Grußwort des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit zum jüdischen Neujahrsfest

In einer Welt voll Sorgen, Unsicherheit und Ungewissheit ist der Beginn des neuen jüdischen Jahres 5783 heute Abend ein Lichtblick besonders mit den damit verbundenen Traditionen. Der Klang des Schofar ruft zu Rosch haSchana Jüdinnen und Juden die ethischen, zwischenmenschlichen Pflichten und auch jene G’tt gegenüber in Erinnerung und zu einer selbstkritischen Rückschau des vergangenen Jahres auf. Dieser Blick auf die Verfehlungen angesichts der ethischen Verpflichtungen täte allen Menschen und Gesellschaften gut.
In all den schrecklichen Ereignissen sind wir als gläubige Menschen gewiss, dass der Ewige uns auch im vergangenen Jahr begleitet hat und wir von ihm Vergebung erwarten dürfen, wenn wir uns auch um Aussöhnung mit den Mitmenschen bemühen, gegen die wir uns verfehlt haben. Die Zuversicht und Freude, die in diesen Tagen liegt, möge über die jüdische Gemeinschaft hinaus ausstrahlen.
In christlichen Gemeinden wird heute gebetet: „Wir bitten Dich Ewiger, segne die Juden und Jüdinnen dieser Stadt. Möge das Jahr 5783 gut und süß sein. Denke an uns allen, damit wir leben und schreibe uns für ein gutes Leben ins Buch des Lebens ein.“
Die Präsenz der jüdischen Gemeinden in der österreichischen Gesellschaft und ihr außergewöhnliches Engagement für Kriegsvertriebene aus der Ukraine erfüllt uns alle, in denen sich die Liebe zur Menschheit regt, mit Freude und Dankbarkeit.
Alle Religionen müssen sich in den Dienst der Einheit der Menschheit stellen, Motor des Friedens in und zwischen den Völkern sein und sich als Hoffnung für diese Welt erweisen.
Wir grüßen die jüdischen Gemeinden herzlich zu den zehn ehrfurchtsvollen Tagen von Rosch haSchana, dem Neujahrsfest, bis Jom Kippur, dem Versöhnungstag, und wünschen allen ein gutes und süßes Jahr 5783. Möge Friede und Zuversicht auch durch das neue Jahr tragen. Ein gutes Eintragen und ein gutes Besiegeln. Shana tova u’metuka!
Margit Leuthold, Willy Weisz, Martin Jäggle im Namen des Vorstandes

Schönborn-Glückwünsche zum jüdischen Neujahrsfest

Kardinal wünscht in Schreiben an Oberrabbiner Engelmayer zum Neujahrsfest und zu Jom Kippur "Frieden im Heiligen Land und auf der ganzen Welt

Kardinal Christoph Schönborn hat Oberrabbiner Jaron Engelmayer stellvertretend für die Jüdinnen und Juden in Österreich seine besten Glückwünsche zum anstehenden jüdischen Neujahrsfest (25.-27. September) überbracht. In seinem Schreiben hält Schönborn wörtlich fest: "Die Welt ist wieder überschattet von großen Sorgen. Krieg, Klimawandel, Teuerung, Energiekrise. Umso mehr dürfen wir auf den Segen von oben hoffen und ihn erbitten. Deshalb entbiete ich zu Rosh Hashana und zu Jom Kippur Ihnen und der Israelitischen Kultusgemeinde von ganzem Herzen meine besten Wünsche." Für das kommende Jahr 5783 der jüdischen Zeitrechnung hoffe er darauf, dass der Frieden in
Israel sich "festigen und wachsen" möge, so der Kardinal. Ebenso bitte er Gott um Frieden für die ganze Welt. Das jüdische Neujahrsfest (Rosh Hashana) beginnt am Sonntagabend und endet am Dienstagabend. Für Juden beginnt dann das Jahr 5783 nach Erschaffung der Welt. Mit dem Neujahrsfest beginnt zugleich der jüdische Festmonat Tischri. In ihn fallen auch der höchste jüdische Feiertag, der Versöhnungstag Jom Kippur, der am Abend des 4. Oktober beginnt und bis zum Abend des 5. Oktober dauert, sowie das achttägige Laubhüttenfest (Sukkot) und das Fest der Thora-Freude (Simchat Tora).

Quelle: Kathpress

Newsletter September

Liebe Freunde und Interessierte des Koordinierungsauschuss für chrislich-jüdische Zusammenarbeit!

