Pinchas Lapide zum 100. Geburtstag

Sehr geehrter Herr Dr. Yuval Lapide!

In großer Dankbarkeit erinnern wir an Ihren Vater, Pinchas Lapide, anlässlich seines 100. Geburtstages. Am 28. November 2022 als Erwin Pinchas Spitzer in Wien-Leopoldstadt in eine jüdische Familie hineingeboren, wuchs er im damaligen Zentrum jüdischen Lebens Wiens, der Mazzesinsel genannten Leopoldstadt, auf. Dass er als 16-jähriger nach der nationalsozialistischen Machtergreifung aus seiner Heimatstadt mit so vielen anderen jüdischen Wienerinnen und Wienern vertrieben wurde, gehört zur besonders dunklen Geschichte dieser Stadt. Nach einer abenteuerlichen Flucht fand Ihr Vater im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina Aufnahme und in Israel Heimat. Dort nahm er den Namen Lapide an und ist als Pinchas Lapide ein großer Brückenbauer zwischen Juden und Christen geworden. Mit der Wahl des neuen Namens, der auf das hebräische Wort für Fackel verweist, machte er deutlich, „Fackel und Lichtträger“ sein zu wollen mit einer durchaus kämpferischen Haltung, wie Sie selbst erklären und u.a. Bezug nehmen auf das biblische Buch Jesaja (Jes 62,1): „Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen werde ich nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel.“ Wir danken Ihnen, dass Sie sein Erbe weiterführen und wichtige Publikationen wieder zugänglich machen wie anlässlich seines 100. Geburtstages „Pinchas Lapide: Wer predigte in ihren Synagogen? Eine jüdische Sicht Jesus von Nazareth. Hrsg. von Yuval Lapide, Gütersloh 2022“.
Als jüdischer Neutestamentler sah Pinchas Lapide in den Evangelien eine „Urkunde jüdischen Glaubens“, „die von gläubigen Juden, für vorerst gläubige Juden, über Juden verfasst worden ist“. Gemeinsam mit seiner Frau Ruth, Ihrer Mutter, engagierte er sich im Glaubensdialog mit Christen und Christinnen, damit diese ihre jüdischen Wurzeln entdecken, Jesus als Juden kennenlernen und das Neue Testament in all seiner hebräischen Wort- und Gedankenwelt besser verstehen. Er verlangte eine Rückbesinnung auf das biblische Ethos, wie es der Prophet Jesaja formuliert: „Das Gute tun, Recht schaffen, Unterdrückten helfen.“
Die Evangelische Kirche Hessen-Nassau hat Ihren Vater eingeladen, mit seiner Familie nach Deutschland zu kommen. Dieser Einladung ist es zu verdanken, dass sich Ihr Vater und Ihre Mutter mit Ihnen 1974 in Frankfurt/M niedergelassen haben und über so viele Jahre
segensreich für die jüdisch-christlichen Beziehungen in Deutschland und darüber hinaus gewirkt haben. „Wenn nicht wir, wer dann,“ hat Ihre Mutter, Ruth Lapide später gesagt, „um die Menschen dort aufzuklären, wo die Wurzel des Übels war und eine Versöhnung zwischen Christen und Juden dringender denn je gebraucht wird, damit sich solch ein Übel niemals wiederhole.“
Auf christlicher Seite hat sich mittlerweile viel verändert, wofür Ihr Vater ein wichtiger Wegbereiter war. Die Erklärung „Zeit zur Umkehr – Die Evangelischen Kirchen und die Juden“ vom Jahre 1998 verwirft die judenfeindlichen Forderungen der Spätschriften Martin Luthers. Das Schweizerische Katholische Bibelwerk regt an, die Sonntagsevangelien als jüdische Texte zu lesen. Bischof Manfred Scheuer weist darauf hin, dass Jesus ohne sein Judentum für Christen nicht zu haben ist.
Der Weitblick, der Ihren Vater auszeichnet, zeigt sich in seiner Forderung aus dem Jahre 1985 (!), die von unglaublicher Aktualität ist: „Vor allem benötigen wir den Dialog, um gemeinsam unsere biblische Aufgabe zu erfüllen, die heute mehr denn je in der Bewahrung der Schöpfung besteht, in der Wahrung von Menschenwürde und Menschenrechten überall und im Aufbau jenes Schalom, der die Kriegsgefahren unserer Tage durch unser Beispiel gelebter Entfeindung und versöhnter Eintracht-in-der-Vielfalt zu entschärfen gewillt ist.“
In großer Dankbarkeit für Ihren Vater, Pinchas Lapide, und sein Wirken in Zusammenarbeit mit seiner Frau Ruth zeichnen wir für den Vorstand des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit freundlichen Grüßen


