antisemitismus. Eine österreichische und globale Herausforderung“.
Sollte das Corona-Infektionsgeschehen es zulassen, würden wir uns freuen, Sie persönlich bei der Konferenz begrüßen zu dürfen. Vorab-Anmeldungen sind bereits jetzt unter office@ustinov.at möglich.

Die Veranstaltung ist Teil unserer Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Kontinuität und Aktualität des Antisemitismus. Eine österreichische und globale Herausforderung“.
Das komplette Programm finden Sie im Anhang.

In meiner Funktion als wissenschaftliche Leiterin dieser Reihe grüße ich Sie herzlich und freue mich über Ihre Teilnahme,
Regina Polak

Grußwort zum Pessachfest 5781 und zum Osterfest 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Vorstand des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit überbringt Ihnen in diesem Jahr unsere gemeinsamen Grüße zum Pessachfest 5781 und zum Osterfest 2021.
Noch immer leben und gestalten wir unseren Alltag unter den neuen Bedingungen von Covid 19. Das Virus hat uns und unsere Gesellschaft, unsere Familien verändert.
Wir sorgen uns um das Wohl unserer Angehörigen und um die Menschen in unserem Land, die an den Folgen der Corona Pandemie an Körper und Seele Schaden nehmen.
Wir trauern gemeinsam um die Verstorbenen, aber auch um die Ermordeten beim Terroranschlag am 2. November 2020 in Wien. Pandemie und Attentat machen uns aufmerksam, wie wichtig der Einsatz für Solidarität in der Gesellschaft ist.
Wir haben miteinander der Opfer der Wiener Gesera am 12.März 1421/2021 gedacht und beobachten sorgenvoll den - verbundenen mit Verschwörungsmythen wie damals - zunehmenden Antisemitismus.
Wenn die jüdische Gemeinschaft Pessach feiert, dann erinnert das auch Christeninnen und Christen daran, wie der Ewige sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit geführt hat.
Wenn Christinnen und Christen in der Osternacht die Auferstehung von Jesus feiern, dann erinnern sie daran: Die Liebe ist stärker als der Tod, Gott befreit aus Angst.

Dass Sie, mit Ihren Familien und Ihrer Gemeinschaften in diesem Jahr ein Fest der Hoffnung und des Widerstandes gegen Entzweiung, Gewalt und Hass, ein Fest des Lebens, ein Fest der Befreiung zum Leben feiern mögen, wünschen wir Ihnen.

Wir wünschen den Jüdinnen und Juden zum Fest der Freiheit „pessach kascher wesameach“ und den Christinnen und Christen ein gesegnetes Osterfest.


Dr. Willy Weisz, Vizepräsident,
Dr. Margit Leuthold, Vizepräsidentin,
Dr. Martin Jäggle, Präsident,
Dr. Yuval Katz-Wilfling, Geschäftsführer

Rückblick auf  600 Jahre Wiener Gesera 12.3.1421/2021

Ein Podcast

Der Text hier…

Ein ausführlicher Kathpressbericht

Ein Hintergrundbericht des ORF

Der Link zum Statement der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien

Kontinuität und Aktualität des Antisemitismus.Eine österreichische und globale Herausforderung. Von der Wiener Gesera 1421 bis zur Gegenwart

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Kontinuität und Aktualität des Antisemitismus. Eine österreichische und globale Herausforderung

04. März 2021 | 16:00 – 18:00 | Zur Kontinuität des Antisemitismus. Von der Wiener Gesera 1421 bis zur Gegenwart | online Podiumsdiskussion inkl. Live-Stream in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung Die FURCHE (Teilnahme unter | https://youtu.be/VHq0T-Kiq10 )

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600 Jahre Wiener Gesera und Nationale Strategie gegen Antisemitismus

Stellungnahme des Vorstandes vom 4.März 2021

Wir gedenken der Opfer der Wiener Gesera, die mit der Verbrennung von über 200 jüdischen Wienerinnen und Wiener auf dem Scheiterhaufen auf der Gänseweide in Wien Erdberg am 12. März 1421 ihren mörderischen Abschluss fand.

Wir erinnern an die Verquickung von Politik und Theologie, die damals zu Zwangstaufen, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung Wiens geführt hat. In der Wiener Gesera wurde das jüdische Leben in Wien vernichtet und zugleich bildet sie den ersten Höhepunkt einer langen Geschichte der Judenfeindschaft und des Antisemitismus in Wien.