Nach einem aufregendem Sommer senden wir euch mit unserem September Newsletter wieder einige neue und interessante Informationen zu unserem Ausschuss und kommenden Veranstaltungen.

Übersicht:
  • Neuer Mitarbeiter: Bernd Bogensberger ist seit August Assistent der Geschäftsführung
  • Rabbiner Rotschild in Wien: Am 30.09. und 01.10. wird der Berliner Rabbiner interessante Vorträge zum Thema “Bibel” und “Rabbinat” halten
  • Rosch ha-Schana: Von 25. bis 27. September wird heuer das jüdische Neujahr gefeiert
  • Neuer Dialog / Du Siach: Die Ausgabe Nummer 129 wird in Kürze verschickt und enthält wieder spannende Beiträge
  • Mitglieder Aktion: Mitlgliedschaft 2023 zahlen und auch schon 2022 Vorteile genießen

Neuer Mitarbeiter!
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Bernd Bogensberger, BA ist seit 01. August der Assistent von unserem Geschäftsführer Dr. Yuval Katz-Wilfing und wird ihm vor allem in den Bereichen der Mitglieder Administration und des täglichen Büroalltags unterstützen.
Herr Bogensberger wohnt mit seiner Frau und seinen 4 Kindern in Wien und freut sich schon sehr auf die vielseitige Arbeit im Koordinierungsausschuss!

Rabbiner Rothschild in Wien!
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Dr. Walter Rothschild ist in England geboren und amtiert als Rabbiner schon fast 40 Jahre in mehreren Gemeinden in ganz Europa (ua. England, Slowakei, Kroatien und Deutschland). Er hat einige Zeit als Gemeinderabbiner in Deutschland und Österreich verbracht und vielseitige Erfahrungen gesammelt.

Im Rahmen des “Bibelpfades" des Österreichisch Katholischen Bibelwerks am 30. September in der Wiener Innenstadt wird Rabbiner Rotschild einen Vortrag zum Thema “Bibel jüdisch lernen” halten: In Buch Nehemia Kapitel acht steht: „Esra, der Priester, brachte die Weisung vor die Gemeinschaft, so Männer wie Frauen, und alle, der im Zuhören erfasst“. Rabbiner Dr. Walter Rothschild hat sich seit vielen Jahren mit dieser Bibel-Stelle beschäftigt und wird uns in seinem Vortrag seine Erkenntnisse und Gedanken mitteilen.

Informationen zum Bibelpfad finden sie hier.

Der Vortrag findet hier statt:
Jesitenkommunität Wien I., Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
Wann: Freitag 30.9.2022, 14:30 – 16:30 Uhr

Einen Tag darauf wird der Rabbiner uns eine Lesung halten zum Thema: „Geschichten aus dem Schreibtisch des Rabbis“ Der Vortragende stellt die Frage, was macht der Rabbiner eigentlich den ganzen Tag? Man sagt, er sei sechs Tagen nicht zu sehen und am siebenten nicht zu verstehen. Mit fast 40 Jahren Erfahrung als Rabbiner und Seelsorger hat Rothschild seine Erfahrungen und die von Kollegen in Geschichten zusammengefasst. An dieser Abend, gleich nach dem Sabbat, haben wir die Gelegenheit, von Rabbi Rothschild Passagen aus der gleichnamigen Buchreihe zu hören und mit ihm zu diskutieren, was macht ein Rabbiner eigentlich.

Vor der Lesung machen wir Hawdala, der Ritus der Unterscheidung zwischen Sabbat und den Wochentagen.

Veranstaltung findet im Büro des Koordinierungsauschusses in der Tandelmarktgasse 5, 1020 Wien, von 20 bis 21:30 Uhr statt.

Jüdisches Neujahrsfest - Rosh HaSchana
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Das jüdische Fest Rosch HaSchana erinnert an die Schöpfung der Welt und an die Schöpfung Adams. Der Tag heißt ursprünglich „Tag des ergreifenden Schofartons“. Nach der Mischna ist der Tag des Schofarblasens der Jahresbeginn. Die Mischna ist die Grundlehre des Talmuds. Sie enthält die wichtigsten Überlieferungen des Judentums.

Rosch HaSchana feiern Jüdinnen und Juden weltweit an zwei Tagen und in diesem Jahr vom 25. bis 27. September. Denn in alter Zeit gab es Unsicherheit bei der Bestimmung des Neumondes und damit über das Ende des Monats Elul und den Beginn des Monats Tischrei. Wie jedes jüdische Fest beginnt und endet dieses am Vorabend.