Dr. Willy Weisz, Vizepräsident
Dr. Margit Leuthold, Vizepräsidentin
Dr. Yuval Katz-Wilfling, Geschäftsführer
Dr. Martin Jäggle, Präsident

ZWISCHENRUF
Pinchas Lapide
Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, über Pinchas Lapide, anlässlich dessen 100. Geburtstages


FRÜHJUDENTUM UND BEGINNENDES CHRISTENTUM BUCHPRÄSENTATION

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Wann: 29. November 2022 18:30 Uhr
Wo: Buchhandlung Herder

Ablauf:
- Moderation Martin Jäggle (im Namen des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit)
- kurzer Impuls von 15 Minuten: Markus Tiwald mit Dank und Überreichung eines Exemplars an Günter Stemberger
- kurzer Impuls von 15 Minuten von Günter Stemberger
- Podiumsdiskussion von 60 Minuten, moderiert von Martin Jäggle. Am Podium: Günter Stemberger, Gerhard Langer, Markus Öhler, Markus Tiwald

Um Anmeldung wird gebeten: buchhandlung@herder.at

Autor: Markus Tiwald
Titel: Frühjudentum und beginnendes Christentum
ISBN: 9783170420724
Verlag: Kohlhammer
Erscheinungsjahr: 2022

Details zum Buch

MAIMONIDES LECTURES

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Im Geist des Philosophen, Arztes und Gelehrten Mosche ben Maimon (Cordoba, 1135 - Kairo, 1204) laden die Maimonides Lectures zum Dialog zwischen Religionen und Wissenschaften ein und fördern die Begegnung zwischen den jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen.

Die Maimonides Lectures werden von der ÖAW, den Abrahamitischen Religionsgemeinschaften und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems unter der Schirmherrschaft des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung veranstaltet.

Folgende Abrahamitische Religionsgemeinschaften beteiligen sich an den Maimonides Lectures: Altkatholische Kirche, Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, Evangelische Kirche A. und H. B., Evangelisch-methodistische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche, Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich, Israelitische Kultusgemeinde, Koptisch-Orthodoxe Kirche, Römisch-Katholische Kirche, Rumänisch-Orthodoxe Kirche, Serbisch-Orthodoxe Kirche und Syrisch-Orthodoxe Kirche.

Die Maimonides Lectures werden von den wirklichen Mitgliedern der ÖAW w.M. Patrizia Giampieri-Deutsch und w.M. Hans-Dieter Klein, wissenschaftlich geleitet. Wegbegleiter*innen sind die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien-Krems und der Christlich-Jüdische Koordinierungsausschuss in Österreich.

VERANSTALTUNGEN:
hier clicken

15. Symposion:
23. bis 24. November 2022
Die Ausübung konfessionellen Glaubens und ihre Grenzen
Festvortrag:
Christo Buschek, Preisträger des Pulitzer Prize for International Reporting 2021
Über die Möglichkeiten datengestützter Recherchen und eine neue Generation von Werkzeugen zur systematischen Dokumentation der Verfolgung religiöser Minderheiten

Lange Nacht der Forschung - Forschungsprojekt "Jüdische Wurzeln und pädagogischer Auftrag"

Herzliche Einladung

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„Ich habe geschworen, nie leise zu sein,
wann immer und gleichgültig wo Menschen
Leid und Erniedrigung erdulden müssen.“ (Elie Wiesel)


Gras ist darüber gewachsen?