Wir sind dankbar für das nach der Shoa wieder aufgeblühte jüdische Leben in Wien.

Wir danken der Universität Wien und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für die erste Gedenkfeier seit 600 Jahren, die am 12.3.2021 auf jenem Platz stattfinden wird, wo die Synagoge der so bedeutenden Wiener jüdischen Gemeinde gestanden ist.

Wir sind in unserer Arbeit ermutigt von der Bereitschaft der Kirchen und ihrer Theologie, zu ihrer Mitverantwortung für Judenfeindschaft und Antisemitismus sowie deren Exzessen zu stehen und sich für jüdisches Leben heute sowie gegen Antisemitismus einzusetzen.

Wir begrüßen die Nationale Strategie gegen Antisemitismus der Bundesregierung. Damit setzt Österreich einen weiteren notwendigen Schritt auf dem Weg, seiner historischen und gegenwärtigen Verantwortung gerecht zu werden. Besonders positiv ist die langfristige Absicherung jüdischen Lebens in Österreich als Teil der Nationalen Strategie, die drei Ziele verfolgt:

- den Fortbestand von jüdischem Leben in Österreich langfristig abzusichern,
- Antisemitismus in allen seinen Formen einzudämmen,
- Bewusstsein für das Erkennen von alltäglichem Antisemitismus zu schaffen.

Die „Zusammenarbeit mit den Kirchen und Religionsgesellschaften“ und deren „Aufgabe gegenüber ihren Mitgliedern, aber auch durch Erklärungen und Kooperationen im öffentlichen Diskurs“ wird betont. Die Selbstverpflichtung der Kirchen in der Charta Oecumenica wird in Erinnerung gerufen, „allen Formen von Antisemitismus und Antijudaismus in Kirche und Gesellschaft entgegenzutreten“ und „auf allen Ebenen den Dialog mit unseren jüdischen Geschwistern zu suchen und zu intensivieren.“ Die bisherige Arbeit der Kirchen und Religionsgesellschaften wird beispielhaft beschrieben (Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, israelitische Religionsgesellschaft, Tag des Judentums, KPH Wien/Krems, „Marko-Feingold-Gastprofessur“, Cafè Abraham, feiertagsgruss.at). Vorgesehen ist die „Nachhaltige Unterstützung von Projekten der Kirchen und Religionsgesellschaften zur Förderung des Abbaus von Vorurteilen und der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.“

Wir weisen auf die tiefen gesellschaftlichen und kulturellen Wurzeln von Judenfeindschaft und Antisemitismus hin. Das macht oberflächliche und kurzfristige Aktivitäten für deren Bekämpfung untauglich. Es müssen auch andere Formen der ethnischen Diskriminierung (z.B. rassistisch motivierte, religiös begründete) in den Blick genommen werden und es bedarf bei allem eines langen Atems.

Auch wenn wir die Ziele der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus vorbehaltlos begrüßen, so vermissen wir dennoch die für ihre Umsetzung erforderlichen Strukturen und finanziellen Mittel. Wir arbeiten als älteste interreligiöse Organisation Österreichs seit 65 Jahren gegen Antisemitismus und sind bereit, uns an der Umsetzung der Nationalen Strategie engagiert zu beteiligen.

Univ. Prof.i.R. Dr. Martin Jäggle Präsident

Dr. Margit Leuthold Vizepräsidentin

Dr. Willy Weisz Vizepräsident

Neuer Antisemitismus und alter Rassismus?

Dienstag, 16. März, 19 Uhr Online Vortrag (auf Grund Covid-19 Rahmenbedingungen)

Neuer Antisemitismus und alter Rassismus?

Aktuelle Herausforderungen in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus auf dem Hintergrund der Erfahrungen im christlich-jüdischen Dialog in Österreich

Das Datum der „Wiener Gesera“ vor 600 Jahren – siehe Foto rechts! - ist Anlass, die Thematik Antisemitismus grundsätzlich anzusprechen. Die Geschichte lehrt, wie angeblich religiös motivierte Gründe vorgeschoben werden, um eine bestimmte Menschengruppe wirtschaftlich und auch physisch zu ächten. Dieses geschichtliche Beispiel soll umgelegt werden auf die Gegenwart, um sensibel zu werden für ähnliche Vorgänge in der heutigen Gesellschaft: Auch heute gibt es politische Strukturen und Prozesse, die es begünstigen können, gewisse Menschengruppen zu diskreditieren.

