Zum 80. Todestag von Edith Stein ein Buchtipp

Annemarie Hayer erschließt mit ihrem Buch die jüdische Prägung der großen europäischen Heiligen Edith Stein.

Geboren am 12. Oktober 1891 als Jüdin. Getauft am 1. Jänner 1922 als Katholikin. Deportiert am 2. August 1942 als jüdische Christin, weil die niederländischen Bischöfe in einem mutigen Hirtenbrief sich mit den verfolgten Juden solidarisch erklärt haben.

Gestorben am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz. Ermordet, weil sie Jüdin war. Am 1. Mai 1987 sprach Papst Johannes Paul II. Teresia Benedicta vom Kreuz selig. Am 11. Oktober 1998 wurde sie von Papst Johannes Paul II. in Rom heiliggesprochen und zur Patronin Europas erhoben. So lässt sich in wenigen Sätzen das Leben von Edith Stein umschreiben, die als Karmelitin Teresia Benedicta vom Kreuz bis heute eine große Faszination ausübt.

Annemarie Hayer zeichnet in ihrem Buch das Leben und das Umfeld dieser Heiligen nach, sie erschließt mit ihrem Buch die jüdische Herkunft und Prägung von Edith Stein. Zugleich ist dieses Buch ein Anstoß zur christlichen Selbstvergewisserung der jüdischen Grundlagen und des gemeinsamen Gottes-Bundes.

Edith Stein war eine Zeugin, die das Judentum und das Christentum auf ihre Weise kannte und in beiden gelebt hat.

Mein Fazit:
Ein gelungenes Buch über die Jüdin, Philosophin, Christin und Karmelitin Edith Stein. Besonders aufschlussreich sind auch die Exkurse, etwa über die nie geschriebene Enzyklika, die Edith Stein angeregt hat.

gepostet von: Stefan Kronthaler  aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

Annemarie Hayer, Edith Stein. Ein Kind des jüdischen Volkes, hrsg. vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit
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Preis: 11,50 Euro und 3,50 Euro Versandkosten.

"Es ist im Grunde immer eine kleine, einfache Wahrheit, die ich zu sagen habe: Wie man es anfangen kann, an der Hand des Herrn zu leben", schreibt Edith Stein 1922.

Am 7. August vor 80 Jahren wurde Edith Stein nach Auschwitz deportiert und zwei Tage später ermordet. Als "Märtyrerin der Liebe" bezeichnet sie die Autorin Annemarie Hayer. Ich habe sie für meine Sendung (morgen, Sa., 7.8., 17.30 Uhr) interviewt. Gemeinsam versuchen wir das spirituelle Erbe der Jüdin und Christin, der Philosophin und Ordensfrau hörbar zu machen.

Viel Freude beim Hören und Nachhören wünscht
Stefanie Jeller

https://radioklassik.at/edith-stein-maertyrerin-der-liebe/

Edith Stein – Märtyrerin der Liebe. | radio klassik
Vor 80 Jahren ist Edith Stein in Auschwitz ermordet worden. Aufgewachsen als Jüdin suchte sie nach der Wahrheit, zunächst in der Philosophie, dann in der christlichen Spiritualität der Heiligen Teresa von Avila.
radioklassik.at

Nachhören: https://radioklassik.at/edith-stein-maertyrerin-der-liebe/
Podcast herunterladen: https://radioklassik.at/programm/podcast/?podcat=Lebenswege&podcatid=106
(Unter Sendedatum 7.8.2022, bitte auf "Download" klicken!)

Vor 75 Jahren Konferenz von Seelisberg

Die internationale Konferenz fand vom 30. Juli bis 5. August 1947 statt.
Bei diesem Treffen nahmen rund 70 jüdischen und christlichen Gläubigen aus 19 Ländern teil. Ziel war, gegen jede Form des Antisemitismus einzutreten. Nach dem Krieg wollten sie den Frieden dadurch sichern, in dem sie den Dialog zwischen den Religionen förderten.