Erinnere Dich!

Einladung zur Gedenkveranstaltung, um an die Opfer der Novemberpogrome zu erinnern und den Vertriebenen einen Namen zu geben

am Donnerstag, 10.11.2022

Mausoleum Wolfgarten, Gymnasium der Diözese Eisenstadt

Beginn: 10 Uhr

Textbeiträge: Schüler:innen des Gymnasiums
Musikalische Umrahmung: Student:innen des Joseph Haydn Konservatorium

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung laden wir zu einer Begegnung in der Schule ein.
Wir ersuchen um Rückmeldungen: Tel: 02682/ 62988-0, gymnasium@wolfgarten.at

"Mechaye Hametim": Christen gedenken der Novemberpogrome 1938

MECHAYE HAMETIM
Der die Toten auferweckt

Sonntag, 23. Oktober, 9 bis 18 Uhr
Jüdisches Leben in der Buckligen Welt


Exkursion Die Erforschung jüdischen Lebens in der Buckligen Welt zeigt, dass Jüdinnen und Juden bis 1938 im dörflichen Alltagsleben an sich gut integriert waren. In einigen Gemeinden dieser niederösterreichischen Region sind deren Spuren auch heute noch sichtbar. Werner Sulzgruber, Historiker und Mitherausgeber des Buchs „Eine versunkene Welt – jüdisches Leben in der Buckligen Welt und im Wechselgebiet“ (2019) führt nach Bad Erlach zum Haus des ehemaligen Familienunternehmens Hacker. In Hochwolkersdorf werden wir dann zu Mittag essen und den „Gedenkraum 1945“ besuchen. Beim Spaziergang durch Wiesmath suchen wir abschließend nach den vertriebenen Nachbarn dieses Ortes. Woher sie kamen, wohin sie verschwunden sind und wie an sie erinnert wird, sind die Themen dieser .Exkursion. Leitung: Gottfried Riegler-Cech Treffpunkt: 8.45 Uhr vor dem Café Landtmann, 1010 Wien, Universitätsring Beitrag (Fahrt/Führung/Eintritt): € 45,Infos & Anmeldung (unbedingt nötig bis 20.10.):

T 51552-5100, www.kav-wien.at, ka.forumzeitundglaube@edw.or.at

Montag, 24.Oktober, 19 Uhr
„Ein ganz gewöhnlicher Jude“


Ein-Personen-Stück mit Jörg Stelling In dem Theaterstück von des Schweizer Schriftstellers Charles Lewinsky lehnt der Protagonist Emanuel Goldfarb die Einladung einer Schule, über sich als Jude etwas zu erzählen, ab. Sein Antwortschreiben wird dabei zur Abrechnung mit der Situation der Juden im Nachkriegsdeutschland. Wortreich, pointiert und manchmal zynisch be-schreibt er das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer Korrekt-heit. . Darsteller: Jörg Stelling,, freischaffender Schauspieler und Sprecher mit Engagements u.a. am Ensembletheater Wien, Volkstheater Wien, Theater Drachengasse, Theater Gruppe 80, Stadttheater Mödling oder der Schauspieltruppe Zürich.

Einführung: Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christl.-jüd. Zusammenarbeit.
Ort: Otto Mauer Zentrum, Wien 9, Währinger Str. 2-4 Infos & Anmeldung: T 51552-5100, www.kav-wien.at

Samstag, 5. November, 17 Uhr
Neu auf das Judentum blicken


Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht Beim Jahresevangelisten Lukas, mit dessen Namen ja auch die Apostelgeschichte verbunden ist, findet sich eine ambivalente Sicht aufs Judentum. Wie kann eine christliche Gemeinde heute diese Texte lesen, hören und verstehen?
Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien Infos: T 5356003

Montag, 7. November, 19.30 Uhr
„Der Anständige“ (2014)