Der Referent wird mit seiner reichen Erfahrung und Praxis Bezug nehmen auf die aktuelle Situation des christlich-jüdischen Dialogs in Österreich.

Durch ein Hinterfragen der üblichen kirchlichliturgischen Praxis soll außerdem gezeigt werden, wie geübte Praxis ohne Reflexion Gefahr laufen kann, negave Klischees zu prolongieren. Im Gegenzug soll am Beispiel des Osterfestes aufgezeigt werden, wie eine antisemitismusfreie Gestaltung möglich sein kann. Dadurch soll den Teilnehmenden geholfen werden selbst zu erkennen, wo sie in ihrer Glaubens- und Lebenspraxis mit der Thematik konfrontiert werden.

Referent: Univ.-Prof. i.R. Dr. Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Die Veranstaltung findet über die Videoplattform Zoom statt.
Meeting-ID: 826 6063 0970
Kenncode: 220058
Der Meeting Raum ist ab 18:30 Uhr geöffnet.

Bei technischen Fragen können Sie sich vorab telefonisch bei Barbara Buchinger melden: 0676 88070 1556

Podcast mit Martin Jäggle: Dialog ist eine Haltung



EPISODE SUMMARY

Er ist Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische ZusammenarbeitDialog bedeutet für ihn, der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen.Das Gemeinsame entdecken – Das Unterscheidende anerkennen.Darum bemüht sich der Religionspädagoge und langjährige Universitätsprofessor an etlichen theologischen Fakultäten Martin Jäggle sein Leben lang.

EPISODE NOTES

Er ist Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Dialog bedeutet für ihn, der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen.
Das Gemeinsame entdecken – Das Unterscheidende anerkennen.
Darum bemüht sich der Religionspädagoge und langjährige Universitätsprofessor an etlichen theologischen Fakultäten Martin Jäggle sein Leben lang.

Café Abraham



365 - Über Medien reden ist ein Angebot von VsUM, dem Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien, hergestellt von Inspiris Medienproduktion.

Falls Sie die Arbeit von VsUM und diesen Podcast unterstützen möchten, dann abonnieren Sie 365 auf allen gängigen Podcastplattformen, wie Spotify, Castbox, iTunes und überall wo es Podcasts gibt.

Der Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien finanziert seine Aktivitäten durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wenn Ihnen Medien, Bildung und Demokratie auch ein Anliegen sind, dann freuen wir uns über eine Spende: Dazu finden Sie Informationen auf der Website www.vsum.tv

In diesem Sinne; bis Morgen.

MAIMONIDES LECTURES

Die „Maimonides Lectures“ thematisieren Wechselwirkungen zwischen Religionen und Geisteswissenschaften. Im Geist des Philosophen, Arztes und Gelehrten Mosche ben Maimon (Córdoba, 1135 – Kairo, 1204) begegnen die „Maimonides Lectures“ den jüdischen, islamischen und christlichen Traditionen.

Die Reihe ist eine gemeinsame Unternehmung der ÖAW und folgender abrahamitischer Religionsgemeinschaften: Altkatholische Kirche, Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, Evangelische Kirche A. B. und H. B., Evangelisch-methodistische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche, Islamische Glaubensgemeinschaft Österreichs, Israelitische Kultusgemeinde, Koptisch-Orthodoxe Kirche, Römisch-Katholische Kirche, Rumänisch-Orthodoxe Kirche, Serbisch-Orthodoxe Kirche, Syrisch-Orthodoxe Kirche sowie der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems, der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien-Krems und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit". Neben diesen Institutionen unterstützen auch die Stiftung „Propter homines“ und der Benediktinerstift Admont die Reihe.

