Generalversammlung

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„Lasst uns auf einandermal vertagen“

MITTWOCH, 29. MAI 2019
Sitzungssaal der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Stiege 8, 2. Stock, Universitätsring 1, 1010 Wien

Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit widmet sich in der diesjährigen Generalversammlung gemeinsam mit der Katholisch- Theologischen Fakultät der Wiener Gesera.

Die Fakultät hat die Wiener Gesera, also die Zerstörung der Wiener jüdischen Gemeinde 1420/21, durch ein ausweichendes Manöver am 9. Juni 1419 mitbedingt, indem sie die Frage ihrer Stellungnahme zur jüdischen Gemeinde in Wien verschob: „Lasst uns auf einandermal vertagen.“ Die nachweisbare judenfeindliche Haltung der Fakultät wurde durch Gleichgültigkeit verdeckt.

Die Generalversammlung ist gerahmt von
einem Studienvormittag 9.45 – 13.00 Uhr (öffentlich)

„Das christlich-jüdische Verhältnis im 14./15. Jahrhundert in Wien“
In Kooperation mit dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs und einer Podiumsdiskussion 18.30 – 20.30 Uhr (öffentlich)

„Lasst uns auf einandermal vertagen.“
Theologie und Judentum im Spannungsfeld von Religion und Politik

So versteht sich die Einladung von Seiten der Katholisch-Theologischen Fakultät als ein Anstoß, dieses Erbe anzunehmen, es zu erforschen und die entsprechenden Folgerungen in allen theologischen Fächern wirksam werden zu lassen: für einen aufrichtigen und von wirklichem Interesse getragenen Umgang und Dialog mit jüdischen Menschen und Gemeinschaften in Wien und darüber hinaus. Denn die „Gleichgültigkeit gegenüber der Zerstörung bedeutet Komplizenschaft“ (Elie Wiesel).

Wir freuen uns auf Sie!

Univ.-Prof. em. Dr. Martin Jäggle
Präsident
des Koordinierungsausschusses
für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Univ.-Prof. Dr. Johann Pock
Dekan

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Statement of the Polish Council of Christians and Jews

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May 14, 2019

In recent weeks, tensions have intensified in Poland that give rise to our deep concern. In public life -- and not only on its margins -- statements attacking Jews keep appearing. Among the most shocking was the sermon of Bishop Andrzej Jeż, who quoted the accusations from 100 years ago, suggesting that the Jews planned to fight the Church and that this may explain current Church problems. Since these accusations were spoken in the presence of a large number of priests, one may be justifiably concerned that they are a sign of approval for anti-Semitic attitudes such as those known from pre-war times. This raises understandable fears on the part of Jews, as well as among those who do not agree with basing social life on hatred.
An event that has been widely reported in Poland as well as worldwide is the return, in Pruchnik, to the folk custom of flogging the likeness of Judas. Regardless of the fact that encouraging children to hit a human shape with sticks is a highly dubious educational method, the problem is that the image was presented as a stereotypical Jew, thus encouraging the beating of Jews. It was of course symbolic but one cannot avoid the question as to whether it is not shaping a mentality that facilitates aggression in reality.
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TRIALOG 6: Religion und Gewalt: Jüdische, christliche und muslimische Perspektiven

22. Mai 2019, 19.00 Uhr: RadioCafe, Argentinierstrasse 30A, 1040 Wien

Es diskutieren /Prof. Dr. Wolfgang Palaver (Universität Innsbruck), Yuval Katz, MA (Religionswissenschaftler, Christlich-Jüdischer Koordinierungsausschuss) sowie Prof. Mohamed Kabbani (Kirchlich-Pädagogische Hochschule Wien Krems).

Moderiert wird der TRIALOG von Prof. Dr. Regina Polak, MAS (Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Wien)

Gewalt im Umfeld von Religionen und Religionsgemeinschaften ist seit jeher ein zentraler Auslöser für Religionskritik und Atheismus. Die derzeit medial, gesellschaftlich und politisch präsenten Debatten um religiös-politische Fundamentalismen, den politischen Islamismus, aber auch um den Missbrauch durch katholische Geistliche bringen diesen Zusammenhang auch in Österreich aktuell wieder ins Bewusstsein und forcieren laut der aktuellen Europäischen Wertestudie Entkonfessionaliserungsprozesse und die Abkehr von (nicht nur institutionalisierter) Religion.