Film und Gespräch (Filmmontag) Heinrich Himmler ist einer der größten Kriegsverbrecher und gleichzeitig kulminieren in seiner Person der Aberwitz und die Unmenschlichkeit des NS-Systems. Die israelische Dokumentar-filmerin Vanessa Lapa hat, von Briefen Himmlers ausgehend, ein verstörendes Filmporträt über den mörderischen Biedermann gestaltet. Lapa nimmt Zitate aus den Briefen Himmlers und seiner engsten Familie zum Ausgangspunkt der Textierung ihres Films und unterlegt diese mit gefilmten Bildern aus den 1920er bis 1940er-Jahren – zum Teil bis dahin unveröffentlichte Privat- und Amateuraufnahmen. Beklemmend vorgetragen werden die Texte von einer Riege erstrangiger Schauspieler – darunter Tobias Moretti und Sophie Rois.

Einführung: Otto Friedrich/DIE FURCHE; Christian Rathner/ORF. Im Anschluss Gespräch mit Felix Breisach, dem Produzenten des Films.
Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12 Infos & Tickets: www.votivkino.at - Preis: € 9,20

Dienstag, 8. November, 19 Uhr
Denken im Widerstand


Buchpräsentation Anton Grabner-Haider (Hg) / Anton Pelinka / Arnold Mettnitzer: „Denken im Widerstand. Gegen Fake News und neue Ideologien“. In Erinnerung an den jüdischen Rechtsphilosophen Ota Weinberger wendet sich dieses Buch gegen neue Ideologien des Vergessens, gegen den neuen Antisemitismus und die geistige Auf-üstung in den neuen Medien.

Referent: Anton Grabner-Haider, Kulturwissenschaftler und Professor für Religionsphilosophie an der Uni Graz. Ort: Otto Mauer Zentrum, Wien 9, Währinger Str. 2-4 Infos & Anmeldung: T 51552-5100, www.kav-wien.at

Donnerstag, 10. November, 16 Uhr
Hat Israel die Propheten getötet?


Untersuchungen zu einem biblischen Vorwurf Vortrag bei der „Akademie am Dom“ Im Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu wird im Neuen Testament der breit bezeugte Vorwurf erhoben, Israel habe schon von jeher die Propheten verfolgt und getötet. Stimmt dieser Vorwurf überhaupt?

Referent: Oliver Achilles, Theolog. Kurse Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3 Infos & Anmeldung: T 4000-08114, www.theologischekurse.at, Beitrag: € 13,-

Samstag, 12. November, 12 bis 15 Uhr
„Gedenkspaziergang“

Gedenkspaziergang Gemeinsam begeben wir uns auf einen spannenden Rundgang durch eine ganze Reihe von bedeutungsträchtigen Denkmälern, Steinen der Erinnerung sowie des Gedenkens und Stätten ehemaliger Tempel. Was bedeutet „Nie wieder“ in Zeiten wie diesen, und was können wir dazu beitragen, dass es sich nicht wiederholt? Der Spaziergang führt von Rudolfsheim über den Westbahnhof bis nach Mariahilf.

Leitung: Matej Perč, ASH-Forum Treffpunkt: Ecke Dingelstedtgasse/Turnergasse, 1150 Wien Infos & Anmeldung: T 4080695-0, anmeldung@ash-forum.at, www.ash-forum.at


Mittwoch, 9. November, 19 Uhr
MECHAYE HAMETIM DER DIE TOTEN AUFERWECKT
Ökumenischer Gedenkgottesdienst am 84. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Worte des Gedenkens:
Matthias Geist, Superintendent der evangelischen Diözese A.B. Wien
Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz

Informationen:
Gemeinde St. Ruprecht, 1010 Wien, Seitenstettengasse 5/4 T 5356003, www.ruprechtskirche.at