Wissenschaftliche Konzeption:
w.M. Hans-Dieter Klein und w.M. Patrizia Giampieri-Deutsch

VERANSTALTUNGEN:
12. Symposion:
10. bis 11. Februar 2021
Hoffnung im Bezugsrahmen der Abrahamitischen Religionen
Festvortrag:
Michael Bünker, Altbischof der Evangelischen Kirche A.B.
„Die Hoffnung lässt nicht zuschanden werden“ (Römer 5,5). Grundzüge christlicher Eschatologie heute“

PROGRAMM

Wir trauern um Arik Brauer

Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit trauert um Arik Brauer, der Sonntagabend im Kreis seiner Familie gestorben ist. Mit ihm verlieren wir einen herausragenden, vielseitigen jüdischen Künstler und feinsinnigen Menschen. Als anerkannter Künstler und Überlebender der Shoa hat sich das „Wiener Vorstadtkind“ stets für Menschenwürde und Demokratie eingesetzt. Seine Stimme wird uns sehr fehlen. Es bleiben die Erinnerung an einen Menschen voll Lebensfreude, Humor, Witz und Kritik, aber auch seine Kunst, für die wir sehr dankbar sind.
Seine Werke sind nicht nur im Gemeindezentrum der IKG-Wien zu finden. Eine besondere Bedeutung hat ein Werk von Arik Brauer gerade im 2. Wiener Bezirk, nämlich die Fassade der katholischen Pfarrkirche Am Tabor. Sie wurde nach einem Entwurf von Arik Brauer 1985 neu gestaltet. Das Bild, Überglasur-Maleri gebrannt, stellt das letzte Abendmahl dar mit Symbolen des jüdischen Pessachfestes.
Arik Brauer hat sich sein ganzes Leben in der Malerei mit dem Alten Testament, der Hebräischen Bibel beschäftigt. Der Phantastische Realist sah im Alten Testament nichts Anderes als „Phantastischen Realismus“, weil alles „mit einer unglaublichen Poesie und Fantasie aufgeschrieben“ ist. Als „Jahrtausend-Kunstwerk“ ist es für ihn „ein einmaliges Menschheitsdokument ersten Ranges“, „ein grandioses Zeugnis menschlicher Weisheit und menschlicher Irrtümer“.
Auslöser für Arik Brauers Neuerzählung des Alten Testaments war eine Frage seiner 10-jährigen Enkelin Alina: „Was war eigentlich vor dem Urknall?“ Dazu meint Arik Brauer: „Was vor dem Urknall war, erfährt man nicht beim Lesen der Bibel. Aber die alten Erzählungen sagen uns, wer wir sind, und wie wir reagieren – im Guten und im Bösen.“
Heute Nachmittag werde ich im Gedenken an Arik Brauer mit meinen Enkeltöchtern Bilder aus Arik Brauer: Museum und Sammlung anschauen und sobald es möglich ist, mit allen Enkelkindern die Arik Brauer Kunstsammlung im 19. Bezirk besuchen.
Seine Werke verdienen viel mehr Aufmerksamkeit gerade in allen christlichen Bildungsprozessen.

Martin Jäggle, Präsident

Tag des Judentums 2021 in Graz - zum Nachlesen/-hören/-sehen

„Courage, Courage“ – unter diesem Titel fand am 17. Jänner 2021 der Ökumenische Gottesdienst am Tag des Judentums in der Grazer Heilandskirche statt. Gefeiert wurde vor Ort von Mitgliedern des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark und des Grazer Komitees für christlich-jüdische Zusammenarbeit, über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren online dabei.
Die Predigt, deren Text nun zum Download bereitsteht, hielt Dr. Michael Bünker, Altbischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich.
Für die Musik waren Diözesankantor Mag. Thomas Wrenger (Orgel, Gesang) und Dipl.-Theol. Eleftherios Kyriakidis (Psalm 103 nach griechisch-orthodoxer Tradition) verantwortlich.
Das Video des Gottesdienstes finden Sie hier (die Predigt ab 19:05):

Tag des Lernen mit Michel Bollag: Jüdische Schriftauslegung zu Jeremia/Jirmejahu 31,31-34

Ö1-Sendung Lebenskunst war am Sonntag dem Tag des Judentums

Die Ö1-Sendung Lebenskunst war am vergangenen Sonntag dem Tag des Judentums gewidmet.
https://radiothek.orf.at/oe1/20210117/624933
Teil der Sendung war ein Portrait über Prof. Martin Jäggle, ein Zusammenschnitt von einer Stunde Interview.
Es wäre zwar dem Tag angemessener gewesen, einer jüdischen Persönlichkeit ein Portrait zu widmen, aber das ist eine Entscheidung der Redaktion.