Umgekehrt werden auch religiöse Menschen Opfer von Gewalt: Juden, die  unter einem europaweit

erstarkenden Antisemitismus leiden, aber auch Muslime, die infolge pauschaler Verurteilungen „des“ Islam Opfer von Übergriffen werden. Nicht zuletzt müssen sich auch Christen zunehmend häufiger für ihre Kirchen-Zugehörigkeit rechtfertigen.

Stadtspaziergang – im jüdisch geprägten zweiten Bezirk von heute

Do, 16.05., ab 15 Uhr
Treffpunkt: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Tandelmarktgasse 5/2-4, 1020 Wien
Wie gestaltet sich jüdisches Leben heute?
Welche jüdischen Organisationen und Institutionen gibt es? Wo befinden sich Begegnungsorte und Dialogmöglichkeiten? Diese und Ihre ganz persönlichen Fragen, beantwortet Ihnen Gerti Schmidt, staatlich geprüfte Fremdenführerin und Wiener Jüdin.
Der Stadtspaziergang wird in einem koscheren Restaurant beendet, so können Sie gleich einen Vorgeschmack auf die jüdische Küche bekommen.
Dauer: 2-2,5 Stunden,
Kosten: 17 Euro/ Person bar vor der Führung zu bezahlen Begrenzte
Teilnehmerzahl: max. 30 Personen

Anmeldung hier

Einladung

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Vortrag und Buchpräsentation

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Wanderung

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Der Vorstand des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit wünscht allen Lesern dieser Seite - in zeitlicher Reihenfolge

Pessach kascher v'same'ach
sowie
ein gesegnetes Osterfest


Grußbotschaft zu Pessach 5779

Osterwünsche

Die Rolle des Geschlechts

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Exkursion

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Vorstellung des Forschungsprojektes „Religiöse Vielfalt an Wiener Schulen in der Ersten Republik (1918-1938)”

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Café Abraham Wien

Mit Freude und Dankbarkeit blickt Café Abraham Wien auf einen bereichernden zweitätigen Workshop zum Thema Scriptural Reasoning zurück. In Zusammenarbeit mit Regina Polak von dem Institut für Praktische Theologie der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien konnte dieser Workshop am 07.03. und 08.03 an der Universität Wien realisiert werden. Scriptural Reasoning ist eine texthermeneutische Methode, bei der VertreterInnen der drei abrahamitischen Religionen gemeinsam Textausschnitte aus der Torah, dem Neuen Testament und dem Koran lesen und über die gemeinsame Textlektüre miteinander ins Gespräch kommen. Ziel der gemeinsamen Textlektüre ist es, die unterschiedlichen Hermeneutiken und Herangehensweisen an einen heiligen Text kennenzulernen und auf einer respektvollen Ebene Fragen zu diskutieren, die ein Text aufwirft. Dazu wurden Studierende aus Deutschland und Ungarn eingeladen sowie VertreterInnen unterschiedlicher religiöser Jugendorganisationen, die unter der Anleitung von Dr. Daniel Weiss von der University of Cambridge mit der Methode des Scriptural Reasoning bekannt gemacht wurden. Nach einer theoretischen Einheit, bei der die TeilnehmerInnen in die jüdische, christliche und islamische Text-Hermeneutik eingeführt wurden, erfolgten praktische Einheiten, bei denen die TeilnehmerInnen die Methode gemeinsam praktizierten. Café Abraham Wien freut sich über die vielen neuen Ideen und gemeinsamen Projekte, die im Zuge der Tagung entstanden sind. Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren, die diese Tagung ermöglicht haben: dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der Kardinal König-Stiftung, Ruth Steiner und der FV Katholische Theologie Wien. Danke aber auch allen TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen, insbesondere Prof. Dr. Regina Polak.cafeabrahamcafeabraham2mehr …