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:
• Gemeinde St. Ruprecht
• Albert-Schweitzer-Haus Forum für Zivilgesellschaft
• Evangelische Akademie Wien
• Evangelische Hochschulgemeinde Wien
• Forum Zeit und Glaube Katholischer Akademikerverband Wien
• DIE FURCHE
• Katholische Aktion Österreich
• Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit
• Theologische Kurse Wien

detaillierte Informationen zu den Veranstaltungen: www.ruprechtskirche.at
Bedenkveranstaltungen im Gedenken an die Novemberpogrome 1938
23. Oktober bis 12. November 2022

Grußwort des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit zum jüdischen Neujahrsfest

In einer Welt voll Sorgen, Unsicherheit und Ungewissheit ist der Beginn des neuen jüdischen Jahres 5783 heute Abend ein Lichtblick besonders mit den damit verbundenen Traditionen. Der Klang des Schofar ruft zu Rosch haSchana Jüdinnen und Juden die ethischen, zwischenmenschlichen Pflichten und auch jene G’tt gegenüber in Erinnerung und zu einer selbstkritischen Rückschau des vergangenen Jahres auf. Dieser Blick auf die Verfehlungen angesichts der ethischen Verpflichtungen täte allen Menschen und Gesellschaften gut.
In all den schrecklichen Ereignissen sind wir als gläubige Menschen gewiss, dass der Ewige uns auch im vergangenen Jahr begleitet hat und wir von ihm Vergebung erwarten dürfen, wenn wir uns auch um Aussöhnung mit den Mitmenschen bemühen, gegen die wir uns verfehlt haben. Die Zuversicht und Freude, die in diesen Tagen liegt, möge über die jüdische Gemeinschaft hinaus ausstrahlen.
In christlichen Gemeinden wird heute gebetet: „Wir bitten Dich Ewiger, segne die Juden und Jüdinnen dieser Stadt. Möge das Jahr 5783 gut und süß sein. Denke an uns allen, damit wir leben und schreibe uns für ein gutes Leben ins Buch des Lebens ein.“
Die Präsenz der jüdischen Gemeinden in der österreichischen Gesellschaft und ihr außergewöhnliches Engagement für Kriegsvertriebene aus der Ukraine erfüllt uns alle, in denen sich die Liebe zur Menschheit regt, mit Freude und Dankbarkeit.
Alle Religionen müssen sich in den Dienst der Einheit der Menschheit stellen, Motor des Friedens in und zwischen den Völkern sein und sich als Hoffnung für diese Welt erweisen.
Wir grüßen die jüdischen Gemeinden herzlich zu den zehn ehrfurchtsvollen Tagen von Rosch haSchana, dem Neujahrsfest, bis Jom Kippur, dem Versöhnungstag, und wünschen allen ein gutes und süßes Jahr 5783. Möge Friede und Zuversicht auch durch das neue Jahr tragen. Ein gutes Eintragen und ein gutes Besiegeln. Shana tova u’metuka!
Margit Leuthold, Willy Weisz, Martin Jäggle im Namen des Vorstandes

Schönborn-Glückwünsche zum jüdischen Neujahrsfest

Kardinal wünscht in Schreiben an Oberrabbiner Engelmayer zum Neujahrsfest und zu Jom Kippur "Frieden im Heiligen Land und auf der ganzen Welt

Kardinal Christoph Schönborn hat Oberrabbiner Jaron Engelmayer stellvertretend für die Jüdinnen und Juden in Österreich seine besten Glückwünsche zum anstehenden jüdischen Neujahrsfest (25.-27. September) überbracht. In seinem Schreiben hält Schönborn wörtlich fest: "Die Welt ist wieder überschattet von großen Sorgen. Krieg, Klimawandel, Teuerung, Energiekrise. Umso mehr dürfen wir auf den Segen von oben hoffen und ihn erbitten. Deshalb entbiete ich zu Rosh Hashana und zu Jom Kippur Ihnen und der Israelitischen Kultusgemeinde von ganzem Herzen meine besten Wünsche." Für das kommende Jahr 5783 der jüdischen Zeitrechnung hoffe er darauf, dass der Frieden in
Israel sich "festigen und wachsen" möge, so der Kardinal. Ebenso bitte er Gott um Frieden für die ganze Welt. Das jüdische Neujahrsfest (Rosh Hashana) beginnt am Sonntagabend und endet am Dienstagabend. Für Juden beginnt dann das Jahr 5783 nach Erschaffung der Welt. Mit dem Neujahrsfest beginnt zugleich der jüdische Festmonat Tischri. In ihn fallen auch der höchste jüdische Feiertag, der Versöhnungstag Jom Kippur, der am Abend des 4. Oktober beginnt und bis zum Abend des 5. Oktober dauert, sowie das achttägige Laubhüttenfest (Sukkot) und das Fest der Thora-Freude (Simchat Tora).