Wir trauern um Erich Leitenberger

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist Prof. Erich Leitenberger unerwartet verstorben. Von seinem Ableben ist der Vorstand des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit tief betroffen und voll Trauer. Mit Erich Leitenberger, der ökumenisch und interreligiös engagiert war, verlieren wir einen sehr wichtigen, unermüdlichen und seit Jahrzehnten treuen Freund und Förderer des christlich-jüdischen Gesprächs. Seine Profession, Beruf und Berufung, war der Journalismus. Mit dessen Mitteln hat er sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Initiativen und Personen des christlich-jüdischen Gesprächs in der kirchlichen Öffentlichkeit entsprechende Aufmerksamkeit finden. Ein besonderes Anliegen war ihm, die christlich-jüdischen Initiativen aus Italien in Österreich bekannt zu machen. Er selbst blieb dabei stets im Hintergrund. Am Sonntagabend nahm Erich Leitenberger noch per ZOOM am Ökumenischen Gottesdienst zum Tag des Judentums  in der Anglikanischen Kirche Wien teil und schrieb den Bericht darüber. Seit einigen Jahren war er Mitglied des redaktionellen Beirates der Zeitschrift Dialog/DuSiach und einer der Rechnungsprüfer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Für den Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Martin Jäggle, Präsident

Kirchliches Plädoyer für Versöhnung

Gottesdienst zum "Tag des Judentums" in Wien - Landessuperintendent Hennefeld fordert in Predigt neuen christlich-jüdischen Dialog: "Nicht belehren und missionieren, sondern voneinander lernen und miteinander auf dem Weg sein in Gemeinschaft" - Gedenken an Wiener Gesera vor 600 Jahren

Mit einem Gottesdienst in der Anglikanischen Christ Church in Wien haben die Kirchen am Sonntagabend offiziell den "Tag des Judentums" begangen. Zu dem nicht öffentlichen Gottesdienst, der online übertragen wurde, hatten der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich und der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit geladen. Die Predigt hielt der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der für noch mehr Versöhnung zwischen Christen und Juden und einen neuen Zugang zum christlich-jüdischen Dialog plädierte: "Nicht belehren und missionieren, sondern voneinander lernen und miteinander auf dem Weg sein in Gemeinschaft", so der Appell Hennefelds.
Das Christentum tendiere immer noch dazu, das Jüdische abzuwerten und den neuen Bund Jesu über den alten Bund Gottes mit seinem Volk Israel zu stellen, räumte Hennefeld ein. Er sprach vom Bild des "verstockten und blinden Juden, der es noch immer nicht begreift, nicht sehen will, dass Jesus der Messias ist, dass er den neuen Bund begründet hat".

Hennefeld rief deshalb dazu auf, die "christliche Brille" abzunehmen und jüdischen Texten unvoreingenommen sowie "mit einem Herzen zu begegnen, das Gemeinschaft und Versöhnung sucht". Wenn man das berücksichtige, dann dürfe man auch die christliche Brille wieder aufsetzen, denn "dann werden wir die Texte anders und neu lesen". Hennefeld wörtlich: "Ich glaube als Christ, dass Jesus Gottes Sohn ist, dass er der Messias ist, dass er gekommen ist, die Welt zu retten." Jesus selbst spreche beim letzten Abendmahl vom neuen Bund. Aber der entscheidende Unterschied zum anfänglichen Lesen mit christlicher Brille sei, "dass ich es nicht im Gegensatz, nicht im Kontrast zum Volk Israel oder zum Judentum tue".
Der jüdische Weg sei ein Weg zu Gott. "Und wir Christen sollen zur Kenntnis nehmen, dass Juden für ihre Religion Jesus nicht brauchen, auch wenn das manchen schmerzt", betonte der Landessuperintendent: "Gott hat dem Menschen etwas ins Herz gelegt, dass ihn dazu bringt, je eigene Wege zu Gott zu finden. Es gibt einen jüdischen und einen christlichen Weg. Und noch viele weitere Wege. Und auch diese Wege verzweigen sich immer wieder." Und nochmals mit anderen Worten: "Ich kann Christus als Sohn Gottes an- nehmen und trotzdem dem Judentum einen eigenen Weg zusprechen. Das ist kein Widerspruch."