Film

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ICCJ Erklärung zum Antisemitismus

In Sorge und Abscheu vor dem gegenwärtigen Wiederaufleben des Antisemitismus in vielen Ländern hat der ICCJ nachfolgende Stellungnahme unter dem Titel "Die Anforderungen unserer Zeit" herausgegeben:

Die Anforderungen unserer Zeit. Eine Erklärung zum Antisemitismus
Dreiste und schamlose Ausdrucksformen von Antisemitismus nehmen zu in Europa, Nord- und Südamerika und darüber hinaus, immer häufiger anzutreffen auch im öffentlichen Leben. Angriffe und Vandalismus gegen Eigentum, Gebäude und Menschen – ja sogar Mord – sind in mehreren Ländern geschehen. Jüdinnen und Juden in vielen Orten sprechen von einem zunehmenden Gefühl von Furcht und Unsicherheit.

Die Geschichte zeigt, dass die Geißel des Antisemitismus die verderbliche Fähigkeit besitzt, sich im jeweiligen Kontext in scheinbar unendlich vielen Ausdrucksformen zu zeigen. In der Welt des vorchristlichen Mittelmeerraums wurden Juden manchmal dafür angegriffen, dass sie heidnische soziale und religiöse Regeln ablehnten. Jüdinnen und Juden wurden im europäischen Christentum ausgegrenzt, weil sie die christliche Botschaft nicht annahmen; so wurden sie in Krisenzeiten leicht zu Sündenböcken. Während der Aufklärung fühlte sich eine vermeintlich säkularisierte Gesellschaft von der jüdischen Verweigerung gekränkt, sich religiös und kulturell zu assimilieren, verdächtigte aber später Juden, die sich assimilierten, verschiedener Verschwörungspläne.

Solche Verschwörungstheorien waren durchaus widersprüchlich, wenn etwa Juden beschuldigt wurden, Drahtzieher des Kapitalismus zu sein, während sie gleichzeitig dafür bezichtigt wurden, den Kommunismus zu verfechten. Pseudowissenschaftlich wurden Juden als genetische Gefahr für angeblich überlegene Rassen gebrandmarkt. In unserer Zeit erleben wir, dass die jüdische Sehnsucht nach gesicherter politischer Selbstbestimmung, was anderen Völkern als Menschenrecht zugestanden wird, als rassistisch denunziert wird.

Der Internationale Rat der Christen und Juden (ICCJ) nimmt das Wiederaufflammen von Antisemitismus mit großer Sorge und Abscheu zur Kenntnis. Der ICCJ wurde 1947 in Seelisberg (Schweiz) nach einer wegweisenden „Dringlichkeitskonferenz über Antisemitismus“ gegründet. Diese Konferenz war eine christliche und jüdische Reaktion auf den Antisemitismus, der zur Schoah (Holocaust) führte und auch danach weiter virulent war. Infolge der Seelisberg-Konferenz haben zahlreiche christliche Kirchen in ihrer Lehre eine bislang übliche Verachtung des Judentums verworfen und Antisemitismus als Sünde gegen Gott und die Menschlichkeit bezeichnet. Auf beispielslose Weise begannen sie, religiöse Gegensätze abzubauen, die über lange Zeit die Feindschaft zum Judentum schürten, und ersetzten diese mit neuen theologischen Lehren, die interreligiöse Freundschaft und Zusammenarbeit zu fördern vermögen. Leider vollzieht sich dieser revolutionäre Reformkurs zu einer Zeit, in der religiöse Gemeinschaften nur noch beschränkten Einfluss darauf haben, jene Herabwürdigung anderer zu überwinden, zu deren Verankerung in der westlichen Kultur sie einst selbst beigetragen haben.