Quelle: Kathpress

Newsletter September

Liebe Freunde und Interessierte des Koordinierungsauschuss für chrislich-jüdische Zusammenarbeit!

Nach einem aufregendem Sommer senden wir euch mit unserem September Newsletter wieder einige neue und interessante Informationen zu unserem Ausschuss und kommenden Veranstaltungen.

Übersicht:
  • Neuer Mitarbeiter: Bernd Bogensberger ist seit August Assistent der Geschäftsführung
  • Rabbiner Rotschild in Wien: Am 30.09. und 01.10. wird der Berliner Rabbiner interessante Vorträge zum Thema “Bibel” und “Rabbinat” halten
  • Rosch ha-Schana: Von 25. bis 27. September wird heuer das jüdische Neujahr gefeiert
  • Neuer Dialog / Du Siach: Die Ausgabe Nummer 129 wird in Kürze verschickt und enthält wieder spannende Beiträge
  • Mitglieder Aktion: Mitlgliedschaft 2023 zahlen und auch schon 2022 Vorteile genießen

Neuer Mitarbeiter!
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Bernd Bogensberger, BA ist seit 01. August der Assistent von unserem Geschäftsführer Dr. Yuval Katz-Wilfing und wird ihm vor allem in den Bereichen der Mitglieder Administration und des täglichen Büroalltags unterstützen.
Herr Bogensberger wohnt mit seiner Frau und seinen 4 Kindern in Wien und freut sich schon sehr auf die vielseitige Arbeit im Koordinierungsausschuss!

Rabbiner Rothschild in Wien!
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Dr. Walter Rothschild ist in England geboren und amtiert als Rabbiner schon fast 40 Jahre in mehreren Gemeinden in ganz Europa (ua. England, Slowakei, Kroatien und Deutschland). Er hat einige Zeit als Gemeinderabbiner in Deutschland und Österreich verbracht und vielseitige Erfahrungen gesammelt.

Im Rahmen des “Bibelpfades" des Österreichisch Katholischen Bibelwerks am 30. September in der Wiener Innenstadt wird Rabbiner Rotschild einen Vortrag zum Thema “Bibel jüdisch lernen” halten: In Buch Nehemia Kapitel acht steht: „Esra, der Priester, brachte die Weisung vor die Gemeinschaft, so Männer wie Frauen, und alle, der im Zuhören erfasst“. Rabbiner Dr. Walter Rothschild hat sich seit vielen Jahren mit dieser Bibel-Stelle beschäftigt und wird uns in seinem Vortrag seine Erkenntnisse und Gedanken mitteilen.

Informationen zum Bibelpfad finden sie hier.

Der Vortrag findet hier statt:
Jesitenkommunität Wien I., Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
Wann: Freitag 30.9.2022, 14:30 – 16:30 Uhr

Einen Tag darauf wird der Rabbiner uns eine Lesung halten zum Thema: „Geschichten aus dem Schreibtisch des Rabbis“ Der Vortragende stellt die Frage, was macht der Rabbiner eigentlich den ganzen Tag? Man sagt, er sei sechs Tagen nicht zu sehen und am siebenten nicht zu verstehen. Mit fast 40 Jahren Erfahrung als Rabbiner und Seelsorger hat Rothschild seine Erfahrungen und die von Kollegen in Geschichten zusammengefasst. An dieser Abend, gleich nach dem Sabbat, haben wir die Gelegenheit, von Rabbi Rothschild Passagen aus der gleichnamigen Buchreihe zu hören und mit ihm zu diskutieren, was macht ein Rabbiner eigentlich.