Dem Gottesdienst standen der anglikanische Bischofsvikar Patrick Curran, der katholische Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki, der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic), der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan sowie der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld vor; weiters auch der Präsident des Koordinierungsausschusses Prof. Martin Jäggle, der Geschäftsführer des Ausschusses Yuval Katz-Wilfing, die katholische Publizistin (mit jüdischen Wurzeln) Ruth Steiner und Rosie Evans von der Anglikanischen Kirche. Der Gottesdienst in der Anglikanischen Christ Church in Wien wurde coronabedingt via Radio Maria und Livestream übertragen.
Bischofsvikar Schutzki erinnerte in seinen Worten an die Wiener Gesera vor 600 Jahren. Am 23. Mai 1420 gab Herzog Albrecht V. den Befehl, alle Juden im Herzogtum Österreich gefangenzunehmen. Das war der Startschuss für eines der dunkelsten Kapitel in der österreichischen Geschichte: die Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung von Wien und Niederösterreich zwischen Mai 1420 und dem 12. März 1421. Es kam zur völligen Auslöschung aller jüdischen Gemeinden und allen jüdischen Lebens im damaligen Österreich (durch Zwangstaufen, Vertreibungen, Plünderungen und Mord). Die "Wiener Gesera" fand am 12. März 1421 mit der Verbrennung der etwa 210 überlebenden Wiener Juden auf der Erdberger Gänseweide - damals noch vor den Toren und Mauern Wiens - ihren Abschluss.
Schutzki sprach von der unbedingten Verpflichtung, diese und auch viele weitere furchtbare Episoden der Geschichte Wiens bzw. Österreichs niemals zu vergessen. Und er stellte die warnende Frage: "Kann so etwas auch heute noch passieren?"
(Weitere Infos zum Tag des Judentums: www.oekumene.at bzw. www.tagdesjudentums.at)

Quelle: Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at)

Tag des Judentums ONLINE

Wien 12.1.2021, 18:30 Uhr
Tag des Lernens findet online statt. Livestream hier…
Meeting ID: 896 0149 0692
Passcode: Bund

Linz 14.1.2021, 19:00 Uhr
TAG DES JUDENTUMS: WARUM IMMER WIEDER "DIE JUDEN"?   

Wien 14.1.2021, 19:00 Uhr
Tag des Gedenkens ist auf 18. März 2021 verschoben.

St. Pölten 14.01.2021, 19:00 Uhr
Abend zum Tag des Judentums, St. Hippolyt
ONLINE Vortrag: Das Jugenddialogprojekt Likrat

Wien 15.1.2021, 16:00 Uhr
Vortrag - 600 Jahre Vertreibung der Juden aus Wien (Gesera 1421) ONLINE - Papier, Pergament und Steine, Materielle Zeugen des jüdischen Mittelalters in Österreich. Vortrag von Martha Keil. Theologische Kurse.

Wien 17.1.2021, 18:00 Uhr
Tag des Feierns, Anglikanische Kirche, ÖRKÖ Ökumenischer Gottesdienst zum Tag des Judentums. Livestream hier…
Meeting ID: 808 226 2476

Der Herr spricht: „Seht, hier ist mein Diener, zu dem ich stehe. Ihn habe ich auserwählt, und ich freue mich über ihn. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, und er wird den Völkern mein Recht verkünden.“ Jesaja 42,1
Predigt SI Thomas Hennefeld
Mit Rev'd Canon Patrick Curran, Darius  Schutzki, Bischof Andrej, Bischof Tiran.
Pandemiebedingt ist die Zahl begrenzt und es wurden nur Akteure eingeladen, die im 3. Bezirk beheimatet sind wegen der Fokussierung auf die Wiener Gesera (12.3.1421/2021), deren „Abschluss“ die Verbrennung von 200 Juden auf der Gänseweide, jetziger 3. Bezirk, Pfarre von BV Schutzki, war.