Das jüdische Museum in Wien wird daher am 29. September um 19:30 Uhr ein Neujahrskonzert abhalten zu dem sie herzlich eingeladen sind zu kommen! Tickets und Infos hier.

Dialog / Du Siach #129 bald da!
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Die Chefredakteurin des “Dialogs / Du Siach” Frau DDr. Constanza Cordoni hat wieder spannende Beiträge für sie zu den Themen “Bürgerliche Sepulkralkultur”, “Mittelalterliche Synagogen in Korneuburg und Bruck an der Leitha”, “Jüdische Wurzeln und pädagogischer Auftrag” und “Vom jüdischen Witz zum Judenwitz” zusammengestellt!

In der ersten Oktoberwoche wird die neue Ausgabe an sie versendet! Sie sind noch kein Abonnent?! Dann gleich unter untenstehenden Button eine bzw. einer werden!


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Mitgliederaktion: 2023 bezahlen und bereits 2022 Vorteile genießen!

Werden sie Mitglied vom Koordinierungsauschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit und unterstützen sie uns bei unserer wichtigen Arbeit gegen Diskriminierung und Antisemitismus. Der Koordinierungsausschuss ist in Österreich die einzige aus dem Bereich der Kirchen hervorgegangen Organisation, die sich ausschließlich dem Dialog zwischen Christinnen, Christen und Jüdinnen und Juden widmet.

Damit das auch sei bleibt brauchen wir ihre Unterstützung! Werden sie Mitglied um 35 EUR pro Jahr und erhalten sie unsere Zeitschrift “Dialog / DuSiach” viermal frei Haus oder auch in der online Version zugesandt.

Jetzt Mitglied werden!

Lesung mit Rabbiner Walter Rothschild „Geschichten aus dem Schreibtisch des Rabbis“

SAMSTAG, 1. OKTOBER 2022 UM 20:00
Tandelmarktgasse 5/2-4

Stellen Sie sich die Frage, was macht der Rabbi eigentlich den ganzen Tag? Es heißt, er sei sechs Tage lang nicht zu sehen und am siebten nicht zu verstehen. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung als Rabbiner und Seelsorger hat Rothschild seine Erfahrungen und die seiner Kollegen in Erzählungen zusammengestellt. Vor der Lesung machen wir havdalah.
*
Rabbi Walter Rothschild reads from his book series, Tales from the Rabbi's Desk.
Ask the question, what does the rabbi actually do all day? It is said that he cannot be seen for six days and cannot be understood on the seventh. With more than 30 years of experience as a rabbi and pastoral counselor, Rabbi Rothschild has compiled his experiences and those of his colleagues into narratives. Before the reading we will perform Havdalah.

und auf Facebook…

Bibelpfad

30. September 2022

Programm:
14.30-16.30 Uhr: Bibel jüdisch lernen
(Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusamennarbeit)

"Esra, der Priester, brachte die Weisung vor die Gemeinschaft, so Männer wie Frauen, und all jeden, der im Zuhören erfaßt."
Referent Rabbiner Dr. Walter Rothschild erklärt Nehemia 8.


Jesuitenkommunität Wien I., Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
Arrupe-Saal.

Weitere Infos: https://www.bibelwerk.at/bibelpfad

„Edith Stein – ein Kind des jüdischen Volkes“ von und mit Annemarie Hayer Buchvorstellung

Mon., 24. Oktober 2022, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Ort: Haus der Begegnung
Kalvarienbergplatz 11
7000 Eisenstadt

VeranstalterIn:
Kooperation des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit der Diözese Eisenstadt und Haus der Begegnung

Edith Stein wurde am 12.10.1891 in Breslau in eine jüdische Familie geboren, war international anerkannte Philosophin, konvertierte 1922 zur kath. Kirche, trat 1933 in den Teresianischen Karmel ein und wurde am 9.8.1942 in Auschwitz ermordet. Am11.10.1998 wurde sie in Rom heiliggesprochen.

Das intensive, vielfältige Leben, das sie zwischen diesen Daten gelebt hat, versucht Annemarie Hayer in ihrem Buch „Edith Stein – ein Kind des jüdischen Volkes“ und in einer Lesung aus diesem Buch zumindest in Ansätzen erfahrbar zu machen.

Annemarie Hayer ist Witwe und hat 3 Töchter und 3 Enkel, lebt im Weinviertel und ihre spirituelle Heimat ist im Teresianischen Karmel.