Es heißt, der wiederauflebende Antisemitismus sei ein Warnsignal für einen gesellschaftlichen Zusammenbruch. Und in der Tat sind wir heute an vielen Orten Zeugen für ein Erstarken von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Intoleranz und einen Mangel an grundlegendem menschlichen Respekt für Personen, die in irgendeiner Form „anders“ sind. Unsere Mitmenschlichkeit kann und muss besser sein! Auch wenn unsere Stimmen manchmal schwach und wenig effektiv wirken, sind wir alle aufgerufen – als Einzelne, Organisationen und Gesellschaften – unseren Widerstand gegen alle Formen von Fanatismus und Voreingenommenheit zu verstärken, darauf zu beharren, dass politisch Verantwortliche das Gemeinwohl von allen fördern und uns selbst erneut darauf zu verpflichten, uns für den Dialog auf allen Ebenen einzusetzen.

Der Vorstand des Internationalen Rates der Christen und Juden
Martin-Buber-Haus, Heppenheim, 28. Februar 2019

Quelle: http://www.iccj.org/Media.6372.0.html

Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen in historischer Sicht

Termin: 21. bis 24. Februar 2019
Ort: Donau-Universität Krems, Trakt West, Raum 1.03

mit Professor Em. Dr. Stefan Schreiner (Universität Tübingen)
PD Dr. Martha Keil (Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten)
Senad Kusur, MA (Donau-Universität Krems, Zentrum Religion und Globalisierung), u.a.
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Tag des Judentums 2019 in Linz

Zeitreise zu Orten jüdischen Lebens und Glaubens in Linz.
Tag des Judentums 2019

Am Do., 17.1.2019 folgten über 180 BesucherInnen, darunter auch Bischof Dr. Manfred Scheuer und Bischof em. Dr. Maximilian Aichern der Einladung des christlich-jüdischen Komitees OÖ zum diesjährigen Tag des Judentums an der Katholischen Privat-Universität. Außerdem konnte auch Mag. Dr. Walter Schuster, Direktor des Archivs der Stadt Linz, als Ehrengast begrüßt werden. Die ReferentInnen Casimir Paltinger; Wolfram Starczewski, Mag.a Verena Wagner; Mag. Günter Merz und Dr.in Charlotte Herman führten gemeinsam mit Mag.a Gudrun Becker, Leiterin des christlich-jüdischen Komitees, mithilfe von Stadtplänen, Videoeinspielungen, Dialogsequenzen, Fotos und Bildern, Plänen, Familiengeschichten und persönlichen Erinnerungen durch die Geschichte jüdischen Lebens und Glaubens in Linz vom 14. bis ins 20. Jahrhundert.

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Ökumenischer Gottesdienstes am Tag des Judentums in Graz

„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ lautete das Thema des ökumenischen Gottesdienstes am Tag des Judentums (17. Jänner), der dieses Jahr in der Heilandskirche stattfand. Die biblische Lesung (3. Mose 19) wurde diesmal von Schauspielstudierenden der Kunstuniversität Graz (Univ.-Prof. Werner Strenger) von verschiedenen Orten des Kirchenraumes aus zu Gehör gebracht. Mit diesem biblischen Wort standen die Gebote im Zentrum des Gottesdienstes, die zu sozialem und solidarischen Verhalten auffordern. Dr. Stefanie Plangger, katholische Theologin und Geschäftsführerin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, konzentrierte sich in ihrer Predigt auf das in der Tora zentrale Gebot der Nächstenliebe und interpretierte es in der ebenfalls möglichen Übersetzung „Du sollst deinen Nächsten lieben, denn er ist wie du“. Mit dieser Lesart werde eine Nähe zum anderen geschaffen, die allein durch das Menschsein begründet ist, gleichzeitig werde aber auch eine heilsame Distanz zum Nächsten gewahrt. Denn er ist eben gerade nicht wie ich. Das Gebot der Nächstenliebe, das wir Christen wie auch andere wesentliche Glaubensinhalte der jüdischen Tradition zu verdanken haben, habe sich im praktischen Tun auszuwirken, so z.B. auch in christlich-jüdischer Zusammenarbeit, so Dr. Plangger.
Der Gottesdienst wurde von einem Team aus dem Vorstand des Grazer Komitees unter Leitung von Dr. Peter Ebenbauer vorbereitet und von VertreterInnen der Römisch-katholischen, der Evangelischen, der Evang.-methodistischen und der Orthodoxen Kirchen geleitet.
Musikalisch gestaltete den Gottesdienst Kantor Thomas Wrenger an der Orgel.