Vor der Lesung machen wir Hawdala, der Ritus der Unterscheidung zwischen Sabbat und den Wochentagen.

Veranstaltung findet im Büro des Koordinierungsauschusses in der Tandelmarktgasse 5, 1020 Wien, von 20 bis 21:30 Uhr statt.

Jüdisches Neujahrsfest - Rosh HaSchana
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Das jüdische Fest Rosch HaSchana erinnert an die Schöpfung der Welt und an die Schöpfung Adams. Der Tag heißt ursprünglich „Tag des ergreifenden Schofartons“. Nach der Mischna ist der Tag des Schofarblasens der Jahresbeginn. Die Mischna ist die Grundlehre des Talmuds. Sie enthält die wichtigsten Überlieferungen des Judentums.

Rosch HaSchana feiern Jüdinnen und Juden weltweit an zwei Tagen und in diesem Jahr vom 25. bis 27. September. Denn in alter Zeit gab es Unsicherheit bei der Bestimmung des Neumondes und damit über das Ende des Monats Elul und den Beginn des Monats Tischrei. Wie jedes jüdische Fest beginnt und endet dieses am Vorabend.

Das jüdische Museum in Wien wird daher am 29. September um 19:30 Uhr ein Neujahrskonzert abhalten zu dem sie herzlich eingeladen sind zu kommen! Tickets und Infos hier.

Dialog / Du Siach #129 bald da!
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Die Chefredakteurin des “Dialogs / Du Siach” Frau DDr. Constanza Cordoni hat wieder spannende Beiträge für sie zu den Themen “Bürgerliche Sepulkralkultur”, “Mittelalterliche Synagogen in Korneuburg und Bruck an der Leitha”, “Jüdische Wurzeln und pädagogischer Auftrag” und “Vom jüdischen Witz zum Judenwitz” zusammengestellt!

In der ersten Oktoberwoche wird die neue Ausgabe an sie versendet! Sie sind noch kein Abonnent?! Dann gleich unter untenstehenden Button eine bzw. einer werden!


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Mitgliederaktion: 2023 bezahlen und bereits 2022 Vorteile genießen!

Werden sie Mitglied vom Koordinierungsauschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit und unterstützen sie uns bei unserer wichtigen Arbeit gegen Diskriminierung und Antisemitismus. Der Koordinierungsausschuss ist in Österreich die einzige aus dem Bereich der Kirchen hervorgegangen Organisation, die sich ausschließlich dem Dialog zwischen Christinnen, Christen und Jüdinnen und Juden widmet.

Damit das auch sei bleibt brauchen wir ihre Unterstützung! Werden sie Mitglied um 35 EUR pro Jahr und erhalten sie unsere Zeitschrift “Dialog / DuSiach” viermal frei Haus oder auch in der online Version zugesandt.

Jetzt Mitglied werden!

Lesung mit Rabbiner Walter Rothschild „Geschichten aus dem Schreibtisch des Rabbis“

SAMSTAG, 1. OKTOBER 2022 UM 20:00
Tandelmarktgasse 5/2-4

Stellen Sie sich die Frage, was macht der Rabbi eigentlich den ganzen Tag? Es heißt, er sei sechs Tage lang nicht zu sehen und am siebten nicht zu verstehen. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung als Rabbiner und Seelsorger hat Rothschild seine Erfahrungen und die seiner Kollegen in Erzählungen zusammengestellt. Vor der Lesung machen wir havdalah.
*
Rabbi Walter Rothschild reads from his book series, Tales from the Rabbi's Desk.
Ask the question, what does the rabbi actually do all day? It is said that he cannot be seen for six days and cannot be understood on the seventh. With more than 30 years of experience as a rabbi and pastoral counselor, Rabbi Rothschild has compiled his experiences and those of his colleagues into narratives. Before the reading we will perform Havdalah.

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