Hier sind die 10 Thesen: 
  1. Es ist hervorzuheben, dass ein und derselbe Gott durch das Alte und das Neue Testament zu uns allen spricht.
  2. Es ist hervorzuheben, dass Jesus von einer jüdischen Mutter aus dem Geschlechte Davids und dem Volke Israels geboren wurde, und dass seine ewige Liebe und Vergebung sein eigenes Volk und die ganze Welt umfasst.
  3. Es ist hervorzuheben, dass die ersten Jünger, die Apostel und die ersten Märtyrer Juden waren.
  4. Es ist hervorzuheben, dass das höchste Gebot für die Christenheit, die Liebe zu Gott und zum Nächsten, schon im Alten Testament verkündigt, von Jesus bestätigt, für beide, Christen und Juden, gleich bindend ist, und zwar in allen menschlichen Beziehungen und ohne jede Ausnahme.
  5. Es ist zu vermeiden, dass das biblische und nachbiblische Judentum herabgesetzt wird, um dadurch das Christentum zu erhöhen.
  6. Es ist zu vermeiden, das Wort „Juden“ in der ausschließlichen Bedeutung „Feinde Jesu“ zu gebrauchen, oder auch die Worte „die Feinde Jesu“, um damit das ganze jüdische Volk zu bezeichnen.
  7. Es ist zu vermeiden, die Passionsgeschichte so darzustellen, als ob alle Juden oder die Juden allein mit dem Odium der Tötung Jesu belastet seien. Tatsächlich waren es nicht alle Juden, welche den Tod Jesu gefordert haben. Nicht die Juden allein sind dafür verantwortlich, denn das Kreuz, das uns alle rettet, offenbart uns, dass Christus für unser aller Sünden gestorben ist. Es ist allen christlichen Eltern und Lehrern die schwere Verantwortung vor Augen zu stellen, die sie übernehmen, wenn sie die Passionsgeschichte in einer oberflächlichen Art darstellen. Dadurch laufen sie Gefahr, eine Abneigung in das Bewusstsein ihrer Kinder oder Zuhörer zu pflanzen, sei es gewollt oder ungewollt. Aus psychologischen Gründen kann in einem einfachen Gemüt, das durch leidenschaftliche Liebe und Mitgefühl zum gekreuzigten Erlöser bewegt wird, der natürliche Abscheu gegen die Verfolger Jesu sich leicht in einen unterschiedslosen Hass gegen alle Juden aller Zeiten, auch gegen diejenigen unserer Zeit, verwandeln.
  8. Es ist zu vermeiden, dass die Verfluchung in der Heiligen Schrift oder das Geschrei einer rasenden Volksmenge: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ behandelt wird, ohne daran zu erinnern, dass dieser Schrei die Worte unseres Herrn nicht aufzuwiegen vermag: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, Worte, die unendlich mehr Gewicht haben.
  9. Es ist zu vermeiden, dass der gottlosen Meinung Vorschub geleistet wird, wonach das jüdische Volk verworfen, verflucht und für ein ständiges Leiden bestimmt sei.
  10. Es ist zu vermeiden, die Tatsache unerwähnt zu lassen, dass die ersten Mitglieder der Kirche Juden waren.

Bibelpfad

30. September 2022

Programm:
14.30-16.30 Uhr: Bibel jüdisch lernen
(Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusamennarbeit)

"Esra, der Priester, brachte die Weisung vor die Gemeinschaft, so Männer wie Frauen, und all jeden, der im Zuhören erfaßt."
Referent Rabbiner Dr. Walter Rothschild erklärt Nehemia 8.


Jesuitenkommunität Wien I., Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
Arrupe-Saal.

Weitere Infos: https://www.bibelwerk.at/bibelpfad

Schawuot und Pfingsten

In Kürze werden die Feste Schawuot und Pfingsten gefeiert. Christen und Juden feiern das jeweilige Fest 50 Tage nach Pessach bzw. Ostern. Doch was ist der Anlass zum Feiern und welche Bräuche pflegen Angehörige der beiden Religionen? Yuval Katz-Wilfing und Ferenc Simon klären die wichtigsten Fragen zu den Feiertagen in unserem neuen Video.

Gottesbild und Menschenbild im Judentum

In der Reihe der interreligiösen Kamingesprächen widmet sich der Religionswissenschafter und Judaist Juval Katz-Wilfing der Frage nach Gottes- und Menschenbild im Judentum. Er leitet den jüdisch-christlichen Koordinierungsausschuss in Wien.

Es ist der 9. November. Bereits ist es dunkel geworden. Vor 83 Jahren ereignete sich im ganzen deutschen Reich – auch Österreich gehörte dazu – die Reichspogromnacht. Synagogen und jüdische Häuser wurden zerstört. Juden und Jüdinnen wurden getötet. Aus dem Saal der evangelischen Gemeinde unter der Pauluskirche in Feldkirch dringt Licht. Es haben sich zahlreiche Menschen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Religionen und christlichen Konfessionen versammelt. „Die jüdische Stimme fehlt im Dialog“ betonte Pfr. Margit Leuthold in ihrer Begrüßung zum interreligiösen Kamingespräch. „Um so mehr sind wir froh, dass wir im Rahmen des interreligiösen Kamingespräches zu einem gemeinsamen Lernen mit Texten aus der jüdischen Tradition zum Gottesbild und Menschenbild einladen dürfen“.mehr …

MAIMONIDES LECTURES

4.–5. MAI 2022 FESTSAAL DER KARL LANDSTEINER PRIVATUNIVERSITÄT FÜR GESUNDHEITSWISSENSCHAFTEN (KL) DR.-KARL-DORREK-STRASSE 30 3500 KREMS AN DER DONAU

14. SYMPOSION
GLAUBE, WISSENSCHAFT, ABERGLAUBE:
HEALTH UND MENTAL HEALTH UND DIE ABRAHAMITISCHEN RELIGIONEN


KEYNOTE LECTURE
MEDIZIN: EVIDENZ-BASIERT? ABERGLAUBE? SCHARLATANERIE?