Sabine Maurer

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Faszination Judentum. Buchpräsentation und Vortrag

Dienstag, 26. März 2019, Beginn 18.00 Uhr
Ort: Koordinierungsstelle für christlich-jüdische Zusammenarbeit, 
1020 Wien, Tandelmarktgasse 5/2-4

 
Dr. Theodor Much, Facharzt für Dermatologie und seit 1990 Präsident der jüdischen Reformgemeinde Or Chadasch ("Neues Licht") Wien, stellt sein Buch vor: „Faszination Judentum. Grundlagen - Vielfalt – Antijudaismus“, 2018 im Verlag LIT erschienen. Er hat sein Werk sowohl für Christen als auch Juden geschrieben und dabei versucht, das breite Spektrum des Judentums leicht verständlich und auch kritisch darzustellen. Zentral sind auch die Themen des religiösen Antijudaismus ("Wer killte Rabbi Jesus?"), des christlichen und islamischen Antisemitismus.
 
Der Abend wird moderiert von Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Erste Informationen zur Ökumene-Exkursion 2019 mit Hofrat Dr. Ernst Petritsch

Termin: Freitag, 20. September 2019
Ziel: Wiener Neustadt:
Gegründet 1192 als Grenzfestung gegen Ungarn (teils aus dem Lösegeld für Richard Löwenherz); Residenz Kaiser Friedrichs III. († 1493), Geburtsort und Grabstätte Kaiser Maximilians I. (1459-1519); 1522 Wiener Neustädter „Blutgericht“; 1752 Militärakademie in der Burg. –
„Wiener-Neustädter-Kanal“, Südbahn, 1909 erstes Flugfeld Österreichs, Flugzeug- und Lokomotiv-Fabriken, Luftangriffe 1943-45: vollständige Zerstörung Wiener Neustadts.
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Zeitreise zu Orten jüdischen Lebens und Glaubens in Linz

Vor 170 Jahren - im Jahre 1849 - entstand in Linz eine bedeutende jüdische Gemeinde, die allerdings im Zuge des Holocaust 1941-43 vernichtet wurde. Rund 800 Juden lebten 1938 in Oberösterreich, der Großteil in Linz, Steyr und Wels. Unter ihnen waren erfolgreiche Unternehmer, wie die Industriellenfamilien Spitz und Mostny, Ärzte wie Eduard Bloch (er war Hausarzt von Adolf Hitlers 1907 verstorbener Mutter Klara), aber auch viele Familien, die in bescheidenen Verhältnissen lebten.mehr …

6. Einstimmung in den Tag des Judentums – diesmal in Ottakring

Zum sechsten Mal lud die Vernetzte Ökumene Wien West (Dekanate 12-19) zu ihrer „Einstimmung“ in den Tag des Judentums, verstanden als Ergänzung zum Gottesdienst des „Ökumenischen Rates der Kirchen“ aus diesem Anlass, „um nicht nur der gemeinsamen Wurzeln der christlichen Kirchen im Judentum, sondern der christlich-jüdisch gemeinsamen Wurzeln im Glauben an den einen Gott Abrahams“ zu gedenken; und zwar „Christen und Juden gemeinsam!“ - so das Motto der alljährlichen Veranstaltung, erklärte Elisabeth Lutter bei ihrer Begrüßung. Über 120 Gäste waren der Einladung in die Bezirksvorstehung Ottakring gefolgt, um des Hubertempels und der verdienstvollen Familie Kuffner zu gedenken. Auch der Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde, Mag. Raimund Fastenbauer, war gekommen und mit ihm der Oberkantor Mag. Shmual Barzilei, um später das Totengebet für die verfolgen und ermordeten Juden aller Pogrome bis in die Shoa zu singen. Ebenso war Dr. Willy Weisz als Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusamenarbeit anwesend, zusammen mit Präsident Univ.Prof. Dr. Martin Jäggle, der als einer der Referenten später selbst das Wort ergriff.
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Martin Jäggle: Integration – eine Friedensarbeit?!