Einbegleitung und Moderation: FI MMag. Dr. Lukas Pallitsch

In Kooperation mit dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit der Diözese Eisenstadt

Freie Spenden sind erbeten

Quelle: http://www.hdb-eisenstadt.at/institution/5064/kalender/calendar/1224001.html


Zum 80. Todestag von Edith Stein ein Buchtipp

Annemarie Hayer erschließt mit ihrem Buch die jüdische Prägung der großen europäischen Heiligen Edith Stein.

Geboren am 12. Oktober 1891 als Jüdin. Getauft am 1. Jänner 1922 als Katholikin. Deportiert am 2. August 1942 als jüdische Christin, weil die niederländischen Bischöfe in einem mutigen Hirtenbrief sich mit den verfolgten Juden solidarisch erklärt haben.

Gestorben am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz. Ermordet, weil sie Jüdin war. Am 1. Mai 1987 sprach Papst Johannes Paul II. Teresia Benedicta vom Kreuz selig. Am 11. Oktober 1998 wurde sie von Papst Johannes Paul II. in Rom heiliggesprochen und zur Patronin Europas erhoben. So lässt sich in wenigen Sätzen das Leben von Edith Stein umschreiben, die als Karmelitin Teresia Benedicta vom Kreuz bis heute eine große Faszination ausübt.

Annemarie Hayer zeichnet in ihrem Buch das Leben und das Umfeld dieser Heiligen nach, sie erschließt mit ihrem Buch die jüdische Herkunft und Prägung von Edith Stein. Zugleich ist dieses Buch ein Anstoß zur christlichen Selbstvergewisserung der jüdischen Grundlagen und des gemeinsamen Gottes-Bundes.

Edith Stein war eine Zeugin, die das Judentum und das Christentum auf ihre Weise kannte und in beiden gelebt hat.

Mein Fazit:
Ein gelungenes Buch über die Jüdin, Philosophin, Christin und Karmelitin Edith Stein. Besonders aufschlussreich sind auch die Exkurse, etwa über die nie geschriebene Enzyklika, die Edith Stein angeregt hat.

gepostet von: Stefan Kronthaler  aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

Annemarie Hayer, Edith Stein. Ein Kind des jüdischen Volkes, hrsg. vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit
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Oder rufen Sie uns an!
Oder kommen Sie einfach vorbei!

Preis: 11,50 Euro und 3,50 Euro Versandkosten.

"Es ist im Grunde immer eine kleine, einfache Wahrheit, die ich zu sagen habe: Wie man es anfangen kann, an der Hand des Herrn zu leben", schreibt Edith Stein 1922.

Am 7. August vor 80 Jahren wurde Edith Stein nach Auschwitz deportiert und zwei Tage später ermordet. Als "Märtyrerin der Liebe" bezeichnet sie die Autorin Annemarie Hayer. Ich habe sie für meine Sendung (morgen, Sa., 7.8., 17.30 Uhr) interviewt. Gemeinsam versuchen wir das spirituelle Erbe der Jüdin und Christin, der Philosophin und Ordensfrau hörbar zu machen.

Viel Freude beim Hören und Nachhören wünscht
Stefanie Jeller

https://radioklassik.at/edith-stein-maertyrerin-der-liebe/

Edith Stein – Märtyrerin der Liebe. | radio klassik
Vor 80 Jahren ist Edith Stein in Auschwitz ermordet worden. Aufgewachsen als Jüdin suchte sie nach der Wahrheit, zunächst in der Philosophie, dann in der christlichen Spiritualität der Heiligen Teresa von Avila.
radioklassik.at

Nachhören: https://radioklassik.at/edith-stein-maertyrerin-der-liebe/
Podcast herunterladen: https://radioklassik.at/programm/podcast/?podcat=Lebenswege&podcatid=106
(Unter Sendedatum 7.8.2022, bitte auf "Download" klicken!)

Vor 75 Jahren Konferenz von Seelisberg

Die internationale Konferenz fand vom 30. Juli bis 5. August 1947 statt.
Bei diesem Treffen nahmen rund 70 jüdischen und christlichen Gläubigen aus 19 Ländern teil. Ziel war, gegen jede Form des Antisemitismus einzutreten. Nach dem Krieg wollten sie den Frieden dadurch sichern, in dem sie den Dialog zwischen den Religionen förderten.