Graz 17.1.2021, 19:00 Uhr
ÖKUMENISCHER GOTTESDIENST am TAG DES JUDENTUMS
aus der Evangelischen Heilandskirche in Graz nur Online…

Predigt: Dr. Michael Bünker

Innsbruck 18.1.2021, 20:00 Uhr
ONLINE Tag des Judentums Bedeutung der Tora für Juden und Christgläubige Podiumsdiskussion.
mit
Magdalena Modler-El Abdaoui, Moderation
Olivier Dantine, Superintendent der Evangelischen Kirche A.B. für Tirol und Vorarlberg
Anna Kraml (Religionslehrerin/Innsbruck; Doktorandin in alttestamentlicher Bibelwissenschaft bei Georg Fischer)
Jaron Engelmayer, Oberrabbiner (Wien)

Exkursion

Exkursion_Jüdisches-Niederösterreich_2021

Die neue Ausgabe des Dialog – DuSiach ist da

Dialog_DuSiach_Kurzfassung

Tag des Judentums

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plakat-tag-des-judentums-rueckseite-VORSCHAU_2-squashed

Auch in Österreich weiter Kritik an EuGH-Urteil zum Schächten

Nach dem jüngsten EuGH-Urteil zu rituellen Schlachtungen fordert der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit die heimische Politik auf, an den in Österreich geltenden Regelungen zum Schächten festzuhalten. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, "den europäischen Staaten zu gestatten, der Religionsfreiheit einen geringeren Wert zuzumessen als einem angenommenen Tierschutz, gibt Anlass zu großer Sorge, dass sich damit ein Schächtverbot, welcher Art auch immer, innerhalb der EU ausbreiten könnte", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichen Schreiben des Koordinierungsausschuss-Präsidiums an die Klubobleute der Parlamentsparteien.

In Österreich ist das Schächten mit Einschränkungen erlaubt. Die heimische Rechtslage beruhe auf einem Ausgleich zwischen den Ansprüchen des Tierschutzes und der Religionsfreiheit, erklären die Präsidiums-Mitglieder Martin Jäggle, Margit Leuthold und Willy Weisz. Unter Bedingungen, die das Tierleid bestmöglich minimierten und trotzdem den religiösen Notwendigkeiten gerecht würden, sei Schächten erlaubt. Auch habe der Verfassungsgerichtshof bereits festgestellt, dass ein Schächtverbot verfassungswidrig wäre, erinnern die Koordinierungsausschuss-Vertreter. "Wir erwarten, dass die im Parlament vertretenen Parteien sich weiterhin dafür einsetzen, dass Schächten in Österreich unter Einhaltung der festgelegten Auflagen auch weiterhin möglich ist", halten sie in dem Schreiben an die Klubobleute fest.

Hintergrund ist eine EuGH-Entscheidung vom 17. Dezember. Basierend auf einem Rechtsstreit um eine staatlich verordnete Beschränkung zum Schächten in der belgischen Region Flandern, entschieden die Luxemburger Richter, dass EU-Länder eine Betäubung von Tieren auch im Rahmen religiöser Schlachtungen vorschreiben dürfen.

In der EuGH-Entscheidung heißt es, dass eine Vorschrift zur Betäubung der Tiere zwar die Ausübung der Religionsfreiheit einschränke. Mit Verweis auf den Tierschutz sei dies aber verhältnismäßig. Konkret sieht das Gericht im flämischen Schächtverbot ein "angemessenes Gleichgewicht" zwischen Tierschutz und Religionsfreiheit. Auch beziehe sich die Einschränkung nur auf einen Aspekt der rituellen Handlung und verbiete nicht die Schlachtung insgesamt. Das flämische Dekret erlaube zudem, rituell geschlachtetes Fleisch zu importieren und vor Ort zu verkaufen.

Scharfe Kritik übte schon unmittelbar nach Bekanntwerden der EuGH-Entscheidung die Europäische Rabbinerkonferenz (CER). Sie sieht das Recht auf freie Religionsausübung in Gefahr. Die jüdische Gemeinde in Europa müsse sich "einmal mehr die Frage stellen, ob sie in Europa wirklich willkommen ist", erklärte der CER-Präsident und Moskauer Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt. Das flämische Dekret habe einen Präzedenzfall geschaffen, der bereits spürbare Folgen für die jüdische Gemeinde Belgiens habe. So sei es während der Corona-Pandemie zu Versorgungsengpässen gekommen. Zu befürchten sei, dass nun jüdische Gemeinden in ganz Europa Auswirkungen des Urteils "zu spüren bekommen".

Ähnlich äußerte sich die orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD). "Mit dem Argument, das Wohl des Tieres habe Vorrang vor religiösen Praktiken, wird religiösen Minderheiten das Leben noch schwerer gemacht als zuvor und die ihnen bislang garantierte Religionsfreiheit wesentlich eingeschränkt." Zudem sei das religiöse Schlachten in der EU bereits stark reguliert.


Quelle: Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at)

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