Der 1938 zerstörte Hubertempel hat uns hier zusammengeführt und wir gedenken auch der vernichteten jüdischen Gemeinde, die ihn erbaut hat, damit er ihrem Lob des Ewigen und ihrem Lernen diene. Wir vermissen heute nicht nur das Gebäude, sondern auch die Jüdinnen und Juden dieser Gemeinde. Die Dämonisierung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung hat ihren Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben gesichert und ihnen das Recht auf Leben genommen. Als es notwendig war, gab es dann zu wenig Gerechte, aber mehr als wir wissen. Derer ist auch zu gedenken. Das gesellschaftliche, politische und kirchliche Paradigma für das Zusammenleben war damals Exklusion der jeweils Anderen. Wäre Integration heute eine Lösung?
Der Anspruch, ja die Forderung nach Integration sind verständlich und doch ambivalent. Woran wäre denn erkennbar, dass Integration gelungen ist? Wenn alle dasselbe essen, trinken, sprechen, sich in gleicher Weise kleiden, verhalten und dieselben Feste feiern? Gelten als voll integriert jene, die sich nicht mehr von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden oder wenn die Mehrheitsgesellschaft sie nicht mehr als störend empfindet?
Biblisch lässt sich kein Anspruch auf eine so verstandene Integration begründen. Kein Bibeltext ist im Kontext einer homogenen Gesellschaft entstanden. Migrationserfahrungen aller Art prägen die Bibel, alle sozialen Forderungen orientieren sich am Gemeinwohl, sogar wenn Israel in der Minderheit ist wie im babylonischen Exil, gilt: „Suchet das Wohl der Stadt, in die ich euch weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN; denn in ihrem Wohl liegt auch euer Wohl!“ (Jer 29,1) Gemeinwohl wird nicht durch Einordnung oder Unterordnung verwirklicht. Zu diesem Gemeinwohl gehört der gesellschaftliche Zusammenhalt und gehört die Sorge um ein gutes Leben für alle, und die sind verschiedenen.
Die Demokratiefähigkeit einer Gesellschaft entscheidet sich am Umgang mit Verschiedenheit. Wir brauchen eine „Kultur der gegenseitigen Anerkennung“ (Charles Taylor), wir brauchen eine Schule des gemeinsamen Lernens an Unterschieden. Wer - aus welchen Gründen auch immer - meint, Vielfalt bekämpfen zu müssen, schwächt zugleich die Menschenrechte. Denn aus menschenrechtlicher Sicht sollen alle Menschen „die Chance haben, eigene Lebensentwürfe in Freiheit zu finden und zu verwirklichen.“ (Heiner Bielefeldt)
Integer bedeutet unversehrt und Integration demnach Wiederherstellen einer Einheit. Diese Einheit kann nur eine „Einheit in Vielfalt“ sein, so das Motto der EU. Ohne Dialogprozesse, ohne Prozesse der Auseinandersetzung und Verständigung wird diese Art der Integration aber nicht möglich sein. Zwei wichtige Praxisformen des Dialogs seien hier benannt:
– „side by side“: Hier geht es um gemeinsame Förderung von Gemeinwohl und Gerechtigkeit, wofür gegenseitiger Respekt und Offenheit notwendig sind. - „face to face“: Hier geht es um ein Gespräch, in dem auch Schmerz- und Kritikpunkte benannt werden, in der Begegnung zu Freundschaft werden und der spirituelle Reichtum geteilt werden kann.
Wir brauchen neue Formen des Miteinanders verschiedener kultureller und religiöser Beheimatungen und sozialer Herkünfte. Der Prophet Heskiel, den meisten unter Ezechiel bekannt, gibt Israel Hoffnung, vielleicht auch uns:
„Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich beseitige das Herz aus Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz aus Fleisch.“ (Ez 36,26)

ÖRKÖ Gottesdienst

EINSTIMMUNG IN DEN TAG DES JUDENTUMS 2019 IN OTTAKRING

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