Hier sind die 10 Thesen: 
  1. Es ist hervorzuheben, dass ein und derselbe Gott durch das Alte und das Neue Testament zu uns allen spricht.
  2. Es ist hervorzuheben, dass Jesus von einer jüdischen Mutter aus dem Geschlechte Davids und dem Volke Israels geboren wurde, und dass seine ewige Liebe und Vergebung sein eigenes Volk und die ganze Welt umfasst.
  3. Es ist hervorzuheben, dass die ersten Jünger, die Apostel und die ersten Märtyrer Juden waren.
  4. Es ist hervorzuheben, dass das höchste Gebot für die Christenheit, die Liebe zu Gott und zum Nächsten, schon im Alten Testament verkündigt, von Jesus bestätigt, für beide, Christen und Juden, gleich bindend ist, und zwar in allen menschlichen Beziehungen und ohne jede Ausnahme.
  5. Es ist zu vermeiden, dass das biblische und nachbiblische Judentum herabgesetzt wird, um dadurch das Christentum zu erhöhen.
  6. Es ist zu vermeiden, das Wort „Juden“ in der ausschließlichen Bedeutung „Feinde Jesu“ zu gebrauchen, oder auch die Worte „die Feinde Jesu“, um damit das ganze jüdische Volk zu bezeichnen.
  7. Es ist zu vermeiden, die Passionsgeschichte so darzustellen, als ob alle Juden oder die Juden allein mit dem Odium der Tötung Jesu belastet seien. Tatsächlich waren es nicht alle Juden, welche den Tod Jesu gefordert haben. Nicht die Juden allein sind dafür verantwortlich, denn das Kreuz, das uns alle rettet, offenbart uns, dass Christus für unser aller Sünden gestorben ist. Es ist allen christlichen Eltern und Lehrern die schwere Verantwortung vor Augen zu stellen, die sie übernehmen, wenn sie die Passionsgeschichte in einer oberflächlichen Art darstellen. Dadurch laufen sie Gefahr, eine Abneigung in das Bewusstsein ihrer Kinder oder Zuhörer zu pflanzen, sei es gewollt oder ungewollt. Aus psychologischen Gründen kann in einem einfachen Gemüt, das durch leidenschaftliche Liebe und Mitgefühl zum gekreuzigten Erlöser bewegt wird, der natürliche Abscheu gegen die Verfolger Jesu sich leicht in einen unterschiedslosen Hass gegen alle Juden aller Zeiten, auch gegen diejenigen unserer Zeit, verwandeln.
  8. Es ist zu vermeiden, dass die Verfluchung in der Heiligen Schrift oder das Geschrei einer rasenden Volksmenge: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ behandelt wird, ohne daran zu erinnern, dass dieser Schrei die Worte unseres Herrn nicht aufzuwiegen vermag: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, Worte, die unendlich mehr Gewicht haben.
  9. Es ist zu vermeiden, dass der gottlosen Meinung Vorschub geleistet wird, wonach das jüdische Volk verworfen, verflucht und für ein ständiges Leiden bestimmt sei.
  10. Es ist zu vermeiden, die Tatsache unerwähnt zu lassen, dass die ersten Mitglieder der Kirche Juden waren.

Schawuot und Pfingsten

In Kürze werden die Feste Schawuot und Pfingsten gefeiert. Christen und Juden feiern das jeweilige Fest 50 Tage nach Pessach bzw. Ostern. Doch was ist der Anlass zum Feiern und welche Bräuche pflegen Angehörige der beiden Religionen? Yuval Katz-Wilfing und Ferenc Simon klären die wichtigsten Fragen zu den Feiertagen in unserem neuen Video.

Gottesbild und Menschenbild im Judentum

In der Reihe der interreligiösen Kamingesprächen widmet sich der Religionswissenschafter und Judaist Juval Katz-Wilfing der Frage nach Gottes- und Menschenbild im Judentum. Er leitet den jüdisch-christlichen Koordinierungsausschuss in Wien.

Es ist der 9. November. Bereits ist es dunkel geworden. Vor 83 Jahren ereignete sich im ganzen deutschen Reich – auch Österreich gehörte dazu – die Reichspogromnacht. Synagogen und jüdische Häuser wurden zerstört. Juden und Jüdinnen wurden getötet. Aus dem Saal der evangelischen Gemeinde unter der Pauluskirche in Feldkirch dringt Licht. Es haben sich zahlreiche Menschen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Religionen und christlichen Konfessionen versammelt. „Die jüdische Stimme fehlt im Dialog“ betonte Pfr. Margit Leuthold in ihrer Begrüßung zum interreligiösen Kamingespräch. „Um so mehr sind wir froh, dass wir im Rahmen des interreligiösen Kamingespräches zu einem gemeinsamen Lernen mit Texten aus der jüdischen Tradition zum Gottesbild und Menschenbild einladen dürfen“.mehr …

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