HELMUT DENK
Altpräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Präsident von 2009 bis 2013 und Medizinische Universität Graz

Die „Maimonides Lectures“ sind eine gemeinsame Unternehmung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), folgender Abrahamitischer Religionsgemeinschaften: Altkatholische Kirche, Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, Evangelische Kirche A. u. H.B., Evangelisch-methodistische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche, Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, Israelitische Kultusgemeinde Wien, Koptisch-Orthodoxe Kirche, Römisch-Katholische Kirche, Rumänisch-Orthodoxe Kirche, Serbisch-Orthodoxe Kirche, Syrisch-Orthodoxe Kirche, sowie der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) dank der Förderung und unter der Schirmherrschaft des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung. Als Unterstützer/innen des Projektes sind ferner die Kirchlich-Pädagogische Hochschule Wien-Krems und der Christlich-Jüdische Koordinierungsausschuss in Österreich zu nennen. „Die Maimonides Lectures“ etablieren somit kooperative, nachhaltige Forschung auf Exzellenzniveau.

Die „Maimonides Lectures“ werden vom Land Niederösterreich und den Abrahamitischen Religionsgemeinschaften Österreichs gefördert.

Programm hier…

Grußwort zum Pessachfest 5782 und zum Osterfest 2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Vorstand des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit überbringt Ihnen in diesem Jahr unsere gemeinsamen Grüße zum Pessachfest 5782 und zum Osterfest 2022.
Vom Krieg in der Ukraine sind wir gemeinsam betroffen und betrauern die um ihr Leben gebrachten Menschen. Wir beklagen das Leid der Verwundeten und Vertriebenen und sind dankbar für die große Hilfsbereitschaft und Solidarität mit ihnen. Es ist ein starkes Zeichen der Hoffnung inmitten von Gewalt und Tod. Wir erleben, wie ausgeliefert wir der militärischen Aggression sind und wie verbunden wir sind in deren Ablehnung und Abwehr. Dieser Krieg widerspricht dem Schalom, dem verheißenen Frieden, für den wir uns gemeinsam einsetzen. Wir sind empört über die missbräuchliche Verwendung des Begriffs „Entnazifizierung" und beten gemeinsam mit Menschen aller Glaubensrichtungen um Frieden.
Wenn beim Pessach-Seder aus der Haggadah gelesen wird „In jeder Generation soll der Mensch sich betrachten, als wäre er selbst aus Ägypten gezogen“, wird diese Aufforderung wohl nicht nur von Tischgenossen mit Wurzeln in der Ukraine viel realer als in anderen Jahren wahrgenommen werden.
Wenn die jüdische Gemeinschaft Pessach feiert, dann erinnert das auch Christinnen und Christen daran, wie der Ewige sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit geführt hat.
Wenn Christinnen und Christen in der Osternacht die Auferstehung von Jesus feiern, dann erinnern sie daran: Die Liebe ist stärker als der Tod, Gott befreit aus Angst.
Dass Sie, mit Ihren Familien und Ihrer Gemeinschaften in diesem Jahr ein Fest der Hoffnung und des Widerstandes gegen Entzweiung, Gewalt und Hass, ein Fest des Lebens, ein Fest der Befreiung zum Leben feiern mögen, wünschen wir Ihnen.
Wir wünschen den Jüdinnen und Juden zum Fest der Freiheit „pessach kascher wesameach“ und den Christinnen und Christen ein gesegnetes Osterfest.
Möge die Liebe und Barmherzigkeit des Ewigen uns und alle Menschen in die Freiheit und zum Frieden führen.


Dr. Willy Weisz, Vizepräsident
Dr. Margit Leuthold, Vizepräsidentin
Dr. Martin Jäggle, Präsident
Dr. Yuval Katz-Wilfling, Geschäftsführer

Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg erhielt Auszeichnung

Ehrenmitglied des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Übergabe der Urkunde am 14. März 2022 beim Konzert der Gruppe Schalom - Extendedmehr …

Gedenken an Wiener Gesera und Opfer des Ukraine-Krieges

Ermordung und Vertreibung der Juden im Herzogtum Österreich vor 600 Jahren zählt zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte Österreichs - Koordinierungsausschuss-Präsident Jäggle: "Das folgenreiche Zusammenspiel von Politik, Kirche und Theologie, das zur Wiener Gesera geführt hat, erleben wir jetzt im Krieg gegen die Ukraine wieder"
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Kurt-Schubert-Gedächtnispreis für Altabt von Pannonhalma

"Forum für Weltreligionen" würdigte Verdienste Bischof Varszegis um Ökumene, Frieden und interreligiöse Verständigung - Eisenstädter Bischof Zsifkovics: "Jeder, der aggressiv, menschenverachtend und unberechenbar agiert, ist einer zu viel"
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